Seit geraumer Zeit hat das Bundeskartellamt den Lebensmittelhandel im Blick. Verkrustung statt Wettbewerb regiere, hatte Präsident Mundt einst beklagt. Nun verschickte seine Behörde Bußgeldbescheide.
Es gehe in dem seit Anfang 2010 laufenden Verfahren unter anderem um mögliche Absprachen von Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Metro mit Markenherstellern in den Sparten Süßwaren, Kaffee, Tiernahrung und Bier über die Endverkaufspreise in den Läden.
Verdächtigte Unternehmen schweigen
Edeka, Rewe, Aldi Süd und die Metro lehnten auf Nachfrage der dpa eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Lidl erklärte, dem Unternehmen liege kein Bußgeldbescheid vor.
Das Kartellamt hatte in dem Fall bereits 2010 umfangreiche Durchsuchungen bei Händlern und Herstellern durchgeführt. Der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, sagte im Herbst vergangenen Jahres der "Lebensmittel Zeitung", es gehe "um glasklare Kartellverstöße, um verbotenen Absprachen". Vor längerer Zeit hatte Mundt von "Verkrustung" und "Vermachtung" im Lebensmitteleinzelhandel gesprochen.
