
"Konsumenten lassen sich nicht unterkriegen"
Die deutschen Verbraucher reagieren nach Ansicht des GfK-Chefs Klaus Wübbenhorst weiter besonnen auf die Wirtschaftskrise. Im Handel gebe es aber Verlierer und Gewinner.
Björn BöerChefredakteurFernreisen verlieren, Lebensmittelhandel gewinnt
"Die Leute wollen sich nicht unterkriegen lassen", sagte Wübbenhorst im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg. "Bisher ist bei den Konsumenten keine Panik festzustellen."
Anstatt nur zu sparen, werde eher einmal etwas mehr ausgegeben, zumal die niedrigen Zinsen keinen großen Sparanreiz darstellten. Allerdings würden die Ausgaben anders verteilt: So seien die Bürger bei Fernreisen eher verhalten, dafür werde zum Beispiel mehr in Baumärkten gekauft, um Haus und Garten zu verschönern. Auch die Lebensmittelbranche zähle zu den Gewinnern: "Man gönnt sich eher die etwas teuereren Lebensmittel."
Auch für das zweite Halbjahr zeigte sich Wübbenhorst leicht zuversichtlich. Die Zahl der Arbeitslosen werde zwar ansteigen, wenn in vielen Betrieben die Kurzarbeit auslaufe. "Das ist eine Gefahr für die Konsumstimmung. Die Laune der Konsumenten wird dadurch beeinträchtigt." Doch der Konsumforscher sei "verhalten optimistisch, dass sie nicht abstürzen wird."

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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