M-Commerce: Zwischen Nutzen und Prestige

M-Commerce: Zwischen Nutzen und Prestige

Bei der mobilen geschäftlichen Kommunikation dominiert immer noch die Sprachübertragung. Top Manager werden zuweilen aus Prestigegründen mit mobilen Endgeräten ausgerüstet. Das fanden die Berater von Cap Gemini Ernst & Young heraus.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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WAP-fähige Mobiltelefone stehen bislang meist nur hochrangigen Managern zur Verfügung. Insgesamt besitzt nur einer von 24 Angestellten ein derartiges Gerät. Darüber hinaus nutzen weniger als die Hälfte (42%) der Unternehmen, denen WAP-Funktionen zur Verfügung stehen, diese für spezifische Datenanwendungen. WAP wird vor allem für grundlegende Anwendungen wie Nachrichtenübertragung, Terminplanabstimmung oder den Zugriff auf das Intranet genutzt. Anwendungen wie Fernwartung, Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP) oder Flottenverwaltung sind nur in wenigen Unternehmen implementiert.

"Die Diskrepanz zwischen dem Vorhandensein von WAP-Handys und der relativ geringen Nutzung der Fähigkeiten der Geräte lässt sich wohl damit erklären, dass gerade das Top Management weniger aus geschäftlichen als aus Prestigegründen mit diesen Geräten ausgestattet wird", kommentiert Michael Schwalbach, zuständig für die strategische Mobile Internet-Beratung innerhalb der Telco und Medien Einheit bei Cap Gemini Ernst & Young.

In der Umsetzung von mobilen Geschäftsprozessen zeigt sich in Europa ein unterschiedliches Bild. Während 48% der deutschen Unternehmen entsprechende Dienste ermöglichen, hinken die südeuropäischen Länder Spanien, Italien, Griechenland und Portugal mit nur 20% deutlich hinterher. Europaweit sind es 34%, die mobile Internetlösungen anbieten, 13% planen derartige Angebote und für 53% der Unternehmen ist dies derzeit kein Thema. Von der Implementierung mobiler Internetlösungen versprechen sich die Firmen vor allem eine Vereinfachung und Beschleunigung des Informationsaustausches, meist über Messaging-Dienste basierend auf SMS. Rund ein Viertel bietet jedoch schon erheblich komplexere Anwendungen im Rahmen von CRM, E-Procurement, Marktplätzen oder Zulieferketten an.

Den Erwartungen der Unternehmen stehen auch eine Reihe von Bedenken gegenüber. Diese betreffen vor allem die Gerätetypen, die Datenübertragungsraten, die Tarifgestaltung und Kosten sowie Sicherheit. Bei den Geräten werden Laptop-Rechner als die am besten geeigneten Terminals betrachtet (25% aller Befragten und 37% der Unternehmen mit mobilen Internetanwendungen), gefolgt von Handy-Ausrüstungen (12% und 16%) und PDAs (6% und 14%). De facto möchten Unternehmen nicht nur mit einem einzigen Gerätetyp arbeiten, sondern ihre Angestellten je nach Bedarf ausstatten können.

Für die im März 2001 durchgeführte Studie wurden 300 Unternehmensvertreter befragt. Die Umfrage basiert auf einer repräsentativen Zufallsstichprobe europäischer Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Berücksichtigt wurden Ländergrößen sowie die Zahl von Unternehmen in einzelnen Industriesektoren. (ST)


KONTAKT:

Cap Gemini Ernst & Young
Du Pont-Straße 4
61352 Bad Homburg
Internet: www.cgey.com

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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