
Mehrwertsteuer-Debatte nervt Einzelhändler
Alle Jahre wieder: Die Bundesregierung sucht nach Einnahmequellen - und schon wird über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer debattiert. Das nervt die Handelsbranche.
Thomas RehmRedakteurDie Branche ist genervt und möchte nach der Erhöhung von 2007 nicht erneut zur Kasse gebeten werden. Denn eine Mehrwertsteuererhöhung würde wieder nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben werden können, so Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE).
"Erhöhung träfe Einzelhandel ins Mark"
Der Verband lehnt eine Erhöhung rundweg ab. HDE-Präsident Josef Sanktjohanser forderte in einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Bundesregierung auf, die Konjunkturerholung und die soziale Balance nicht durch eine Anhebung der Mehrwertsteuer zu gefährden.
Eine nochmalige Erhöhung der Mehrwertsteuer, sei es beim ermäßigtem oder beim regulären Satz, würde den Einzelhandel "ins Mark treffen", so Sanktjohanser. "Die letzte Anhebung um drei Prozentpunkte kostet den deutschen Einzelhandel bis heute Rendite", klagte der HDE-Präsident.
Der Einzelhandel stehe einer grundlegenden Reform des Katalogs der Waren und Dienstleistungen mit ermäßigter Mehrwertsteuer offen gegenüber, sagte Sanktjohanser. Doch die generelle Streichung des ermäßigten Satzes "würde vor allem Geringverdiener treffen, die den größten Teil ihres verfügbaren Einkommens für den täglichen Lebensunterhalt ausgeben", so der Präsident.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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