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Aktuelle E-Commerce-News: Handelsumsätze, Online-Preise, Betrug, Coop, Lokavor, Flipkart, Etsy, Wehkamp, China, Autostore und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
1. Halbjahr 2023: Onlinehandel verliert 7,3 Prozent
Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen fürs erste Halbjahr veröffentlicht. Demnach legte der Einzelhandel zwar nominal um 3,6 Prozent zu. Real, also bereinigt um die Inflation, ging er jedoch um 4,5 Prozent zurück. Besonders erwischte es den Onlinehandel: Hier lag das Minus bei 2,6 Prozent nominal und 7,3 Prozent real.
„Paket weg? Paket beschädigt? Systemgestützte Nachforschung mit FIEGE.
Die Bearbeitung von Klärfällen impliziert für den Customer Service eine mühsame und lästige Auseinandersetzung mit den Carriern. Das bindet Zeit und Ressourcen. Viele Online-Akteure schreiben daher ca. 0,2 % ihres Online-Umsatzes einfach ab. Das muss nicht sein. Sparen Sie bares Geld.“ Mehr lesen
Preise im Online-Handel sinken wieder
Die sinkenden Inflationsraten machen sich im Online-Handel bemerkbar: Der Preis-Nachfrage-Index des Vergleichsportals Billiger.de ist im Juni wieder unter die 100-Prozent-Marke gefallen, wie Ibusiness.de meldet, exakt auf 98,98 Prozent. Ende 2022 lag er noch bei 100,38 Prozent. Allerdings sind die Preise trotzdem deutlich höher als vor einem Jahr (93,89 Prozent). Günstiger wurden alle Segmente außer Gesundheit und Lebensmittel.
Online-Betrug: Hohe Schäden, fast jeder betroffen
Rund 94 Prozent der deutschen Onlineshops sind schon einmal von Betrugsversuchen betroffen gewesen, zitiert Textilwirtschaft.de eine aktuelle Studie der Auskunftei Crif. In der Schweiz seien es 86, in Österreich 64 Prozent von insgesamt 230 befragten Shops. Die häufigste Masche ist Identitätsdiebstahl. Die meisten Einzelschäden liegen unter 5.000 Euro. Doch immerhin bei jedem fünften Händler summieren sich diese auf über 100.000 Euro im Jahr.
HANDEL INTERNATIONAL
Coop schickt Aktionen per Push-Nachricht auf die App
Eine neue Push-Option in der App des Schweizer Online-Supermarktes Coop.ch benachrichtigt Kunden, wenn Produkte in ihrer Einkaufsliste im Sonderangebot erhältlich sind, meldet Konsider.ch. Bestimmte Produkte, etwa Windeln, Waschmittel oder haltbare Lebensmittel, würden vor allem aufgrund von Rabatten gekauft, heißt es. Der personalisierte Newsfeed listet maximal 20 Artikel.
Umfrage: Was wünschen Sie sich für das Bezahlen der Zukunft?
Welche Wünsche haben Sie als Händlerin und Händler an das Bezahlen der Zukunft? Euro Kartensysteme hat dazu eine Umfrage aufgelegt. Nehmen auch Sie daran teil und beteiligen sich so an der Weiterentwicklung der girocard.
Schweizer Ex-Banker gründet Nahversorger-Plattform
„Lokavor“ nennt sich eine neue App für lokale Lebensmittelhändler in der Schweiz, die der ehemalige Chefökonom der Schweizer Raiffeisen Gruppe gemeinsam mit einem ehemaligen Studienkollegen ins Leben gerufen hat. Laut Handelszeitung.ch sollen sich hier lokale Händler, Produzenten, Metzger oder Bäcker für kleines Geld präsentieren und Kunden gleich vorbestellen können. Angepeilt würden 160.000 Anbieter – auch außerhalb der Schweiz. Eine Beta-Version auf Englisch und Serbokroatisch gebe es bereits.
Walmart kauft weitere Flipkart-Anteile
Der US-Handelsriese Walmart hat seine Beteiligung am indischen Onlinehändler Flipkart weiter aufgestockt. Für 1,4 Mrd. US-Dollar seien die restlichen verbliebenen Anteile des US-Hedgefonds Tiger Global übernommen worden, berichtet Reuters.com. Seit 2018 besitzt Walmart bereits 77 Prozent an Flipkart, das sich im Wettbewerb mit Amazon und Snapdeal zu einem der größten Online-Marktplätze des Landes entwickelt hat.
Etsy soll Geld von Verkäufern zurückhalten
Nach Einführung des neuen „Reserve Systems“ auf dem Online-Marktplatz Etsy hagelt es Kritik von Verkäufern. Hunderte kleine Händler hätten von Etsy die Nachricht erhalten, dass 75 Prozent ihrer Einnahmen erst nach 45 Tagen ausbezahlt würden, meldet BBC.com. So sollten „mögliche Rückforderungen“ abgesichert werden. Doch damit bringe die Plattform, die etwa von Modedesignern und Künstlern genutzt wird, viele Händler an den Rand des Ruins, zitiert die BBC mehrere Beispiele.
Wehkamp: Umsatz sinkt um neun Prozent
Die Wehkamp Retail Group, einer der größten Online-Einzelhändler der Niederlande, hat im vergangenen Geschäftsjahr (Ende März) 433 Millionen Euro umgesetzt. Das sind zwar neun Prozent weniger als 2021, aber elf Prozent mehr als 2019, wie Ecommercenews.eu meldet. Auch das laufende Jahr werde schwierig. Zuletzt hatte Wehkamp den Herren-Onlineshop Union River gelauncht, das Kindersegment um die Marke Cool Cat erweitert und das Fulfilment Center in Zwolle um knapp 30 Prozent vergrößert.
Welche Porto-Vorteile hat China im E-Commerce?
Seit About You-Chef Tarek Müller „hochsubventionierte Pakete aus China“ angeprangert hat, wird viel über den Porto-Nachteil heimischer Händler diskutiert, wie Textilwirtschaft.de berichtet. Laut Weltpostvertrag kosteten Pakete aus China weniger als von München nach Hamburg, so die Kritik. Laut DHL habe man aber bereits 2021 deutliche Steigerungen und eine Kostendeckung durchsetzen können. Ob es 2024 zu weiteren Erhöhungen komme, sei offen.
Autostore und Ocado legen Patentstreit bei
Die beiden Logistik-System-Anbieter Autostore und Ocado haben ihren international ausgefochtenen Patent-Streit beigelegt, meldet Lebensmittelzeitung.net. Alle Klagen seien zurückgezogen worden. Damit könnten Händler nun ohne rechtliche Bedenken in die Roboter-Technik der beiden E-Commerce-Ausrüster investieren. In dem seit Jahren schwelenden Streit soll der norwegische Ausrüster Autostore 200 Mill. Britische Pfund an den britischen Online-Supermarkt Ocado zahlen.
Diconium legt wieder in China los
Die Stuttgarter Digitalagentur Diconium hat ihr Geschäft in China – „nach der coronabedingten Zwangspause“, wie es heißt – wieder aufgenommen. Aufgebaut werden sollen ein 100-Mitarbeiter-Team in Peking sowie ein Partnernetzwerk. Diconium kommt nach eigenem Bekunden aus dem Commerce-Bereich und unterstützt zum Beispiel die Onlineshops von Coop und Trumpf, den Digitalvertrieb von Stihl oder die Markenplattform von Bechtle. Das Chinageschäft wird Philipp Reth leiten. Er kommt von Volkswagen Mobility, war davor bei Door2Door, Arriva und Deutscher Bahn und hatte den Carsharing-Dienst WeShare aufgebaut.
TRENDS & TECH
Klarna ändert Banking-Marke Kosma
Im April 2022 hatte der schwedische Buy-now-Pay-later-Anbieter Klarna Kosma gelauncht, eine Open-Banking-App, die Zugang zu 15.000 Banken in 24 Ländern verspricht und über die Klarna-Kunden einfachen Zugriff auf Kontodaten und weitere Informationen bekommen. Jetzt gibt es Änderungen im Auftritt: Der strategische Geschäftsbereich heißt nicht mehr "Klarna Kosma", berichtet Tech.eu. Dieser Name bleibe dem Kernprodukt Bankdatenaggregation vorbehalten, ergänzt Klarna. Der API-Service solle stattdessen unter der Dachmarke Klarna integriert werden, heißt es. Mit Kosma agiere Klarna in einem harten Wettbewerbsumfeld, etwa gegen Tink von Visa, Plaid oder TrueLayer.
Wie On-Demand-Manufacturing den Handel verändert
On-Demand-Manufacturing, die Produktion auf Basis einer konkreten Nachfrage, hat in die Textilherstellung Einzug gehalten. Alibaba, Shein oder JD.com feierten damit beeindruckende Erfolge, heißt es von der E-Commerce-Beratung Carpathia. Doch das Modell werde weitere Branchen verändern, ob durch 3D-Druck oder CNC-Fräsung – und damit auch die Beziehung zwischen Kunden und Anbietern. Etwa wenn es um individuelle oder individualisierbare Produkte gehe, die Kunden künftig direkt vom Hersteller statt vom Händler erhielten.
Wie Shopify Influencer-Marketing integriert
In den USA, Kanada und Großbritannien hat Shopify bereits das Collabs Network gelauncht, eine neue Schnittstelle zwischen Händlern und Influencern. In Europa stehe diese Erweiterung von Shopify Collabs kurz bevor, berichtet Business-on.de. Marken mit über 1.000 Followern sollen darüber einfach mit passenden Influencern in Kontakt treten und Umsatzbeteiligungen aushandeln können. Shopify hat bereits die meisten Social-Media-Ad-Netzwerke integriert und arbeitet nun verstärkt an der Integration von Influencer Marketing.
NACHHALTIGKEIT
Onlineshopper wollen nachhaltiger werden
Gefühlt hat man es schon hundert Mal gehört: Verbraucher wollen nachhaltiger einkaufen. Alibaba hat dazu nun eine weltweite Umfrage unter 14.000 Onlineshoppern vorgelegt, wie Ibusiness.de berichtet. Das Ergebnis: Gut jeder Zweite handelt nach eigenem Bekunden bereits nachhaltig, 73 Prozent wünschen sich mehr Information dazu. Als Hindernisse werden vor allem Bequemlichkeit (53 Prozent), fehlende Information (48 Prozent) und hohe Preise (45 Prozent) genannt. Entsprechend sollten Onlineshops nach Ansicht ihrer Kunden die Preise für nachhaltige Produkte senken (61 Prozent), Einwegplastik und Verpackungen reduzieren (55 Prozent) und das nachhaltige Angebot erweitern (47 Prozent).
Studie: Wenn Retouren kosten würden …
In kaum einem Onlineshop sind Retouren bislang kostenpflichtig. Aus gutem Grund: In einer Studie, über die Konsider.ch berichtet, skizziert das Linzer Institut für Handel, Absatz und Marketing ein Szenario: Ohne Gratisrücksendung würde gut jeder Zweite seine Ausgaben reduzieren. Bei flächendeckenden Rücksendekosten könnten „in einer ersten Schockwelle“ die Onlineumsätze um zehn Prozent einbrechen. Zudem würden Online-Kunden wieder stärker stationär einkaufen. Interessant: Fast zwei Drittel würden sorgfältiger bestellen, um eine Rücksendung zu vermeiden.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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