
Knackpunkt Kasse
Der Verkauf über mehrere Kanäle stellt auch komplexe Anforderungen an die Kassen. Dementsprechend planen Händler, einen Großteil des IT-Budgets in neue Systeme zu investieren, zeigt eine Studie des EHI.
Technik und Design entscheidend
Bei der Auswahl der Kassenhardware spielt demzufolge neben den technischen Aspekten auch bei 88 Prozent der Befragten das Design und bei 78 Prozent die Umweltfreundlichkeit eine wichtige Rolle. Ein geringer Energieverbrauch ist der Studie zufolge bei einer Neuinvestition aber kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern wird von den Händlern als selbstverständlich vorausgesetzt.
Was die Kassensoftware angeht, wird die Anbindung an die digitalen Verkaufskanäle wichtiger. Bereits heute haben die Kassen von 27 Prozent der Teilnehmer Schnittstellen zu den eigenen Onlineshops. In Zukunft wollen 63 Prozent der Händler solche Schnittstellen vorweisen.
Bei den befragten Handelsunternehmen sind aktuell 25 verschiedene Kassensoftwareanbieter vertreten, die durchschnittliche Laufzeit einer Kassensoftware beträgt etwa 7 Jahre. 47 Prozent der Befragten wollen in den kommenden zwei Jahren ihre Kassensoftware erneuern. Knapp 27 Prozent setzen dabei auf eine neue Standardlösung, 16 Prozent werden einen größeren Releasewechsel des bestehenden Systems in Angriff nehmen und vier Prozent haben vor, eine individuelle Lösung zu implementieren.
Kräftemessen der Betriebssysteme
Was die Betriebssysteme von kassen angeht, hat Microsoft die Nase vorn: Mit 51 Prozent ist der Studie zufolge auf jeder zweiten Kasse die Software des amerikanischen IT-Anbieters installiert, künftig wird der Anteil den Planungen zufolge noch steigen. Der Anteil von im Handel installierten Linux-Betriebssystemen liegt demnach aktuell bei rund 49 Prozent.
Bald müssen sich Windows und Linux allerdings auf weitere Konkurrenz einstellen. Denn es drängen neue Anbieter auf den Markt: So zum Beispiel Apple mit dem Betriebssystem iOS oder Android, das System wird von der von Google gegründeten Open Handset Alliance weiterentwickelt. Allerdings liegt der Anteil der Newcomer aktuell noch unter einem Prozent.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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