
KI gegen die digitale Zettelwirtschaft
GeneralMind automatisiert die digitale Zettelwirtschaft in Lieferketten. Das Berliner Start-up setzt KI dort ein, wo heute noch Menschen zwischen E-Mails, Excel und ERP-Systemen jonglieren: bei Rechnungsabgleich, Bestellbestätigungen, Lieferantenkoordination.
David WöllensteinRedakteurEin klassisches Beispiel: Eine Rechnung kommt per E-Mail. Ein Mitarbeiter muss die zugehörige Bestellung im System suchen, Positionen und Preise abgleichen, Abweichungen klären und die Daten schließlich manuell ins ERP-System übertragen. „Genau diese unstrukturierte Koordination zwischen E-Mail, Excel und Systemen übernimmt unsere KI autonom“, erklärt Ahluwalia. „Menschen konzentrieren sich dann auf Entscheidungen statt auf Nachverfolgung.“
GeneralMind verdient sein Geld als Software-Anbieter für große Unternehmen aus Handel und Industrie. Zu den Kunden zählen laut Ahluwalia börsennotierte Konzerne ebenso wie international tätige Mittelständler. Das Besondere: Die KI arbeitet nicht isoliert, sondern fügt sich nahtlos in bestehende Systemlandschaften ein – und macht dabei alle Vorgänge nachvollziehbar. „Prozesse wie Kommunikation, Dateneingänge oder Datenabgleiche werden dadurch transparent und erfolgen trotz der autonom agierenden KI nicht ohne menschliche Kontrolle“, betont Ahluwalia.
Seine Beobachtung: „Viele Unternehmen wissen sehr genau, wo es hakt, aber sie scheitern an der Umsetzung im Arbeitsalltag.“ Sie wollten Kosten sparen oder wunderten sich, warum mehr Leute gebraucht würden – während ihre Mitarbeiter in E-Mails, manuellen Prozessen und ungepflegten Stammdaten untergingen. „Das eigentliche Problem ist nicht fehlende Software, sondern die fehlende operative Durchgängigkeit“, bilanziert Ahluwalia.
Besonders stolz ist der Gründer darauf, dass GeneralMind innerhalb weniger Monate nach Gründung produktiv in realen und hochkomplexen Lieferketten live gegangen ist. „Für uns ist die operative Nutzung der wichtigste Gradmesser, weniger Präsentationen oder Pilotprojekte.“
„Wir haben den Sprung vom Konzept zur produktiven Nutzung in hochkomplexen Umgebungen geschafft“, sagt Tushar Ahluwalia. Im Etailment.de-Interview spricht er über Details und Pläne.
Tushar Ahluwalia: Wir entwickeln eine Software, die die tägliche digitale Zettelwirtschaft in großen Unternehmen im Hintergrund übernimmt. All die Arbeit, die heute zwischen E-Mails, Excel-Listen und ERP-Systemen hängen bleibt, wird von unserer KI übernommen. Zum Beispiel, wenn eine Rechnung per E-Mail ankommt und ich nach der Bestellung in meinem System für den Abgleich sorgen muss, und nach Abgleich Daten in das ERP-System manuell eintippen muss. Unsere KI sorgt dafür, dass Bestellungen, Rückfragen, Abstimmungen und Ausnahmen autonom und lückenlos aufgearbeitet und mit den Daten im ERP abgeglichen werden, sodass sich Menschen auf Entscheidungen statt auf Nachverfolgung konzentrieren können.
Wie beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell einem möglichen Partner in 280 Zeichen?
Tushar Ahluwalia: GeneralMind entwickelt ein „AI System of Action", das operative Prozesse entlang der Lieferkette automatisiert. Unsere KI arbeitet als operative Ebene über bestehenden ERP-Systemen und übernimmt unstrukturierte Koordination zwischen E-Mail, Excel und Systemen. Prozesse wie Kommunikation, Dateneingänge oder Datenabgleiche werden dadurch nachvollziehbarer und erfolgen trotz der autonom agierenden KI nicht ohne menschliche Kontrolle.
Welche Unternehmen/Kunden konnten Sie bereits überzeugen?
Tushar Ahluwalia: Zu unseren Kunden zählen große Unternehmen aus Handel und Industrie, darunter börsennotierte Konzerne ebenso wie international tätige Mittelständler. Gemeinsam automatisieren wir ihre operativen Kernprozesse entlang von Waren- und Zahlungsflüssen.
Mit wem würden Sie gerne ins Geschäft kommen?
Tushar Ahluwalia: Mit Unternehmen, die eine gewisse operative Vielschichtigkeit erreicht haben, über komplexe Lieferketten verfügen und spüren, dass klassische Systeme allein nicht mehr ausreichen, um skalierbar zu arbeiten. Besonders spannend sind Firmen, in denen viel Koordination zwischen Menschen, Systemen und externen Partnern stattfindet, wie im Handel, der Industrie oder dem produzierenden Gewerbe.
Was war die wichtigste Erkenntnis seit dem Start?
Tushar Ahluwalia: Dass das eigentliche Problem nicht fehlende Software ist, sondern die fehlende operative Durchgängigkeit. Viele Unternehmen wissen sehr genau, wo es hakt, aber sie scheitern an der Umsetzung im Arbeitsalltag. Viele Unternehmen wollen Kosten sparen oder wundern sich, warum mehr Leute gebraucht werden, während ihre Firma und Mitarbeiter in E-Mails, manuellen Prozessen, neuen Pilotprojekten und ungepflegten Stammdaten untergehen.
Auf welche Erfolgszahl sind Sie besonders stolz?
Tushar Ahluwalia: Darauf, dass wir innerhalb weniger Monate nach Gründung produktiv in realen und hochkomplexen Lieferketten live gegangen sind. Für uns ist die operative Nutzung der wichtigste Gradmesser, weniger Präsentationen oder Pilotprojekte.
Welche Schlagzeile über Ihr Start-up würden Sie gerne in fünf Jahren in einer Wirtschaftszeitung lesen?
Tushar Ahluwalia: „GeneralMind wird zur operativen KI-Ebene des europäischen Mittelstands."

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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