Die schlechte Stimmung im Land teilt nun auch der Mittelstand offiziell. Die Unternehmen wollen weniger Mitarbeiter einstellen - und kritisieren die Steuerpolitik der Bundesregierung.
Kleine Firmen sollen Gewinne behalten dürfen
Besondere Sorgen machten sich die befragten Unternehmer beim Konjunkturklima. Dieses wird den Angaben zufolge mit 45,62 Punkten um 13 Punkte schlechter beurteilt als im Vorjahr. Dies zeige sich vor allem in den Branchen Einzelhandel und Handwerk. Sie bewerteten ihre Lage als "sehr schlecht". Negativ entwickle sich auch die Finanzierung im Mittelstand. Nach Entspannung im letzten Jahr litten insbesondere Kleinstunternehmen an einer "rigiden Finanzierungspolitik" der Banken.
Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven, fordert, dass kleinere und mittlere Betriebe einbehaltene Gewinne nicht mehr versteuern müssten. Das soll die die Liquidität und Investitionsmöglichkeiten der Firmen verbessern. "Das ist eine Steuerstundung und kein Steuergeschenk", sagte Ohoven.
Das Mittelstandsbarometer, für das über 2.400 Unternehmer befragt wurden, ist eine Kooperation der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Universität Marburg, der BDO Deutsche Warentreuhand AG und des BVMW.
