
Kommando zurück bei Weltbild
Vor zwei Monaten schien Weltbild schon gerettet. Dann gab es Berichte, der Investor wolle hunderte weitere Jobs streichen. In dieser Woche präsentierte der Insolvenzverwalter überraschend einen neuen Käufer.
David WöllensteinRedakteurMit Droege hat Geiwitz die Einigkeit erreicht, die es mit Paragon offenbar nie gab. "Droege ist kein Finanzinvestor, der schnell kauft und verkauft", lobt Geiwitz. Wir sind beide der Meinung, dass es nur noch geringfügige Anpassungen geben darf."
Betriebsrat und Gewerkschaft äußern sich positiv
Auch der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi äußern sich ähnlich positiv. Die Mitarbeiter erwarteten von Droege ein längerfristiges Engagement von 10 bis 20 Jahren, sagte Weltbild-Betriebsratschef Peter Fitz. Paragon habe hingegen bereits nach 2 bis 4 Jahren einen Weiterverkauf angestrebt und zudem eine "Filetierung" geplant - der Logistikbereich habe ausgegliedert werden sollen.
In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Berichte, dass Paragon bis zu 250 weitere Jobs abbauen wollte - dies war Geiwitz entschieden zu viel. Denn er hat bereits ein Sanierungskonzept "Weltbild 2.0" umgesetzt, wonach etwa 950 Beschäftigte in eine Auffanggesellschaft wechseln. Der größte Teil dieser Mitarbeiter hat Weltbild schon verlassen, einige sind vorläufig noch bei der Verlagsgruppe. Geiwitz setzt weiterhin auf eine Mischung von Onlinehandel und Geschäften vor Ort. Von den einst 220 Buchläden sollen 53 Filialen schließen, die Zukunft von weiteren 20 defizitären Geschäften ist noch offen.
In der Insolvenz liefen die Geschäfte bei Weltbild wieder besser. Geiwitz rechnet zwar noch nicht mit einer Rückkehr in die schwarzen Zahlen im kürzlich begonnen Bilanzjahr, schloss dies aber auch nicht aus: "Vielleicht gelingt es uns sogar schon, es zu drehen."

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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