Ladendiebstahl kostet Handel Milliarden

Ladendiebstahl kostet Handel Milliarden

Keine Entwarnung: Die Inventurdifferenzen summierten sich 2012 auf rund 3,8 Milliarden Euro. Zusammen mit den Kosten für die Sicherheit entgeht dem Handel somit rund 1,3 Prozent des Umsatzes, zeigt eine Studie des EHI Retail Institute.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Damit sind die Verlustraten stabil auf hohem Niveau – und das, obwohl der Handel jährlich rund 1,2 Milliarden Euro in Präventiv- und Sicherungsmaßnahmen investiert, um seine Waren vor Diebstählen zu schützen. Insgesamt entgehen dem Handel demzufolge durch Inventurdifferenzen und Sicherheitsmaßnahmen rund 1,3 Prozent seines Umsatzes. Im Fokus der Sicherheitsaufwendungen der Händler stehen erweiterte Kameraausstattungen, Schulungen zur Steigerung der Aufmerksamkeit von Mitarbeitern sowie verbesserte Warensicherungen.

Ehrliche Kunden zahlen mit

Die Gesamtkosten für Inventurverluste und deren Vermeidung betragen somit jährlich rund 5 Milliarden Euro, die der Handel wie alle Kosten in seine Verkaufspreise einkalkulieren muss: Jeder ehrliche Kunde werde also bei jedem Kauf mit mehr als einem Prozent des Kaufpreises an den Schäden der Ladendiebstähle beteiligt.

"Die aktuelle Kriminalstatistik 2012 zeichnet mit einem Rückgang der angezeigten Ladendiebstähle von mehr als 6 Prozent ein falsches Bild", erläutert Frank Horst, Leiter des Forschungsbereiches "Inventurdifferenzen/Sicherheit" beim EHI. "Der Schein geringer Kriminalität trügt, Entwarnung ist nicht angebracht." Ertappt würden nur weniger als 2 Prozent der Ladendiebe. Daraus ergebe sich eine hohe Dunkelziffer von gut 98 Prozent – das entspricht rund 30 Millionen Delikten jährlich mit einem durchschnittlichen Wert von 70 Euro, die nicht entdeckt und angezeigt werden.

Die Einschätzung der Handelsunternehmen zeichne aber ein anderes Bild: Es sind offenbar vor allem Täter mit "professionellem" Hintergrund oder Personen, die ihren Lebensunterhalt durch Straftaten bestreiten, die die großen Schäden im Handel verursachen. Ein Indiz dafür sieht der EHI-Forscher darin, dass die angezeigten einfachen Ladendiebstähle kontinuierlich zurückgehen und sich die angezeigten schweren Ladendiebstähle in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt haben.

Parfüm wird häufig geklaut

Zu den am häufigsten geklauten Artikeln gehören im Lebensmittelhandel nach wie vor kleine, teure Waren wie Parfüm und Kosmetik, Rasierklingen, Spirituosen sowie Tabakwaren. Im Bekleidungshandel werden vor allem hochwertige Marken bevorzugt, aber auch modische Artikel und Accessoires wie Brillen, Tücher und Modeschmuck werden demzufolge oft nicht bezahlt. Speichermedien, Konsolenspiele, Smartphones und LED-Leuchtmittel gehören zu den "Klaurennern" im Elektronikhandel.

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Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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