
"Kommt endlich zur Vernunft"
Aldi drückt die Milchpreise - und erntet dafür scharfe Kritik von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Norma hat nun ebenfalls die Preise gesenkt.
Björn BöerChefredakteurKeine soziale Marktwirtschaft mehr
"Hier werden enorme Werte in der gesamten Lebensmittelkette vernichtet", gab Möllenberg zu bedenken. Er warnte vor Verdrängungswettbewerb, Gefährdung von Arbeitsplätzen und der "Vernichtung von bäuerlichen Existenzen" und "der Zerstörung von ländlichen Strukturen". Dies habe mit sozialer Marktwirtschaft "nichts mehr zu tun".
Norma folgt Aldi
Mittlerweile hat auch der Discounter Norma die Preise für Milchprodukte gesenkt. Den Liter Vollmilch gebe es seit Montag für 48 Cent - und damit sieben Cent billiger als bisher, teilte das in Nürnberg ansässige Unternehmen an diesem Dienstag mit. Fettarme Milch koste seit Montag 42 statt 49 Cent, berichtete eine Normal-Sprecherin. Auch die Preise für Sauerrahm, Schlagsahne, Quark und andere Milchprodukte seien gesenkt worden. Das Unternehmen gebe damit "Einkaufsvorteile" weiter, hieß es.
Die Norma-Sprecherin räumte ein, dass das Unternehmen damit zugleich der Preissenkungswelle von Aldi vom Vortag folge. Aldi sei nun mal Marktführer. "Und jeder, der sich im Markt der Lebensmitteldiscounter bewegt, muss sich an Aldi orientieren", sagte sie. Insgesamt seien von den Preissenkungen rund 100 Artikel betroffen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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