
Kosten sparen mit virtuellen Models
Machen wir uns nichts vor: Allen zuckerbunten Trendthemen mit tollen Namen, die hier und da ausgerufen werden, zum Trotz - das Trendthema 2013 ist Effizienz. Kosten sparen. Das gilt nicht nur für die Marketingaufwendungen, bei denen sich Media-Saturn mit einem Minus von 9,7 Prozent (Gesamtetat 371 Mio) und Zalando mit einem Minus von 19,7 Prozent (Gesamtetat 98 Mio) laut Nielsen schon 2012 hervorgetan haben. Das gilt erst recht, wenn es um die Reduzierung der Retourenkosten geht. Neben allerl...
Avatar statt Model: Das verkürzt die Time to Market
Machen wir uns nichts vor: Allen zuckerbunten Trendthemen mit tollen Namen, die hier und da ausgerufen werden, zum Trotz - das Trendthema 2013 ist Effizienz. Kosten sparen.
Das gilt nicht nur für die Marketingaufwendungen, bei denen sich Media-Saturn mit einem Minus von 9,7 Prozent (Gesamtetat 371 Mio) und Zalando mit einem Minus von 19,7 Prozent (Gesamtetat 98 Mio) laut Nielsen schon 2012 hervorgetan haben.
Das gilt erst recht, wenn es um die Reduzierung der Retourenkosten geht. Neben allerlei - auch unglücklichen - Kniffen, auch mit Loyalitysystemen, soll auch Augmented Reality hier Kosten und Rücksendungen senken. Auch bei der Produktion der Produktdarstellungen lässt sich sparen. Erste Experimente laufen.
Das Fotoshooting mit echten Modells ist im Mode-Segment aufwändig, zeitintensiv und teuer. Das Berliner Start-up eShot bietet deshalb einen Service, virtuelle Modells statt echter Menschen als Fashionpuppe im Webshop zu nutzen. Bei der Lösung tragen dann Avatare wechselnde Klamotten.
"Sie können Ihr Sortiment auf dem Avatar beliebig kombinieren und komplette Outfits in den Shop einstellen, um Ihren Kunden individuelle Styling-Tipps zu geben", wirbt eShot.
Der Vorteil: Weniger Model-Buchungen, mehr Auswahl im Shop, schnellerer Launch neuer Produkte. Ganz klar: Wer die Time to Market verkürzt, spart Kosten und hat einen Wettbewerbsvorteil.
Bei H&M werden schon computergenerierte Model-Körper eingesetzt, auf die dann nur noch Köpfe realer Models "geklebt" werden. Die Kleidung selbst wird mit einer Puppe fotografiert. Looklet ist der Dienstleister. Auch der Shopping-Club vente-privee hat ihn für seine virtuellen Models engagiert.
Auch das eigene Gesicht kann man bei Zalando einpassenUnd das Hoffnungs-Thema 2012 Augmented Reality? Lösungen wie Virtual Dressing mit UPcload können helfen, die Retouren zu senken. Otto testet das. Immer noch aber ist das technisch sehr komplex. Erst recht für den Kunden.
Geht es einfacher? Vielleicht.
Die virtuelle Anprobe erprobt seit kurzem auch Zalando zusammen mit dem Start-up Metail bei einigen Eigenmarken. Hier kommen wieder Avatare ins Spiel (Erklärvideo).
Der Kunde bastelt sich seinen Avatar nach Größe und Körperform zusammen und schlüpft dann mit dem digitalen Ego in Sakko, Bluse und Kleider. Es ist ein vorsichtiger Versuch. Rund 200 Artikel sollen sich bei Zalando im Test befinden. CX-Commerce erklärt, wie das bei Zalando funktioniert.
Hier kann man es über den "Jetzt anprobieren" -Button bei Zalando selbst testen. Im Vergleich zu etlichen anderen Systemen ist das schon recht bedienfreundlich gelöst.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
Alle Beiträge