Amazon will Streik aussitzen / Rewe will Onliner kaufen / Rakuten nimmt Yapital / Mister Spex / Grommet / Schlemmertüte / Groupon / Glossybox /

Amazon will Streik aussitzen / Rewe will Onliner kaufen / Rakuten nimmt Yapital / Mister Spex / Grommet / Schlemmertüte / Groupon / Glossybox /

Das Neueste aus der Welt des E-Commerce: Jeden Morgen kurz vor 9 Amazon: Ohne Hysterie geht es in den Medien nicht. Amazon wird bestreikt und "Bild" erklärt gleich einmal den "Ausnahmezustand". Das ist natürlich Quark. Zwar behauptet Verdi, und man sollte das als grobe Schätzung sehen, dass sich in Bad Hersfeld 1100 Menschen (von rund 3000 Beschäftigten) und in Leipzig rund 600 Beschäftigte (von rund 2000) am Streik beteiligten (Presseberichte). Amazon aber hat acht Logistikzentren, 9000 Besc...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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Amazon: Ohne Hysterie geht es in den Medien nicht. Amazon wird bestreikt und "Bild" erklärt gleich einmal den "Ausnahmezustand". Das ist natürlich Quark. Zwar behauptet Verdi, und man sollte das als grobe Schätzung sehen, dass sich in Bad Hersfeld 1100 Menschen (von rund 3000 Beschäftigten) und in Leipzig rund 600 Beschäftigte (von rund 2000) am Streik beteiligten (Presseberichte). Amazon aber hat acht Logistikzentren, 9000 Beschäftigte. Da dürfte es bestenfalls in einigen Produktgruppen zu Verzögerungen kommen. Amazon-Boss Ralf Kleber will die Forderungen nach einem Tarifvertrag jedenfalls aussitzen. Er findet, Amazon sei schon großzügig genug und tut im Spiegel-Interview ein bisschen so, als müsse man die Mitarbeiter davor schützen, sich durch einen Tarifvertrag schlechter zu stellen.

Jetzt lesen: Millionenspritze für Mister Spex und Rewe-Chef Alain Caparros will 10 Millionen für Online-Spezialsten erübrigen.

Zitat des Tages: "Wir binden unsere Mitarbeiter in den Unternehmenserfolg ein, wir zahlen zusätzliche Boni, und wir zahlen im Vergleich zu anderen Unternehmen der Logistikbranche bereits am oberen Ende - Mindestens 9,30 Euro plus Boni im ersten Jahr, über zehn Euro im zweiten, plus Unternehmensaktien nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit. Und der Aktienwert hat sich in den letzten fünf Jahren vervierfacht.“ Im Spiegel macht Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber klar, dass man sich dem Druck von Verdi nicht beugen werde und eine Anerkennung eines Tarifvertrags weiter ablehnt.

Mister Spex: Online-Optiker Mister Spex hat erfolgreich eine weitere Finanzierungsrunde über 16 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Scottish Equity Partners (SEP), die neu bei dem Berliner E-Commerce-Unternehmen an Bord sind. Zudem haben sich bestehende Investoren wie Xange und DN Capital erneut an der Finanzierung beteiligt. Spex-Geschäftsführer Dirk Graber: „Wir werden vor allem den deutschlandweiten Ausbau unseres Optikernetzwerks von derzeit über 300 auf mittelfristig 400 bis 500 Partneroptiker und die Weiterentwicklung unserer internationalen Online-Shops für Frankreich, Spanien und Schweden vorantreiben.“

Amazon II: Amazon kontrolliert drei Viertel des Online-Buchhandels. Der Bundesverband der Versandbuchhändler schätzt den Buchumsatz von Amazon auf 1,6 Mrd Euro. Dies ergibt laut Verband einen Anteil am gesamten Online-Buchhandel von 74%. Buchreport

Rewe: In der Rheinischen Post wiederholt Rewe-Chef Alain Caparros den wohlklingenden, aber groben Unfug von der fehlenden DNA für das E-Commerce-Geschäft. Allerdings glaubt er dran. Aber in der DNA lauern noch andere Web-Fehler. Sonst würde er nicht nicht nachgerade lediglich zaghaft die Portokasse (10 Millionen Euro) öffnen, um Spezialisten zu kaufen, oder "solche, die eine signifikante Rolle im Online-Geschäft spielen können", um so die eigenen Inkubatoren-Pläne zu forcieren. (via)

Rakuten: Der Online-Marktplatz Rakuten will das Multichannel-Zahlverfahrens Yapital von Otto noch in diesem Jahr einführen. Bezahlt werden kann dann per Yapital-Kennwort oder per QR-Code auf dem PC-Monitor und Smartphone-App. Lebensmittel Zeitung

The Grommmet: Rakuten hat ein weiteres Mal in die Plattform The Grommet investiert und Mehrheitsanteile erworben. Die Plattform stellen wir uns am besten als eine Mischung aus Fab, DaWanda und Etsy vor, sieht sich The Gromnet doch als Kurator für Dinge, die einmal schick werden könnten. The Next Web

Unsere Schlemmertüte: Der Rezeptlieferservice Unsere Schlemmertüte schafft das Abo-Modell ab und ermöglicht Kunden erstmalig eine individuelle Bestellung. Die Tochterfirma des schwedischen Marktführer Linas Matkasse differenziert sich damit vom Angebot von KommtEssen, Hello Fresh und Co. Mit dem Verzicht auf das Abo senkt die Schlemmertüte nun die Hemmschwelle und macht das Konzept quasi zur Hipster-Variante von "Essen auf Rädern". Grund: "Deutsche sind sehr zurückhaltend bei langfristigen Bestellungen und haben schnell Sorge, die Kontrolle zu verlieren“, weiß Björn W. Schäfer, Geschäftsführer von Unsere Schlemmertüte.

Groupon: Mit Groupon POS reagiert der Couponing-Dienst auf Anbieter wie Square und bietet eine Bezahl-App in Verbund mit den eigenen Payment-Angeboten. Techchrunch

Glossybox: Der Abo-Pröbchen-Anbieter Glossybox präsentiert gemeinsam mit dem Lifestyle-Magazin Grazia eine Sonderedition der Kosmetik-im-Abo-Box. Der international aktive Birchbox-Klon von Rocket Internet will mit Medienpartnerschaften (etailment berichtete) sein Image aufpolieren. Die Box enthält dann auch eine Ausgabe des Grazia-Magazins im Poketformat. Beide Partner bewerben die Box gemeinsam auf verschiedenen Online-, Offline- und Social Media-Kanälen.

Grafik des Tages: Which Ecommerce Platform Is Right For Me? [Infographic]

Zahl des Tages: Und falls Sie sich bislang nur Sorgen um Zalando und andere deutsche Pure Player gemacht haben: ich hätte da was für Sie. 42 Prozent der 500 größten US-Online-Händler liefern mittlerweile nach Europa. "Internet Retailer" Und warten sie erstmal ab, wenn die Chinesen kommen.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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