Otto startet Mode-Magazin "MyLife"

Otto startet Mode-Magazin "MyLife"

MyLife nennt sich das neue Fashion-Magazin des Versenders Otto. Es unterscheidet sich kaum von der ganzen Riege der Lifestyle-Titel am Kiosk. Und das ist durchaus positiv gemeint. Produziert von der Burda Creative Group bietet sich auf rund 80 Seiten ein durchweg journalistisch aufgemachtes Heft. Es ist ein gelungener Wurf und hat mit Katalogen klassischer Prägung rein gar nichts mehr gemein. Das Magazin gibt es auch als App.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Produziert von der Burda Creative Group bietet sich auf rund 80 Seiten ein durchweg journalistisch aufgemachtes Heft.

Es ist ein gelungener Wurf und hat mit Katalogen klassischer Prägung rein gar nichts mehr gemein. Das Magazin gibt es auch als App.

Trend-Strecken mit Produktempfehlungen für Mann und Frau, wie man so aus anderen Magazinen ähnlich kennt, wechseln mit leicht wegzulesenden Lebenskolumnen, opulenten Bildstrecken und Home-Storys von Prominenten. Zum Start ist es Sylvie van der Vaart.

Die Magazin-Welt hat Otto damit nicht neu erfunden, aber das sollte man auch nicht erwarten. Stattdessen bietet der Versender ein Heft, das mit einem starken redaktionellen Teil nicht als platte Werbeplattform für das Otto-Sortiment daherhommt, sondern eher ein inspirierendes Blättervergnügen erzeugt und die Modewelt in Form von Geschichten und Geschichtchen rüberbringt.

"In unserem neuen Magazin machen wir unsere Mode- und Trendkompetenz erlebbar“, sagt Ralf Klein-Bölting, Direktor Strategie, Marketing und Werbung bei Otto und darf angesichts der gelungenen Aufmachung durchaus hoffen, dass der Mehrwert auch für eine emotionale Bindung an die Marke Otto sorgt.

Neben dem Printobjekt gibt es eine kostenlose MyLife-App für Smartphones und Tablets. Die App gefällt durch Social-Media-Features, zusätzliche Videos, Audiobeiträge und Bildergalerien zu Mode-Shootings und Co. Die abgebildeten Otto-Produkte sind mit Otto.de verlinkt. In der Printversion führt ein QR-Code die Leserinnen in den Onlineshop. Auf der Landingpage otto.de/mylife ist zusätzlich ein blätterbares PDF des Magazins im Vollscreenmodus verfügbar. Sogar den einen oder anderen Link in die Otto-fremde Welt (bspw. Fortnum & Mason) erlaubt sich Otto. Respekt.

Im Rahmen eines langfristig angelegten Tests sind zunächst sieben Ausgaben geplant. MyLife wird alle zwei Monate erscheinen. Rund 500.000 Leserinnen - ausgewählte Neu- und Stammkunden - bekommen das Heft.

Das klingt ein wenig nach der von Otto so gewohnten etwas konservativeren Herangehensweise.

Zum Vergleich: Online-Modehändler Conley’s startete sein Magazin sogar schon Mitte 2011 mit einer Druckauflage von 400.000 Exemplaren. Inzwischen gibt es das Magazin auch am Kiosk.

Zalando hat sein Magazin seit März 2012 auf eine Auflage auf 1,5 Millionen Exemplare erhöht.

Die erste Ausgabe des s.Oliver Fashion-Magazins erschien in einer Auflage von einer Million Exemplaren.

Ein direkter Vergleich offenbart da die einzige Krux all dieser Magazine. Sie unterscheiden sich nicht nur gar nicht von den etablierten Titel der Verlage, sie sind auch als Visitenkarte der Händler inhaltlich und optisch kaum auseinander zu halten. Die Markenwelt, die solche Blätter ja doch auch erzeugen sollen, sie wirkt ein wenig austauschbar.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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