Kein Sommerwetter: Modehandel bleibt auf leichter Kleidung sitzen

Kein Sommerwetter: Modehandel bleibt auf leichter Kleidung sitzen

Am Donnerstag war Sommeranfang - aber das Wetter hält sich nicht mehr an Termine. Für Textilhändler ist das ein Problem, und sie beginnen schon früh mit den Rabatten.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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"Wegen des Wetters wurde die Sommerware noch nicht so gut verkauft wie erhofft", sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BTE, Siegfried Jacobs. Der bisherige Umsatz 2012 liege etwa zwei Prozent unter dem Vorjahreswert.

"Wir können noch aufholen"

"Das ist nicht dramatisch, wir können noch aufholen", meint Jacobs. Schließlich könne der richtige Sommer in den nächsten Wochen durchaus noch kommen. "Sobald die Temperaturen hochgehen, wird gleich mehr gekauft."

Aber einige Händler hätten bereits Sorge, die Lager nicht rechtzeitig leer zu bekommen, ehe die neue Ware geliefert wird. Und so gibt es teilweise schon jetzt T-Shirts, Tops oder kurze Hosen zu Schleuderpreisen.

"Wir haben mit dem Reduzieren nicht früher begonnen als sonst, aber einen Tick intensiver", sagt ein Sprecher der Modekette C&A. Das betreffe vor allem "hochsommerliche Waren" wie Bademoden, die jetzt teilweise nur noch die Hälfte kosteten. "Wir hätten in den vergangenen Wochen gerne ein paar Bikinis mehr verkauft."

Generell setze C&A aber immer ab Mitte Juni bei den Preisen den Rotstift an, weil die Leute sich eindecken sollen, bevor sie in den Sommerurlaub fahren.

Rabatte früher als sonst

Auch Galeria Kaufhof hat mit den Rabatten nach eigenen Angaben zur selben Zeit begonnen wie im vergangenen Jahr. "Die Filialen schaffen seit Mitte Juni unter dem Motto "Saisonware bis zu 50 Prozent reduziert" quer durch die Artikelgruppen Platz für neue Trends", erklärt eine Sprecherin.

Die große "Sale"-Werbung in den Schaufenstern habe vor allem das Ziel, mehr Kunden in die Läden zu locken, erläutert BTE-Mann Jacobs. Teilweise ständen bei den Rabatten dann nur bestimmte Sortimente oder Eigenmarken im Fokus. "Aber insgesamt ist dieses Jahr wirklich früh schon stark reduziert. 50 Prozent um diese Zeit ist eher ungewöhnlich", sagt er. "Man steht eben im Wettbewerb. Wenn ein großer Filialbetrieb mit Reduzierungen anfängt, müssen die anderen nachziehen."

Aus BTE-Sicht ist eine breit angelegte Rabattschlacht zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll. "Es wird für die Händler immer schwieriger, noch eine vernünftige Rendite zu erzielen", sagt Jacobs.

Außerdem seien die hohen Rabatte zumindest in der Außendarstellung kaum noch zu toppen - obwohl der Sommerschlussverkauf eigentlich erst am 23. Juli beginnt. "Der Handel muss aufpassen, dass die Spannung für die Kunden bis dahin nicht raus ist."

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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