Konsumenten in Weihnachtskauflaune

Konsumenten in Weihnachtskauflaune

Laut einer aktuellen Studie steht der Einzelhandel vor einem grandiosen Weihnachtsgeschäft. Die Deutschen haben Lust aufs Geldausgeben.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
Teilen
"Die Händler in Deutschland dürfen sich auf ein gutes Weihnachtsgeschäft freuen", kommentiert Ernst & Young-Handelsexperte Thomas Harms die Zahlen. Das Portemonnaie sitze so locker wie lange nicht mehr. "Die Händler dürften im diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein ordentliches Plus einfahren", glaubt Harms.

Auf Pump finanzieren

Ähnlich schätzt auch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) das Konsumklima in Deutschland ein. Die Kauflaune sei ungebrochen und die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen ausgesprochen hoch. Gleichzeitig sei die Sparneigung angesichts der niedrigen Zinsen gering, heißt es im jüngsten Konsumklimabericht der GfK.

Angesichts der stabilen Arbeitsmarktsituation wächst offenbar auch wieder die Bereitschaft, größere Anschaffungen auf Pump zu finanzieren. Nach einer Umfrage der GfK nutzen derzeit etwa 33 Prozent der Haushalte einen Ratenkredit für größere Anschaffungen, wie beispielsweise ein Auto, eine Küche oder ein Fernsehgerät. Vor einem Jahr waren es erst 29 Prozent.

Onlinehandel gewinnst stark

Einem Jahresendspurt im Einzelhandel stehe damit eigentlich nichts mehr entgegnen, glaubt deshalb auch der Chef-Investmentstratege der Postbank, Marco Bargel. "Die Kaufbereitschaft der Bundesbürger ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr." Die Postbank erwartet, dass die Umsätze im Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr auf mehr als 80 Milliarden Euro klettern. Gegenüber dem Vorjahr wäre dies ein Plus von gut 1,5 Prozent.

Zu den größten Gewinnern im Weihnachtsgeschäft dürften nach der Ernst & Young-Studie die Onlinehändler gehören. Vor allem jüngere Verbraucher schätzen das Internet-Shopping: Die unter 35-Jährigen geben demnach mittlerweile fast ein Drittel ihres Weihnachtsbudgets im Internet aus.

Festlich geschmückte Kaufhäuser locken

Doch auch Kaufhäuser und Einkaufszentren könnten sich im Weihnachtsgeschäft auf deutliche Zuwächse freuen, meint Harms unter Berufung auf die Studie. "Es ist ja keineswegs so, dass der Geschenkkauf komplett ins Internet abwandert: Kaufhäuser, die auf hohem Niveau ein individuelles Einkaufserlebnis bieten, können dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben."

Gerade in der Vorweihnachtszeit genössen Kunden das festliche Ambiente geschmückter Häuser, sagt Harms. Die Ideen für ihre Weihnachtsgeschenke holen sich mehr als ein Drittel der Befragten noch immer beim klassischen Stadtbummel. Nur gut jeder Vierte nutze das Internet als Ort für Inspirationen.

Zu originellen Geschenkideen scheinen aber beide Methoden nicht zwangsläufig zu führen. Ganz oben auf der Geschenkliste stehen auch in diesem Jahr wieder Bücher, Geldgeschenke und Kleidung, gefolgt von Spielwaren, Lebensmitteln, CDs und DVDs sowie Kosmetika.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.