Alle Fragen geklärt? Story "auserzählt"? Nicht ganz. Deutschland holt zumindest beim mobilen Banking auf. Die globale Banken-Studie von Bain & Company kommt zu diesem Ergebnis.
„Der rasante Anstieg der Nutzerzahlen im Mobile-Banking zeigt die Dynamik der Entwicklung – im Vorjahr war Deutschland noch das Schlusslicht im weltweiten Vergleich“, erklärt Walter Sinn, Partner bei Bain & Company und Leiter der Banking-Praxisgruppe im deutschsprachigen Raum. „Die Kunden haben heute das Bedürfnis, zu jeder Zeit an jedem Ort mit jedem Gerät Bankgeschäfte zu erledigen. Dies ist eine der zentralen Herausforderungen der Digitalisierung.“
Dass Deutschland beim mobilen Banking im internationalen Vergleich mittlerweile nicht mehr das Schlusslicht stellt, sollte kaum verwundern: Jeder, der schon einmal mit seinem TAN-Generator vorm Bildschirm rumgefrickelt hat, bis der richtige Winkel für eine Übertragung gefunden wurde, jeder der das "Vergnügen" kennt, händisch seine IBAN von einem Überweisungsträger online einzutippen, wird das nachvollziehen können: Das ganze Online-Banking-System schreit geradezu danach, zukünftig per Smartphone, Barcode-Scan und QR-Codes abgewickelt werden zu können. Hier lockt tatsächlich ein echter Mehrwert für Verbraucher.
Wenn die Banken es also schaffen, Mobile Banking sicher, bequem und einheitlich zu gestalten, könnte das der Katalysator und Türöffner für weitere Offensiven Richtung "mobiles Bezahlen" sein. Der deutsche Verbraucher mag vielleicht ein eher digitalskeptisches Wesen sein, aber er ist auch ein eher rationaler Konsument: Wenn er erst einmal etwas für sich entdeckt hat, das ihm das Leben erleichtert, dann lässt er sich davon auch zukünftig gern vereinnahmen. Insofern stehen die Chancen nicht schlecht, dass die bald 20 Jahre alte (und entsprechend ausgenudelte) Debatte über "Sinn und Unsinn des Bezahlens per Handy/Smartphone in Deutschland" demnächst vielleicht doch noch einmal weitergeführt werden kann. Mit einem positiveren Spin als in der jüngeren Vergangenheit.
Grafik: Statista
Redakteur
Karsten Werner ist Logistiker, Projektmanager und Dozent für berufliche Weiterbildung. Er beobachtet seit 2000 die Entwicklungen im E-Commerce. Neben seiner Neugierde an Supply Chains und Best Practices im Onlinehandel, bildeten die Empfehlungssysteme im Web 2.0 später einen weiteren Interessensschwerpunkt. Derzeit liegt sein Themenfokus auf den Geschäftsmodellen und Strategien in den Märkten für digitale Güter. Er schreibt außerdem für Netzwertig.com und twittert unter @KarstenWerner.
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