Anti-Fast-Fashion-Gesetz, Paketbranche, Digital Identity Wallet, Shein, Tiktok, Microsoft, EAAs zur Inklusion, Google, ChatGPT

Anti-Fast-Fashion-Gesetz, Paketbranche, Digital Identity Wallet, Shein, Tiktok, Microsoft, EAAs zur Inklusion, Google, ChatGPT

Aktuelle E-Commerce-News: Anti-Fast-Fashion-Gesetz, Paketbranche, Digital Identity Wallet, Shein, Tiktok, Microsoft und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Handelsverbände fordern Anti-Fast-Fashion-Gesetz
Deutsche Handelsverbände drängen auf ein Anti-Fast-Fashion-Gesetz nach französischem Vorbild, berichtet Fashionunited.de. Der HDE und der BTE Handelsverband Textil sähen in Frankreichs geplantem Regelwerk eine Blaupause gegen unfaire Konkurrenz durch asiatische Plattformen wie Shein. Das französische Gesetz sehe Strafzahlungen, schärfere Plattform-Auflagen und eine Abgabe von zwei bis vier Euro auf EU-externe Kleinsendungen vor. BTE-Präsident Mark Rauschen fordere außerdem verpflichtende Paketanmeldungen.

Paketbranche: B2C boomt, B2B schwächelt
Die deutsche Paketbranche erreichte 2024 laut Onlinehaendler-News.de ein Rekordvolumen von 4,29 Mrd. Sendungen bei einem Umsatz von 27,6 Mrd. Euro. Der Online-Handel treibe dieses Wachstum von 2,8 Prozent maßgeblich an; B2C-Sendungen legten um 5,5 Prozent zu und machten bereits 60 Prozent aller Pakete aus. Das B2B-Geschäft hingegen schrumpfte aufgrund der schwachen Binnenkonjunktur um 1,6 Prozent. Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik prognostiziere bis 2030 einen Anstieg auf 5,19 Mrd. Sendungen.

HDE begrüßt staatliche Smartphone-Identität für Online-Handel
Der Handelsverband Deutschland begrüßt laut Pressemitteilung die für Anfang 2027 geplante Einführung der EU Digital Identity Wallet. Die staatlich zertifizierte Smartphone-App solle europaweite Identifizierung und Altersverifikation ermöglichen sowie das Verbrauchervertrauen in digitale Identitäten stärken. Kaufverträge ließen sich dadurch rechtssicher abschließen, während Identitätsmissbrauch erschwert werde. Der Verband fordert einen offenen Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft für eine praxisnahe Umsetzung. Die digitale Brieftasche könne Europas digitale Souveränität vorantreiben und den Online-Handel sicherer gestalten.


HANDEL INTERNATIONAL

Chinesische Plattformen erobern Schweizer Online-Handel
Carpathia.ch hat sein Umsatzranking der größten Online-Shops der Schweiz für 2024 veröffentlicht. Zalando.ch halte mit 1,7 Mrd. Franken die Spitzenposition, während Galaxus.ch mit 1,65 Mrd. Franken immer näher heranrücke und 2025 wohl übernehmen werde. Der chinesische Marktplatz Temu verdoppelte seinen Umsatz auf 700 Mio. Franken und gehöre damit zu den Wachstumsgewinnern. Preisfokussierte Anbieter wie Temu und Shein hätten etablierten Online-Fashion-Händlern geschätzte 560 Mio. Franken Umsatz entzogen. Im B2B-Bereich führe Mercanto.ch mit 662 Mio. Franken, jedoch hätten acht von 15 Shops in diesem Marktsegment Umsätze verloren.

Wochenlange Rabattschlacht ermüdet chinesische Verbraucher
Chinas größtes Mittsommer-Shoppingfestival „618“ endete nach über einem Monat ohne nennenswerte Begeisterung, berichtet Timeslive.co.za. Das ursprünglich eintägige JD.com-Gründungsfest verliere durch ständige Rabatte und ausgedehnte Verkaufszeiträume immer mehr an Strahlkraft. Verbraucher zeigten sich zurückhaltend angesichts von Jobsorgen und der Immobilienkrise. Während JD.com über 2,2 Mrd. Bestellungen und doppelte Nutzerzahlen melde, verzeichneten die Gesamtumsätze 2024 erstmals einen Rückgang um sieben Prozent.

UK: Zollagentur verklagt Shein auf 5,8 Mio. Pfund
Der chinesische Ultra-Fast-Fashion-Riese Shein steht wegen manipulierter Zollerklärungen zur Mehrwertsteuerhinterziehung vor dem britischen High Court , meldet Fashionunited.de. Die Zoll-Abwicklungs-Agentur „Orange Transgroup“ fordere 5,8 Mio. Pfund Schadensersatz und behaupte, unter Druck gesetzt worden zu sein. Shein weise die Vorwürfe als unbegründet zurück. Der Hintergrund seien – ähnlich wie auch in den USA und der EU – die Ausnutzung bislang üblicher Zollbefreiungen für niedrigwertige Sendungen.

Tiktok Shop verspricht Cashback bei Preisunterbietung
Tiktok Shop führt eine Niedrigpreisgarantie mit Cashback-Programm ein, meldet Retaildive.com. Während der sogenannte „Deals for You Days“ vom 7. bis 19. Juli würden Kunden bei Preisunterbietung durch die Konkurrenz eine Rückerstattung erhalten. Die Plattform locke mit Rabatten bis zu 50 Prozent auf alle Kategorien. Tiktok Shop dominiere in den USA weiterhin das Live-Shopping vor etablierten Anbietern wie QVC oder HSN, in Deutschland probieren sich bereits Lidl und Kaufland auf der Plattform aus.

Microsoft streicht über 1.000 Vertriebsjobs für den KI-Ausbau
Microsoft plane den Abbau von über 1.000 Stellen, vorwiegend im Vertrieb, berichtet Manager-Magazin.de. Der Technologiekonzern wolle seine Belegschaft neu ausrichten, um verstärkt in Künstliche Intelligenz zu investieren. Bereits im Mai habe das Unternehmen 6.000 Arbeitsplätze gestrichen. Für das laufende Geschäftsjahr seien Investitionen von 80 Mrd. Dollar vorgesehen, wobei der Großteil dem Ausbau der Rechenzentren diene. Die Entlassungen sollen Anfang Juli bekannt gegeben werden.

Meituan verteidigt 70-Prozent-Marktführerschaft in China
Meituan behauptet mit täglich 90 Mio. Bestellungen seine 70-prozentige Marktführerschaft im chinesischen Food-Delivery-Geschäft, berichtet Scmp.com. Der Delivery-Riese stehe trotz verschärfter Konkurrenz besser als die Konkurrenz da: JD.com erreiche 25 Mio. tägliche Bestellungen seit seinem Februar-Start, Alibabas Kombination aus Ele.me und Taobao Instant Commerce komme auf 40 Mio. Bestellungen. Meituan expandiere parallel global mit seiner Keeta-Marke – in Hongkong komme man bereits auf 44 Prozent Marktanteil, in Saudi-Arabien sei man gestartet, Brasilien folge bald.


Neue Kollegen per Inklusion
Wer Personal sucht, hat gute Chancen abseits der klassischen Wege. Sogenannte EAAs helfen Händlern, die Menschen mit Behinderung einstellen möchten. Wie das funktioniert und welche Zuschüsse auch Händler erhalten können, erläutert Etailment.de.

Unterhaltung mit der Google-Suche möglich
Google startet laut Itmagazine.ch in den USA die Beta-Version einer sprachbasierten Live-Suche. Nutzer könnten direkt per Sprachanfrage mit der KI Gemini interagieren, die ebenfalls gesprochen antworte. Dialoge durch Nachfragen seien möglich, während eingeblendete Links die Quellen transparent machten. Unterhaltungen ließen sich als Transkript speichern. Eine speziell angepasste Gemini-Version sorge für breit gefächerte Antworten und integriere sich nahtlos in die gewohnte Google-Suche.

ChatGPT erreicht nur 0,25 Prozent des Suchmarkts
Google Search verarbeitet 373-mal mehr Suchanfragen als ChatGPT, wie Searchengineland.com berichtet. Google habe 2024 über fünf Bio. Suchen bewältigt und damit einen Marktanteil von 93,57 Prozent gehalten, während ChatGPT lediglich 37,5 Mio. suchähnliche Prompts täglich verzeichne. Die Zahl der Google-Suchen sei sogar um 21,64 Prozent gestiegen. Trotz KI-Hype gebe es keine Belege für eine Massenabwanderung zu Chatbots – ChatGPT erreiche nur 0,25 Prozent Marktanteil.

Jeder Dritte scheut digitale Angebote wegen Datenschutzsorgen
38 Prozent der Deutschen haben Hemmungen beim Umgang mit digitalen Angeboten, ergab eine Umfrage des Bitkom im Auftrag der Initiative „Digital für alle“. Als Hauptgrund nannten drei Viertel Datenschutzsorgen – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Weitere Hindernisse seien die empfundene Komplexität der Technologien sowie mangelndes Vertrauen in die eigenen digitalen Fähigkeiten. Gleichzeitig bekunde jedoch die Mehrheit Aufgeschlossenheit gegenüber technologischen Neuerungen.

Teilen
David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.