Mittelstand: Bei E-Business meist noch Fehlanzeige

Mittelstand: Bei E-Business meist noch Fehlanzeige

Dass sich in Deutschland die mittelständisch ausgerichteten Unternehmen mit E-Business mitunter noch etwas schwer tun, liegt nicht so sehr an den technologischen oder finanziellen Rahmenbedingungen, sondern vielmehr an den oft fehlenden, ganzheitlichen E-Business-Strategien. Das ergab eine Studie der Beratungsgruppe Plaut.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Für die Studie wurden 400 Unternehmen zum Thema E-Business befragt. In die Untersuchung einbezogen wurden mittelständische produzierende Industriebetriebe, von denen zwei Drittel einen Umsatz von über 250 Mio. DM tätigen und 90% über 400 Mitarbeiter beschäftigen. 72% der befragten Unternehmen sind global ausgerichtet, 19% sind zumindest europaweit tätig.

Für 90% der befragten Unternehmen - so die Studie -- habe E-Business eine große strategische Relevanz, wobei mehr als 40% den durchgehend digital gestützten Geschäftstätigkeiten eine "besonders hohe" Priorität einräumen. Die meisten würden sich davon Wettbewerbsvorteile und einen Ausbau der eigenen Marktposition (81%) versprechen. 72% seien davon überzeugt, dass sich mittels E-Business die Kundenorientierung erheblich verbessern lässt. Die größten Nutzungspotenziale jedoch versprechen sich die Unternehmen von einer Internet-gestützten Zusammenarbeit und Kommunikation mit Partnern (91%) sowie im Bereich E-Procurement (85%) - also dem Online-Einkauf - gesehen.

Obwohl die befragten Unternehmen bereits zu 97% mit einem eigenen Internet-Auftritt im Web vertreten sind, würden gehen die bislang eingeleiteten Maßnahmen selten über die Einrichtung einer eigenen Homepage hinausgehen. Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen schon über die neuen Kanäle vertreiben, hätten bislang kaum nennenswerte Umsätze erzielt. Der Optimismus in eine Besserung sei jedoch groß: Immerhin würden 40% der Unternehmen glauben, dass sich der Umsatzanteil aus dem Internet in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 10% des Gesamtumsatzes erhöhen werde. Vereinzelte Unternehmen wollen sogar bis zu 60% ihres bisherigen Gesamtumsatzes über virtuelle Vertriebskanäle generieren.

Den Unternehmen sei durchweg (93%) bewusst, dass sie das Nutzungspotenzial des E-Business noch lange nicht ausgeschöpft haben. Es bestehe eine hohe Investitionsbereitschaft in den Auf- und Ausbau von E-Business-Lösungen. So wollten etwa 83% in den kommenden fünf Jahren jährlich über 100.000 Mark in entsprechende Projekte investieren, wobei der Ausbau von B2B-Lösungen Vorrang hat.

Werner Stegmüller, Mitglied der Geschäftsleitung Plaut Deutschland und verantwortlich für die Mittelstandsberatung: "Auch wenn die meisten mittelständischen Unternehmen in Deutschland die strategische Relevanz von E-Business erkannt und erste Umsetzungsmaßnahmen bereits eingeleitet haben, gehen diese meist nicht über rudimentäre Einzellösungen hinaus." Für die Beratungsgruppe Plaut, die sich international zu den führenden Full Service Providern für Strategie-, Unternehmens- und IT-Consulting zählt, stehe die Integration der E-Business-Aktivitäten in die Gesamtstrategie des Unternehmens im Vordergrund. "Dabei gilt es", so Stegmüller, "die betriebswirtschaftlichen Erkenntnisse mit den technologischen Möglichkeiten durch die Integration der Back- und Front Office-Prozesse wirkungsvoll miteinander zu verbinden."

Die Studie "E-Business im Mittelstand" kann unter www.plaut.de angefordert werden. (RS)


FIRMENPROFIL:

Die Beratungsgruppe Plaut, die 1946 von Hans-Georg Plaut gegründet wurde, dessen Methode der Grenzplankosten- und Deckungsbeitragsrechnung zum Standardinstrument der Unternehmensführung geworden ist, hat ihre Kernkompetenzen auf die Bereiche Strategie-, Business- und IT-Consulting/Outsourcing ausgeweitet. Heute gehört die Beratungsgruppe Plaut mit einem Umsatz von rund 291 Mio. Euro in 2000 (i.Vj. 230 Mio. Euro), 35 Tochtergesellschaften in 18 Ländern und weltweit 2.000 Mitarbeitern als Full-Solution-Provider zu den führenden Consulting-Gesellschaften. Seit dem 9. November 1999 wird die Plaut Aktiengesellschaft, Salzburg, am Neuen Markt der Frankfurter Börse (PUT; WKN 918 703) notiert. Unter dem Dach der Beratungsgruppe Plaut Deutschland (Umsatz 1999: ca. 82 Mio. Euro) sind folgende Gesellschaften zusammengefasst: die Plaut Consulting GmbH (mit den branchenorientierten Industry Centers und den fachorientierten Competence Centers), die Plaut Systems & Solutions GmbH (mit den Bereichen Mittelstandsberatung, Systemhaus, IT Services, Management Training), die Plaut Strategy Consulting GmbH (mit dem Schwerpunkt Strategieberatung), die A Management Search GmbH (Personalberatung) sowie die OSS Consulting GmbH (Orgware, Software, Services in der Datenverarbeitung).


KONTAKT:

Beratungsgruppe Plaut Deutschland
Heinz-Peter Schneider
85737 Ismaning/München
Tel. 089/96280-126
Fax 089/96280-111
E-Mail: heinz.schneider@plaut.de
Internet: www.plaut.de

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.