Kein Investor bei Hertie-Gesprächen dabei

Kein Investor bei Hertie-Gesprächen dabei

Die Eigentümer der Hertie-Warenhäuser sind nicht bereit, mit einem möglichen Investor zu sprechen. Somit hat sich die letzte Hoffnung auf eine Rettung der insolventen Kaufhauskette zerschlagen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Das erklärte am Freitag der Bürgermeister von Wesseling, Günter Ditgens. Auch er selbst sei bei den Gesprächen zwischen dem Eigentümer und den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen in Frankfurt nicht mehr erwünscht, sagte Ditgens. Der Bürgermeister hatte Anfang Juni eine Initiative mit 45 Amtskollegen ins Leben gerufen, um mit Hilfe der Deutschen Bank Hertie zu retten.

Zehn Immobilien verkauft

Unter Moderation der Deutschen Bank sollte am Freitag über die nun einzeln zu verkaufenden Hertie-Immobilien gesprochen werden.

Nach Angaben der Maklerfirma Atisreal ist der Einzelverkauf der Hertie-Kaufhäuser inzwischen vorangekommen. Seit Mai seien elf Objekte verkauft worden, weitere 53 stehen zum Verkauf. Es handelt sich um teils bereits geschlossene und teils aktive Hertie-Filialen.

"Bei 14 Häusern davon sind wir in Exklusivgesprächen. Hier können die Verkaufsverhandlungen  bereits in den nächsten Wochen oder Monaten abgeschlossen sein", sagte Andreas Völker, Geschäftsführer der Atisreal Consult GmbH, im Gespräch mit Der Handel.

Die Immobilien waren getrennt vom Handelsgeschäft an Investoren verkauft worden. In den Geschäften von Hertie hat bereits der Ausverkauf begonnen. Für die Beschäftigten laufen Sozialplanverhandlungen.

Betriebsrat entsetzt und empört

Der Betriebsrat von Hertie zeigte sich entsetzt, dass eine letzte Chance zum Erhalt von 2.700 Arbeitsplätzen nicht genutzt worden sei. "Die Chinesen haben, auch aus Sicht der Arbeitnehmer, ein gutes Angebot im Gepäck", erklärte Bernd Horn, Vorsitzender des Hertie Gesamtbetriebsrat.

Er sei empört, dass weder die Investoren noch der Hertie-Insolvenzverwalter oder Belegschaftsvertreter an den sogenannten "runden Tisch" geladen worden seien. Viele Kollegen forderten inzwischen eine Enteignung von Dawnay Day. Er befürchte, "dass auf Kosten der Arbeitnehmer große Immobilienspekulationen betrieben werden". Auch die Deutsche Bank sei gefordert, das Problem zu lösen.

Der Ausverkauf hat begonnen

Bei den noch geöffneten 54 Hertie-Filialen hat auf Beschluss der Gläubigerversammlung bereits der Ausverkauf begonnen. Sie schließen nach Hertie-Angaben voraussichtlich Ende Juli. Für die Beschäftigten laufen Sozialplanverhandlungen.

Zuvor hatte ein Insolvenzverwalter versucht, die traditionsreiche Kaufhauskette zu retten. Erst vor rund einer Woche hatten 2.600 Hertie-Beschäftigte für den Erhalt der Kaufhäuser demonstriert. Sie verlangten keine Staatshilfen, sondern niedrigere Mieten für die bereitstehenden Investoren.

dpa / DH

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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