Die Strategie von Supermärkten ist nicht neu. Lidl macht sie offiziell: Austräger von Werbezetteln sollen von Empfängern der Wurfsendungen überwacht werden.
Lidl hatte die Briefe den Angaben zufolge Ende Januar an 1.500 Privathaushalte geschickt. In dem Schreiben hieß es: "Falls Sie uns dabei unterstützen möchten, haben Sie ab sofort die Möglichkeit, uns einmal pro Woche darüber zu informieren, ob Sie den Werbeprospekt erhalten haben oder nicht."
Warengutschein als Belohung
Kontrolliert werden soll, ob die Prospekte mit neuen Sonderangeboten auch tatsächlich bis Sonntagabend in den Briefkästen der Verbraucher landen. Als Belohnung gibt es einen Warengutschein.
Nach dem Bericht des Magazins könne die Kontrolleure ihre Beobachtung entweder über eine kostenlose Telefonnummer an Lidl melden oder eine E-Mail schreiben. Für diesen Fall hat Lidl sogar eine eigene Internetseite eingerichtet. Wer innerhalb von 14 Wochen zehnmal seine Beobachtungen mitteilt, erhält einen Lidl-Warengutschein in Höhe von sechs Euro. Wie viele Empfänger des Briefes bereit waren, sich als Kontrolleur registrieren zu lassen, wollte Lidl nicht verraten.
Kunden kritisieren Lidl
Dass das Image des Discounters wegen der Mitarbeiterbespitzelung angekratzt ist, beweist eine aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts Grass Roots (Köln). Etwa 57 Prozent der Befragten halten Lidl für einen "schlechten" bis "inakzeptablen" Arbeitgeber.
Trotzdem gehen die meisten Verbraucher weiterhin dort einkaufen: Gut die Hälfte der 2.400 befragten Personen gab an, zweimal monatlich beim Discounter einzukaufen.
