Modehändler mit Umsatzplus wie nach Wiedervereinigung

Modehändler mit Umsatzplus wie nach Wiedervereinigung

Für die Modehändler lief 2010 so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Im laufenden Jahr erwartet der Branchenverband jedoch ein schwächeres Umsatzwachstum.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Nach ersten Hochrechnungen geht der Verband davon aus, dass der Handel seinen Umsatz im Durchschnitt um drei bis vier Prozent gesteigert hat. Das sei für die Textilbranche ein großer Erfolg, da die Vorlage aus dem Jahr 2009 vergleichsweise gut war. Laut Jost hat es einen vergleichbaren Umsatzzuwachs im Textilfachhandel zuletzt 1991 gegeben, also etwa ein Jahr nach der Wiedervereinigung.

Marktvolumen rund 57 Milliarden Euro

Insgesamt dürfte der Bekleidungsfachhandel 2010 damit nach ersten Schätzungen einen Umsatz von rund 29 Milliarden Euro erzielt haben. Hinzu kommen demnach noch fast 4 Milliarden Euro Umsatz des Fachhandels mit Heim- und Haustextilien sowie Meterwaren und Handarbeiten.

Gehe man davon aus, dass auch die Warenhäuser, die Versender und andere Vertriebswege 2010 ein ähnlich gutes Umsatzplus mit textilen Sortimenten erzielt haben, dürfte das Marktvolumen von Textilien und Bekleidung im Einzelhandel in Deutschland damit im letzten Jahr bei rund 57 Milliarden Euro gelegen haben.

"Das heißt aber nicht, dass im Modehandel jetzt märchenhafte Gewinne eingefahren werden. Es ist vielmehr so, dass wir endlich gegenüber anderen Branchen etwas aufholen", sagte der BTE-Präsident. Im Schnitt dürfte der Textilhandel bei der Umsatzrendite nach wie vor im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich liegen: "Von zweistelligen Renditen, wie sie einige vertikale Anbieter wie New Yorker, H&M und Zara erzielen, können mittelständische Fachhändler nur träumen."

Kleidung wird teuerer

Sorgen bereiten dem Textilhandel unterdessen die Liefersicherheit der Lieferanten und die Entwicklung der Beschaffungspreise, vor allem für Baumwolle.  Der BTE-Präsident rechnet damit, dass Textilien in Deutschland diesem Jahr knapper und teurer werden. Allerdings würden viele Kunden die Preissteigerungen gar nicht bemerken.

"Das liegt an den in unserer Branche üblichen Preisschwellen von beispielsweise 49 Euro, die es so auch weiter geben wird", erläuterte Jost. "Es wird auch in diesem Jahr ein Modell für 49 Euro geben, dafür wird dann aber vielleicht ein anderes Modell im Preis von 129 auf 139 Euro erhöht. Das nennt man dann Mischkalkulation."

Vor einer Woche hatten die Hersteller angekündigt, zum nächsten Winter Preiserhöhungen von bis zu drei Prozent an den Handel weiterzugeben.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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