
Metro will einzelne Karstadthäuser kaufen
Der Verkauf der insolventen Warenhauskette Karstadt beginnt: Beim Insolvenzverwalter haben sich dreißig Bewerber gemeldet, das Interesse von Metro stößt aber auf große Skepsis.
Thomas RehmRedakteurInsolvenzverwalter: Bis zu 25.000 Jobs in Gefahr
Die Kaufhof-Mutter Metro sowie die Otto-Gruppe hatten schon früh Interesse an Teilen der Karstadt-Kette signalisiert. Weidmann, der Beauftragter des Arcandor-Insolvenzverwalters für Karstadt ist, rechnet mit Massenentlassungen, falls Metro den Zuschlag bekommen sollte.
Er rechnet mit dem Verlust von 20.000 bis 25.000 Arbeitsplätzen sowohl bei Karstadt als auch bei Kaufhof, da Metro voraussichtlich viele Doppelstandorte schließen würden, sagte Weidmann der "WirtschaftsWoche".
Metro-Chef: Karstadt als Ganzes hat keine Perspektive
Karstadt sei stabil, auch das Weihnachtsgeschäft laufe ordentlich. Eine Zerschlagung sei unnötig und unsinnig. Sollte es doch dazu kommen, geht Weidmann davon aus, dass nur 20 bis 30 Häuser einen Abnehmer finden.
Dagegen sagte Metro-Chef Eckhard Cordes der "Bild"- Zeitung (Montagausgabe), die Warenhauskette als Ganzes habe keine wirtschaftliche Zukunft: "Wir glauben nicht, dass es für Karstadt als Ganzes eine wirtschaftliche Perspektive gibt". Metro bleibe interessiert an einer "nennenswerten Anzahl von Häusern". Ein Angebot werde erst nach Bücher-Einsicht unterbreitet.
"Es geht nur im Paket"
Zunächst will Görg prüfen, wie viele der Interessenten wirklich ernst zu nehmen sind. Im Januar dürften diese in die Bücher schauen, schreibt "Der Spiegel".
Görgs Sprecher Thomas Schulz sagte, Ziel sei es, bis Anfang des zweiten Quartals 2010 zu einem Abschluss zu kommen. Der Verkauf einzelner Filialen sei kompliziert, riskant und damit nicht machbar. "Es geht nur im Paket", betonte Schulz.
Weitere Informationen zum Thema Karstadt
Klicken Sie hier für eine Reportage über mehr als 50 Karstadt-Filialen bundesweit.
Eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der ganzen Bundesrepublik finden Sie hier.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge