
Metro startet schwach ins Jahr
Der Düsseldorfer Handelsriese Metro muss an vielen Fronten kämpfen: Die Großmärkte leiden unter dem starken Euro. Ostern war spät. Und dann ist da noch der Krach mit Media-Saturn-Miteigentümer Kellerhals.
Björn BöerChefredakteurElektroniktöchter mit schwachem Jahresstart
Die Elektronikketten Media Markt und Saturn mussten in Deutschland zwischen Januar und Ende März einen Umsatzrückgang von 5,8 Prozent hinnehmen. Die Metro machte dafür die allgemeine Marktschwäche, fehlende Produktinnovationen und den starken Wettbewerb verantwortlich. Die ursprüngliche Erwartung, in diesem Jahr das Ergebnis der Sparte deutlich verbessern zu können, hat der Konzern inzwischen aufgeben. Dabei sollte die Fußballweltmeisterschaft die Umsätze eigentlich beflügeln. Das Online-Geschäft der Elektronikketten wächst zwar inzwischen kräftig, macht aber immer noch weniger als 7 Prozent des Umsatzes aus.
Doch Probleme bereitet Media-Saturn nicht nur die Kaufzurückhaltung der Kunden, sondern auch der eskalierende Streit zwischen dem Minderheitseigentümer Erich Kellerhals und dem Mehrheitseigentümer Metro, der in dieser Woche zum Rücktritt von Media-Saturn-Chef Horst Norberg führte. Konzernchef Olaf Koch betonte, mit der Entsendung des Metro-Vorstands Pieter Haas in die Geschäftsführung von Media-Saturn habe der Konzern inzwischen sichergestellt, dass kein Führungsvakuum entstehe. Er warnte, die Metro werde sich mit allen Mitteln dagegen wehren, dass der Umstrukturierungsprozess gestört werde.
Späte Osterfest belastet Real und Kaufhof
Die anderen Metro-Sparten - der Großhandel, die Real-Supermärkte und die Kaufhof-Warenhäuser - hatten Gegenwind durch das späte Osterfest. Koch sagte aber, im April habe der Konzern dafür von einem guten Ostergeschäft profitiert. Die Großhandelsparte Cash & Carry litt außerdem unter dem starken Euro.
Trotz der eher schwachen Zahlen sieht der Metro-Chef aber große Fortschritte bei der Neuausrichtung des Unternehmens. So gelinge es dem Konzern in vielen Ländern, Marktanteile zu gewinnen. Auch in Russland entwickle sich das Geschäft trotz der Krise weiter positiv. Das sehen viele Börsianer offenbar ähnlich. Die Metro-Aktie legte nach der Veröffentlichung der Zahlen kräftig zu und lag auch am Donnerstagmittag noch um gut 3,5 Prozent im Plus.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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