
Massensterben im Möbelhandel? Warum die Rettung ganz einfach wäre
Horror für den Möbelmarkt. Laut einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts ECC droht im schlimmsten Falle jedem dritten der rund 30.000 deutschen Möbel- und Einrichtungsgeschäfte bis 2020 das Aus. Es ist selbst verschuldet.
Weit bis zur Todeszone ist es da nicht mehr. Es gilt, was der er Ex-IBM-Manager und Web-Vordenker Gunter Dueck für den Handel schon im Dezember vorrechnete:
"Irgendwann ist das Neue der „Pure Player“ bei zehn Prozent Markanteil. Zehn Prozent Digitalkameras, zehn Prozent Internetbanking, Smartphones mit Internetflatrate, eBooks, Internetversicherungen, Elektro-Autos, Einzelhandel und so weiter.
Dann stirbt das Alte! Zehn Prozent Neues killt neunzig Prozent Altes.
Simple Mathematik. Rechnen Sie mit: Wenn das Neue die zehn Prozent überschritten hat, wächst es ja meist noch immer recht stark. Nicht mehr hundert oder fünfzig Prozent, aber noch um mehr als zehn Prozent pro Jahr. Dann hat das Neue in den nächsten Jahren mehr als elf, zwölf, dreizehn Prozent Anteil. Also bleibt für das Alte in jedem Jahr ein Prozent weniger übrig: 90, 89, 88, 87…Da aber der ganze Markt heute kaum wächst, schrumpft das Alte jedes Jahr ein bisschen bzw. es wächst auf jeden Fall langsamer als die etwa heute üblichen zwei Prozent Lohnsteigerungen."
Es ist aber nicht allein der digitale Vorsprung der Pure Player, der den etablierten Anbietern rustikaler Schrankwände Probleme macht. Es sind vor allem die a) Kosten, b) fehlende exklusive Eigenmarken und dann c) natürlich doch das fehlende Wissen im Bereich Digitales, wie der Autor, Dozent und Berater Patrick Breitenbach in einem Beitrag klug analysiert.Chancenlos wäre der stationäre Handel aus seiner Sicht gleichwohl nicht, weil Haptik und digitale Convenience mit Blick auf Couch und Bett eigentlich unschlagbar wären.
Überleben werden in diesem Szenario also nur diejenigen Händler, die sich konsequent an Wünschen und Anforderungen der Konsumenten ausrichten. So informieren sich vier von zehn Konsumenten in einem Online-Shop, bevor sie Möbel oder Wohnaccessoires in einem stationären Geschäft kaufen. Händler sollten Konsumenten in ihrer kanalübergreifenden Customer Journey unterstützen und ihnen an jedem Touchpoint einen Mehrwert bieten. „Händler müssen da sein, wo ihre Kunden sind – nicht anders herum. Zukünftig wird es für Möbelhändler entscheidend sein, den Kunden auch am finalen Einsatzort der Einrichtungsgegenstände – nämlich zu Hause – zu inspirieren und zu informieren“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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