
Amazon nimmt Cash, Delivery Hero vertagt Profit, Westwing, P7S1, Wayfair, VR
Liebe Leserin, lieber Leser, der erste Beauty-Laden von Zalando hat in den vergangenen Tagen reichlich Schlagzeilen gemacht. Womöglich aber aus den falschen Gründen. Denn dem Modehändler geht es nicht um den Einstieg ins stationäre Kosmetikgeschäft. Welche Ziele Zalando tatsächlich verfolgt, erzählt heute ungeschminkt etailment-Autor Steffen Gerth.
Amazon "Cash" kommt - nur wo?:
Amazon kann "Cash" nun auch in Deutschland. In den USA bietet der Online-Riese mit „Amazon Cash“ schon länger die Möglichkeit, in einem Laden Bargeld auf ein Amazon-Konto zu zahlen, um dieses Geld für den Online-Einkauf zu nutzen. Zielgruppe: Menschen ohne Kreditkarte und Kunden mit mangelndem Vertrauen in Amazon. Jetzt muss nur noch der Handel mitmachen. Die Übersicht aber zeigt: Da möchte kaum jemand derzeit mit Amazon ins Geschäft kommen und den Umsatz-Sherpa für den Online-Riesen machen.Delivery Hero liefert keinen Profit:
Ein Umsatzplus von 48 Prozent auf 357 Millionen Euro ist noch die beste Nachricht, die Delivery Hero zu den Halbjahreszahlen zu bieten hat. Der Lieferservice zieht sich aus einer Reihe von Ländern zurück und verschiebt sein Ziel, noch in diesem Jahr Profit vorzuweisen. Gleichzeitig will man mehr Geld investieren. 80 Millionen Euro notiert das "Handelsblatt" skeptisch.Westwing konzentriert sich:
Auch Westwing will sich gesundschrumpfen. Der Online-Möbelhändler will sich auf den europäischen Markt konzentrieren. Dependancen wie in Brasilien und Russland sollen verkauft werden. Von Januar bis Juni steigerte das Start-up, das in elf europäischen Ländern aktiv ist, seinen Umsatz um mehr als ein Fünftel. Eine Kennzahl nannte der Börsenapirant mit fast einer Million Kunden nicht. Man sei auf Basis des Ebitda profitabel, heißt es aber. Im ersten Quartal hatte Westwing mit 1,2 Millionen Euro diese Gewinnschwelle zum zweiten Mal in Folge geknackt. 2017 schaffte das Wohnaccessoire-Start-up beim Umsatz ein Plus 6,2 Prozent auf 265,8 Millionen Euro.P7S1 profitiert vom E-Commerce:
Die ProSiebenSat1 Gruppe (P7S1) wächst im ersten Halbjahr im E-Commerce. Das 10-Prozent-Plus (bereinigt um Verkäufe) verdankt die Senderkette insbesondere dem Kosmetik-Händler Flaconi, dem Arzneimittel-Anbieter Windstar sowie Parship und Verivox. Details im pdf. Horizont fasst das klassische Geschäft zusammen.INTERNATIONAL
Wayfair eröffnet Store:
Online-Möbelhändler Wayfair eröffnet in den USA seinen ersten Laden. Der Shop soll vor allem auch überschüssige Lagerbestände und Retouren verkaufen.
Amazon patentiert Akzent-Übersetzer:
Amazon kommt dem Babelfisch, jenem Lebewesen aus dem Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams, das alle Sprachen übersetzen kann, ein Stückchen näher. Zumindest als Patent für ein Audiosystem, dass jeden Akzent des Sprechers in Echtzeit in den Akzent des Hörers übersetzen kann.TRENDS & FAKTEN
Live-Shopping mit VR:
Die Japaner sollen ab 2020 mit Virtual Reality einkaufen, verspricht das Start-up Team S. Das Unternehmen baut dazu ein System, dass dem Kunden statt Pixel-Landschaften Live-Bilder aus den Geschäften zeigt.Zahl des Tages:
1.000.000.000.000 Dollar, eine Billion Dollar ist Apple nun wert und ist damit das erste US-Unternehmen in der Geschichte, das diesen Börsenwert erreicht. Amazon dürfte das nächste Unternehmen werden.Start-up des Tages:
Jede Kundenanfrage oder -reklamation ist eine große Chance für Onlinehändler, sich als servicestarkes Unternehmen zu zeigen. Chatbots sind gut, haben aber ihre Limits. Solvemate hat eine Software entwickelt, die selbstlernend die Prozesse beschleunigt abwickelt.Beliebtester Beitrag am Vortag:
Guck mal, wer da spricht: Viele Konsumenten nutzen bereits Siri, Alexa & Co. Das aktuelle Consumer Barometer der KPMG zeigt, für welche Produkte und Situationen Voice Commerce aus Kundensicht auch im Einkaufskontext interessant ist.Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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