
Morning Briefing: Douglas, Weltbild + Westfalia, LV 1871, Euronics, Otto, Plancraft, Instant Payment, Plattformarbeiter, Griffin, Netzagentur, BVDW
Aktuelle E-Commerce-News zu Morning Briefing: Douglas, Weltbild + Westfalia, LV 1871, Euronics, Otto, Plancraft und weiteren Themen des Tages im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Douglas will ab 21. März an die Börse
Die Parfümeriekette Douglas will ab dem 21. März 32,7 Mio. neue Aktien an der Frankfurter Börse anbieten. Die Preisspanne liegt bei 26 bis 30 Euro, was einem Marktwert von 3,1 Mrd. Euro entspräche. Ziel sei es, so Sueddeutsche.de, einen Erlös von 907 Mio. Euro zu erzielen, um damit die Schuldenlast von mehr als drei Mrd. Euro abzubauen.
Weltbild rettet Westfalia
Der Technik-Versender Westfalia, der im November Insolvenz anmelden musste, wurde bereits zum 1. März von der Weltbild D2C Group übernommen, wie diese am Montag mitteilte. Die Marken Westfalia und Gartenmeister passen gut in das Portfolio neben den bestehenden Gruppengesellschaften Gärtner Pötschke, Weltbild und Orbisana. Der Internetauftritt von Westfalia bleibt erhalten und wird um Angebote der Schwestergesellschaften erweitert, die im Gegenzug Artikel aus dem Produktkatalog des Hagener Unternehmens listen.
Selbstständige verhalten optimistischer
Nach einem dramatischen Einbruch des Geschäftsklimas bei den Selbständigen im Januar, die über zunehmenden Auftragsmangel klagten, verbesserte sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar wieder auf minus 14,6 Punkte nach minus 22,6 Punkten im Januar – kein überwältigender Optimismus. Besonders positiv eingestellt sind die verschiednen Branchen der Berater, während die Stimmungsaufhellung im Einzelhandel verhalten ausfällt. Es ist daher davon auszugehen, dass viele Selbständige ihre Preise erhöhen müssen.
LV 1871 ist Digital Champion unter den Versicherern
In der Studie „Digital Champions 2024“ von Servicevalue und Deutschland Test wurde die Lebensversicherung von 1871 München mit der vollen Punktzahl von 100 als Sieger ausgezeichnet. Elf Unternehmen erreichten Werte von über 90 Punkten, darunter Debeka (98,9 Punkte), VHV (97,2), Versicherungskammer Bayern (VKB, 96,4), Arag (95,6), My Life Lebensversicherung AG (94,0), Rheinland Versicherungen (93,2) und Signal Iduna (91,6). Ausgewertet wurden 2,4 Mio. Nennungen zu rund 12.300 Unternehmen im Laufe des vergangenen Jahres, berichtet Versicherungsjournal.de.
Euronics will KI-Warenkorb-Empfehlungen und Bundle-Bestellungen ermöglichen
Der Elektrohändler-Verbund Euronics will seine Kundendaten stärker für den E-Commerce nutzen: Ein KI-Pilotprojekt, umgesetzt mit Neuropredictr, soll zu besserer Bestandsplanung, schnelleren Lagerumschlagsgeschwindigkeiten und Warenkorbempfehlungen führen. Dazu müssten aber noch mehr Daten harmonisiert werden, schreiben die Zeitschrift „CE-Markt“ (Heft 3/24) und Euronics selbst. Die Digitalstrategie sehe darüber hinaus Anpassungen im Online-Marktplatz vor, etwa die Möglichkeit von komplexen Bundle-Bestellungen. Zudem sollen Mitglieder in Zukunft stärker die Daten aus der App „Meine Euronics“ auswerten können, die ihre Kunden oder Region betreffen.
Generationenwechsel bei Otto im Frühjahr 2025
Laut Lebensmittelzeitung.net plant die Otto Group im Frühjahr kommenden Jahres eine Neuaufstellung der Führungsebene des Konzerns und damit auch einen Generationenwechsel. CEO wird dann Petra Scharner-Wolff, bisher Finanzvorstand; auf den frei werdenden Posten folgt ihr Katy Roewer, bisher im Vorstand für Otto.de. Der langjährige Geschäftsführer Alexander Birken wird zum 1. März 2023 Vorsitzender des Aufsichtsrats, und Benjamin Otto, Enkel des Firmengründers Werner Otto, wird Vorsitzender des Gesellschafterrats und des Stiftungsrats, der die Mehrheit der Anteile an der Otto Group hält.
Plancraft hilft dem Handwerk bei der Digitalisierung
Das Hamburger Start-up Plancraft hat eine cloudbasierte Softwarelösung für kleine und mittlere Handwerksbetriebe entwickelt und dafür in einer Pre-Seed- und einer Seed-Finanzierungsrunde rund 2,5 Mio. Euro eingesammelt. Laut Businessinsider.de digitalisiert Plancraft unter anderem das Erstellen von Aufmaßen, das Schreiben von Rechnungen und das Erstellen von Angeboten, wahlweise am Computer oder als App. Bisher nutzen 5.000 Handwerksbetriebe die Software und haben damit schon ein Bauvolumen von rund einer Mrd. Euro abgewickelt.
HANDEL INTERNATIONAL
Instant Payment: Was bringt es dem Handel?
Die Echtzeitüberweisung wird in der Breite kommen. Die Europäische Union will die bisher eher gemächliche Umsetzung der Idee per Verordnung beschleunigen. Was für den Handel dabei herausspringt, ist noch offen – die Anwendungen werden gerade entwickelt und diskutiert. Etailment- und Der-Handel-Redakteur Stefan Becker erklärt den aktuellen Stand der Dinge.
EU-Minister einigen sich auf Plattformarbeiter-Gesetzesrahmen
Unterhändler der EU-Staaten und Vertreter des EU-Parlaments haben sich auf einen neuen Entwurf der „Platform Work Directive“ geeinigt, um die Rechte von Plattformarbeitern – z.B Liefer- und Taxifahrern großer Online-Plattformen – zu stärken, berichtet Spiegel.de. Es ist der dritte Anlauf, nachdem zwei Kompromisse keine Mehrheit fanden, auch weil sich die Bundesregierung wegen Bedenken des Koalitionspartners FDP der Stimme enthielt.
50 Prozent der Lieferanten-Rechnungen werden verspätet gezahlt
85 Prozent der 11.353 internationalen Zulieferunternehmen blicken optimistisch ins kommende Jahr, in Deutschland sind es immerhin 65 Prozent. Das ist eines der Ergebnisse des „Supplier Survey 2023/24“ der SAP-Tochter Taulia. Die Hälfte der Befragten sorgt sich um die Inflation, 51 Prozent der befragten Unternehmen aus 132 Ländern berichten von verspäteten Zahlungen ihrer Kunden – in Deutschland ist die Lage es mit 45,7 Prozent Verspätungen nur wenig besser.
Konsumlaune der Schweizer verschlechtert sich
Die Verbraucherstimmung in der Schweiz hat sich im Februar weiter verschlechtert, berichtet Handelszeitung.ch. Der vom Staatssekretariat für Wirtschaft veröffentlichte Index sank auf minus 42 Punkte, ein Punkt weniger als im Januar und sieben Punkte weniger als im Februar 2023. Auch die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung trübten sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Punkte auf minus 32 Zähler ein. Größere Anschaffungen sind jedoch geplant, der entsprechende Wert verbesserte sich von minus 40 auf minus 31 Punkte.
Griffin erhält Banklizenz
Das britische Fintech-Start-up Griffin hat nach einem einjährigen Bewerbungsverfahren eine Lizenz erhalten und kann damit als voll funktionsfähige Bank starten, berichtet Techcrunch.com. Das Unternehmen, das sich in zwei Finanzierungsrunden bereits 52,1 Mio. Dollar Kapital gesichert hat, will seine Bankgeschäfte nicht direkt an Verbraucher richten, sondern an Unternehmen, die selbst Finanzlösungen wie Spar- und Sicherheitskonten sowie Konten zur Aufbewahrung von Kundengeldern anbieten möchten. Griffin offeriert diese Dienstleistungen über einen API-Zugang als Banking-as-a-Service-Lösung, ähnlich wie Solaris in Deutschland.
TRENDS & TECH
Netzagentur ordnet Internetversorgung an
Die Bundesnetzagentur hat erstmals das „Recht auf schnelles Internet“ durchgesetzt. Im Fall eines abgelegenen Haushalts in Niedersachsen hatte sich laut Zeit.de ein Verbraucher beschwert, dass er nur zu hohen Verbraucherpreisen einen Internetanschluss bekommen konnte. Die Netzagentur hat alle Telekommunikationsanbieter angefragt und sich, als niemand freiwillig handeln wollte, schließlich für die Verpflichtung eines Anbieters ihrer Wahl entschieden. Die Mindestversorgung beträgt laut Netzagentur 10 Megabit im Download und 1,7 Megabit im Upload zu einem Preis von 30 Euro im Monat.
Digitalisierung an den Schulen: Note 4
Nur ein Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder ist der Meinung, dass digitale Technologien in der Schule nichts zu suchen haben – 96 Prozent hingegen finden, dass sie Standard sein sollten, so eine Bitkom-Umfrage. Beim Grad der Digitalisierung vergeben 5 Prozent die Note Eins, 12 Prozent eine Zwei und 19 Prozent eine Drei. Ein Viertel würde eine Vier vergeben und 24 Prozent eine Fünf. 15 Prozent wählen die Note sechs. In der Summe ein knappes „Ausreichend“. Dabei wünscht sich die große Mehrheit der Eltern die Vermittlung digitaler Kompetenzen, 75 Prozent unterstützen gar die Idee, Informatik als Pflichtfach ab der fünften Klasse einzuführen.
NACHHALTIGKEIT
BVDW definiert nachhaltige digitale Werbung
Der Bundesverband Digitale Wirtschaft hat definiert, was Nachhaltigkeit für die digitale Werbung bedeutet. Es gehe darum, die negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zu verringern und dabei wirtschaftlich tragfähig zu bleiben. Darum gelte es sowohl die ökologische und soziale Säule der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen, als auch die ökonomische. Zusätzlich wird auch „Governance“, also das Management und die Führung eines Unternehmens berücksichtigt. Das Whitepaper umfasst vier Seiten und ist frei downloadbar.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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