3D-Illustration zu E-Commerce Themen: Marktplätze, internationale Expansion und KI-Suche
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Kundenansprache, DM, Coolblue, Handelspartner, Wayfair, Glovo, Indien, Temu + Shein, Design, KI-Suche, KI-Produktivität

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Wie ein Rechtsstreit DM mehr nutzt als schadet
Die Wettbewerbszentrale hat Klage gegen DM eingereicht, berichtet Manager-Magazin.de. Der Grund: DM-Med, eine Versandapotheke im tschechischen Bor, liefere seit Dezember rezeptfreie Medikamente direkt in DM-Filialen – was die Grenze zwischen Drogerie und Apotheke unzulässig verwische. DM-Chef Christoph Werner zeige sich unbeeindruckt: Ein langer Rechtsweg könnte dem Konzern sogar nützen, da Mitbewerber bei unklarer Rechtslage zögerten, während DM den Markt ausbaue. Rossmann jedenfalls habe sich bereits inspirieren lassen.

Wenn „am besten“ vor Gericht nicht gut genug ist
Den „Besten Verkaufspreis“ dürfen Gebrauchtwagen-Händler nicht versprechen, wie Haendlerbund.de berichtet. Das Landgericht Berlin gab der Wettbewerbszentrale recht: Bei solchen Superlativen handele es sich um eine prüfbare Zusage, die wörtlich verstanden werde – und die der Händler schlicht nicht einhalten könne. Der Einwand, dass dies „Branchensprache“ sei, habe die Richter nicht überzeugt. Wer mit Spitzenstellungen werbe, müsse sie auch belegen können.

Coolblue liefert jetzt auch nach Bayern
Coolblue eröffnet im April sein achtes deutsches Logistikzentrum in Nürnberg, meldet Logistik-Heute.de. Mit dem ersten Standort in Bayern erschließe der niederländische Online-Elektronikhändler den süddeutschen Raum für seinen firmeneigenen Lieferservice „Coolblue Liefert“. Mehr als drei Mio. Menschen sollen künftig Haushaltsgroßgeräte und Fernseher am nächsten Werktag erhalten können, pünktlich auf die Minute, in einem einstündigen Zeitfenster. Auf Wunsch installiere Coolblue die Geräte und nehme Altgeräte zur Entsorgung mit.

China ist wieder wichtigster Handelspartner
China ist wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner, meldet das Statistische Bundesamt. Mit einem Außenhandelsumsatz von 251,8 Mrd. Euro löste die Volksrepublik 2025 die USA ab, die diesen Platz nur ein Jahr gehalten hatten. Dabei wachse das Ungleichgewicht: Deutsche Importe aus China legten um 8,8 Prozent zu, die Exporte dorthin schrumpften um 9,7 Prozent. Mit den USA laufe es ähnlich schief: Der Exportüberschuss fiel von 69,6 auf 51,9 Mrd. Euro.


HANDEL INTERNATIONAL


Wayfair meldet 12,5 Mio. Dollar Jahresumsatz
Wayfair hat 2025 im schrumpfenden Markt für Wohnen und Einrichten Marktanteile gewonnen, berichtet Retail-News.de. Der Jahresumsatz des Online-Händlers sei um 5,1 Prozent auf 12,5 Mrd. Dollar gestiegen; bereinigt um den deutschen Marktaustritt ergäbe sich ein Plus von 6,1 Prozent. Besonders das US-Geschäft habe im vierten Quartal kräftig angezogen. Trotz rückläufiger Kundenzahl sei der Umsatz pro aktivem Käufer um 5,6 Prozent auf 586 Dollar gestiegen – treue Stammkunden hätten 79 Prozent aller Bestellungen verantwortet. Bilanzielle Verluste blieben allerdings bestehen; das bereinigte Ebitda für das Gesamtjahr betrage 743 Mio. Dollar.

Glovo wegen Lohndumping unter Zwangsverwaltung
Ein Mailänder Gericht hat die Arbeitsbedingungen für rund 40.000 Fahrer der Delivery-Hero-Tochter Glovo per Beschluss neu geregelt, wie Manager-Magazin.de berichtet. Die Fahrer hätten im Schnitt 2,50 Euro pro Lieferung verdient – in Einzelfällen mehr als 75 Prozent unter dem italienischen Existenzminimum von 1.245 Euro monatlich. Ein gerichtlich bestellter Verwalter dürfe notfalls gegen den Willen des Managements entscheiden; gegen den Geschäftsführer der italienischen Einheit Foodinho werde wegen Ausbeutung von Arbeitskräften ermittelt.

2,34 Mrd. Euro für Indiens KMU-Exporteure
Indien schnürt ein staatliches Förderpaket für E-Commerce-Exporte, wie Devdiscourse.com berichtet. Das Programm umfasse sieben Maßnahmen im Volumen von 25.060 Crore Rupien – umgerechnet rund 2,34 Mrd. Euro – und richte sich gezielt an kleine und mittlere Betriebe. Neben speziellen Kreditlinien für digitale Exportkanäle und Lagerfinanzierung im Ausland sollen Zinszuschüsse und Kreditgarantien den Sprung in neue Märkte erleichtern. Handelsminister Piyush Goyal setze dabei auf bestehende Freihandelsabkommen als Türöffner.

Drei von vier Paketen aus Fernost fallen beim Zoll durch
Drei von vier Paketen aus Fernost fallen beim österreichischen Zoll durch, meldet ORF.at. Bei einer europaweiten Kontrollaktion wurden 69 Kinderspielzeug-Bestellungen, vorwiegend von Plattformen wie Temu oder Shein, unter die Lupe genommen; 78 Prozent verstießen gegen EU-Sicherheitsvorschriften. Die häufigsten Mängel seien fehlende CE-Kennzeichnungen und unzureichende Warnhinweise. Europaweit habe der Labortest sogar 84 Prozent der geprüften 20.000 Spielzeuge und Kleinstgeräte als gefährlich eingestuft.


Trendresistenz: Deutsche kaufen lieber verlässlich als viral
Deutsche Verbraucher lassen sich von viralen Produkttrends kaum beirren, zitiert T3N.de eine Dmexco-Studie. 93 Prozent verspüren keine Angst, ein Trendprodukt zu verpassen – klassisches FOMO läuft bei ihnen ins Leere. Zwei Drittel blieben einer Marke treu, wenn die Qualität stimme; 37 Prozent zeigten sich aber auch neuen Anbietern gegenüber aufgeschlossen, vor allem bei Lebensmitteln. Außerdem kauften bereits 29 Prozent über soziale Netzwerke, doch davon fänden nur 21 Prozent Influencer-Marketing sympathisch und nur ein Prozent vertraue Influencern in Qualitätsfragen.

Schlechtes Design kostet Kunden, nicht nur Nerven
Schlechtes Design schreckt ab – und zwar messbar: 38 Prozent der Befragten weichen bei unprofessionellem Markenauftritt zur Konkurrenz aus oder kaufen gleich gar nicht, so eine Umfrage von Adobe Express. Fast die Hälfte nenne den visuellen Auftritt als entscheidenden Vertrauensfaktor. Besonders zähle dabei Lesbarkeit: Klare Schriften führten die Wunschliste an (41 Prozent), gefolgt von hochwertigen Fotos und minimalistischem Stil. KI-generierte Designs spalten die Generationen – Jüngere sähen darin per se einen Authentizitätsverlust, Ältere interessierten sich vor allem für das Ergebnis.

KI-Suche überholt 2028 Google beim Handels-Traffic
KI-gestützte Produktsuche verdrängt klassische Suchmaschinen aus dem handelsrelevanten Traffic, zitiert Wortfilter.de ECDB-Weekly-Digest. Noch schickten die großen Sprachmodelle wie ChatGPT, Gemini oder Claude deutlich weniger Besucher auf Händler-Websites als Google oder Bing. Doch schon 2028 dürften KI-Systeme für den Online-Handel wichtiger werden als die traditionellen Methoden. Ein Vorteil: Die Weiterleitungsgebühren über ChatGPT lägen nur bei rund 6,9 Prozent, gegenüber 15 bis 15,8 Prozent bei Amazon, Ebay oder Walmart. Das eröffne neue Spielräume bei Margen und Direktvertrieb.

KI macht EU vier Prozent produktiver
KI steigert die Produktivität von EU-Unternehmen um rund vier Prozent – ein reales, aber nüchternes Ergebnis, wie ein Arbeitspapier der Europäischen Investitionsbank laut Heise.de nahelegt. Stellenabbau hingegen sei nicht festzustellen; Beschäftigte in KI-nutzenden Betrieben verdienten teils sogar mehr. Ausschlaggebend sei weniger die Software selbst, als Investitionen in Weiterbildung. Kleine Unternehmen unter 50 Mitarbeitenden blieben jedoch oft außen vor – ihnen fehle es an Mitteln und Expertise. Ein ähnliches Bild zeichne Stanford-Ökonom Erik Brynjolfsson für die USA: Der nationale Produktivitätszuwachs habe sich dort 2025 auf 2,7 Prozent verdoppelt. Als Ursache nenne er die Wirkung der KI-Investitionen.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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