
Black Friday, Lidl-App, Revolut, Tiktok Shop, Paypal, Wero, Spanien, ChatGPT, Buy-Now-Pay-Later, KI + Arbeitsmarkt
Aktuelle E-Commerce-News: Black Friday, Lidl-App, Revolut, Tiktok Shop, Paypal, Wero, Spanien, ChatGPT, Buy-Now-Pay-Later und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Webinar: Wie digitale Kassenbons die personalisierte Ansprache verbessern
Wie lässt sich der digitale Kassenbon gezielt zur personalisierten Kundenansprache im stationären Handel nutzen? Individuell zugeschnittene Werbung hat großen Einfluss auf Kaufentscheidungen. REMIRA zeigt, wie aus der Filiale heraus App-Downloads, Newsletter-Anmeldungen & Co. messbar gesteigert und mit Kampagnen verknüpft werden.
HANDEL NATIONAL
Black Friday: Rabatte auf Hochpreisiges gesucht
Vier von zehn Verbrauchern wollen am Black Friday gezielt hochpreisige Produkte kaufen; jeder Dritte plant, Weihnachtsgeschenke zu besorgen, so eine Umfrage von Shopfully. Elektronik führe die Wunschliste mit 70 Prozent an, gefolgt von Kleidung und Haushaltsgeräten. Mehr als die Hälfte budgetiere maximal 200 Euro und wolle Online-Shop sowie stationären Handel kombinieren. Allerdings planen 35 Prozent, gar nichts zu kaufen – oft aus Misstrauen gegenüber den Rabatten. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten motivierten 22 Prozent besonders zur Schnäppchenjagd, während 13 Prozent deswegen ihr Interesse verloren hätten.
Sind Daten Geld? BGH muss über Lidl-App entscheiden
Der Bundesgerichtshof muss klären, ob Lidl seine App als kostenlos bewerben darf, obwohl Nutzer mit Daten zahlen, berichtet Onlinehaendler-News.de. Das Oberlandesgericht Stuttgart hatte vor knapp zwei Wochen zugunsten des Discounters entschieden: „Preis“ meine einen zu zahlenden Geldbetrag, Verbraucher verstünden „kostenlos“ entsprechend. Der Verbraucherzentrale Bundesverband, der die Bezeichnung für irreführend halte, gehe nun in Revision. Die Richter hätten diese wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen – ein Pilotverfahren zur Frage, ob Daten ein Preis seien.
Revolut friert Krypto-Handel in Deutschland ein
Die britische Neobank Revolut hat ihre Krypto-Funktionen für deutsche Kunden drastisch beschnitten, berichtet T3N.de. Seit Ende September seien keine Käufe von Bitcoin und anderen Kryptowährungen mehr möglich, seit dem 6. Oktober entfielen zusätzlich die Verleih-Möglichkeiten (Staking) und die Belohnung für erreichte „Lernziele“. Auch der Versand von Krypto-Assets an andere Nutzer sei gestoppt worden. Verkauf und Auszahlungen funktionierten hingegen weiterhin. Grund sei die seit Jahresbeginn geltende EU-MiCA-Regulierung, für die Revolut die erforderliche Lizenz noch nicht erhalten habe.
Guenstiger.de warnt vor Tiktok Shop
Guenstiger.de warnt in einer Pressemitteilung vor Kostenfallen beim seit Ende März verfügbaren TikTok Shop. Die Plattform zeige nur einen Bruchteil der Marktangebote – beworbene Rabatte seien häufig anderswo günstiger. Statt nach Preis sortiere der Algorithmus nach Nutzungsverhalten, die Suche liefere oft irrelevante Treffer. Besonders heikel: Die „For You“-Page schüre gezielt Kaufdruck durch Dringlichkeitsbotschaften. Hinzu kämen Nutzerberichte über minderwertige Ware und komplizierte Reklamationen. Das Vergleichsportal rät preisbewussten Käufern zur Nutzung von Vergleichsportalen.
IT-Sicherheitsmarkt erreicht elf Milliarden
Die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland klettern dieses Jahr um 10,1 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro, teilt der Digitalverband Bitkom mit. Das Wachstum verteile sich auf Software und Cloud-Plattformen (plus 12,1 Prozent), Dienstleistungen (plus 9,7 Prozent) sowie Hardware (plus 1,4 Prozent). Der Anteil der IT-Sicherheit am Gesamt-IT-Budget habe sich seit 2022 von neun auf 18 Prozent verdoppelt. Allerdings wachse der weltweite Markt mit 11,2 Prozent Zuwachs noch schneller als der deutsche. Sechs von zehn Unternehmen fühlten sich durch Cyberangriffe existenziell bedroht, der jährliche Schaden belaufe sich auf 202,4 Mrd. Euro.
HANDEL INTERNATIONAL
USA: Paypal lockt Ratenkäufer mit Cashback-Aktion
Paypal belohnt Ratenkäufer in den USA bis Jahresende mit fünf Prozent Cashback, berichtet Retail-News.de. Die Aktion gelte sowohl online als auch im stationären Handel und richte sich besonders an jene 60 Prozent der Verbraucher, die unter finanziellem Druck in die Festzeit starten würden. Neu sei zudem die Möglichkeit, per App eine virtuelle Einmal-Kreditkarte zu beantragen und binnen 24 Stunden auch im Laden auf Raten zahlen zu können. Für Online-Händler verspreche das Programm höhere Konversionsraten und weniger Warenkorbabbrüche in der hart umkämpften Vorweihnachtszeit.
Die internationale Expansion mit Amazon Ads
Möchten Sie Möglichkeiten außerhalb Ihres Heimatlandes erkunden? Amazon Ads bietet Tools, die Unternehmen wie Ihrem dabei helfen, Kunden in verschiedenen Ländern zu erreichen. Mehr
Wero kommt noch diesen Herbst ins Netz
Der europäische Bezahldienst Wero wird noch im Herbst für Online-Einkäufe verfügbar sein, kündigte der bayerische Sparkassenverband laut Heise.de an. Der seit Sommer 2024 aktive Dienst zähle bereits 43 Mio. Nutzer in Deutschland, Frankreich und Belgien und funktioniere für mobile Zahlungen zwischen Privatpersonen ähnlich wie Paypal. Die Kosten lägen 75 bis 80 Prozent unter denen von Kreditkarten. Die Sparkassen appellierten an europäischen Patriotismus – Schlagworte seien „unabhängig und souverän“ angesichts der US-Dominanz im digitalen Zahlungsverkehr.
Spanien: E-Commerce wächst um 18,7 Prozent
Der spanische E-Commerce erreichte im ersten Quartal einen Umsatz von 21,8 Mrd. Euro – ein Anstieg um 18,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, berichtet Ecommercenews.eu. Das Transaktionsvolumen sei auf 474 Mio. Euro geklettert. Bemerkenswert: Zwei Drittel aller Transaktionen richteten sich ins Ausland, vornehmlich in die EU. Spanische Verbraucher importierten dabei deutlich mehr Waren, als das Land exportiere – ein Handelsbilanzdefizit von 11,2 Mrd. Euro. Der rein inländische Umsatz wuchs um 23,8 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro.
TRENDS & TECHNOLOGIE
ChatGPT wird zum Betriebssystem mit eigenem App Store
ChatGPT erhält Third-Party-Apps, die per Namensnennung im Chat aktiviert werden, berichtet Techradar.com. Nutzer könnten etwa Spotify-Playlists erstellen, Flüge buchen oder Flyer designen, ohne die Plattform zu verlassen. Sieben Apps von Booking.com, Canva, Expedia, Figma, Spotify und Zillow seien bereits verfügbar – vorerst aber nicht in der EU. Noch in diesem Jahr wolle man ein eigenes App-Verzeichnis mit Monetarisierungsoptionen einführen. ChatGPT-Chef Nick Turley kündigte an, die Plattform wolle sich binnen sechs Monaten vom nützlichen Tool zu einem vollwertigen Betriebssystem entwickeln.
Jeder zweite Online-Händler setzt bereits auf KI
Fast die Hälfte aller E-Commerce-Unternehmen integriert bereits künstliche Intelligenz in ihre Abläufe, zeigt der „E-Commerce Business Report“ von DHL. Bei B2B-Händlern liege die Quote sogar bei 61 Prozent, vorrangig für Personalisierung und Kundenservice. Social Commerce sei der zweite wichtige Trend: 87 Prozent der befragten 4.050 Unternehmen aus 19 Märkten seien auf Social Media vertreten, drei Viertel erwarteten wachsende Umsätze über Tiktok und Instagram. Nachhaltigkeit entwickle sich zur Strategie – 85 Prozent der Händler reduzierten Plastik, setzten auf Wiederverkauf oder etablierten Kreislaufwirtschaft.
Buy-Now-Pay-Later-Markt wächst auf 9,5 Mrd. Dollar
Der Markt für Buy-Now-Pay-Later-Lösungen im E-Commerce wächst dieses Jahr von 7,16 Mrd. auf 9,56 Mrd. Dollar, berichtet Researchandmarkets.com. Bis 2029 erwarte man 30,74 Mrd. Dollar bei einer jährlichen Wachstumsrate von 33,9 Prozent. Treiber seien zunehmende Händlerakzeptanz, steigende Online-Shopping-Nutzung und wachsende Nachfrage nach Kreditalternativen. Allerdings dämpften die US-Zölle die Prognose minimal, da Technologie-Lizenzen aus Schweden und Australien teurer würden.
Yale-Studie: KI vernichtet keine Jobs im großen Stil
Eine Yale-Studie gibt Entwarnung am Arbeitsmarkt, berichtet Searchenginejournal.com. 33 Monate nach Einführung von ChatGPT zeige sich keine erkennbare Disruption – trotz hoher KI-Nutzung etwa im Marketing. Die beruflichen Veränderungen verliefen nur einen Prozentpunkt schneller als bei der Internet-Einführung. Theoretische Risikoeinschätzungen, korrelierten nur schwach mit der tatsächlichen Nutzung, die stark auf Computer- und Kreativberufe konzentriert sei. Vorliegende Arbeitslosendaten wiesen keinerlei KI-bedingten Verschiebungen auf. Historisch benötige technologische Disruption Jahrzehnte, nicht Monate.
Google stellt Wählscheiben-Tastatur vor
Google Japan hat eine neue Tastatur vorgestellt, die – wie einst die Telefone – komplett über Wählscheiben gesteuert wird. Sogar die Eingabetaste muss „gedreht“ werden. Die im Video interviewten Mitarbeiter freuen sich über die Entschleunigung ihres Arbeitsalltags, die meditativen Wählgeräusche und die vielfältigen Möglichkeiten zur Konfiguration. Die augenzwinkernde Promo soll für die hauseigene Tastatur-App Gboard werben.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge