
Deutschlands Top-Ten, Cyberattacken, Arbeitsmarkt, DPP für Spielzeug, Paypal + Perplexity, HP, Italien + Meta, KI-Bedenken
Aktuelle E-Commerce-News: Deutschlands Top-Ten, Cyberattacken, Arbeitsmarkt, DPP für Spielzeug, Paypal + Perplexity, HP und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Top-Ten-Shops erwirtschaften 30 Mrd. Euro
Die zehn größten Online-Shops Deutschlands erzielten 2024 gemeinsam 30,3 Mrd. Euro Nettoumsatz, wie das Marktforschungsinstitut ECDB laut Handelsblatt.com ermittelte. Amazon dominiere mit 15,8 Mrd. Euro nicht nur das Ranking, sondern annähernd 60 Prozent des gesamten deutschen Online-Umsatzes. Otto folge mit vier Mrd. Euro auf Platz zwei, Zalando mit 2,62 Mrd. Euro auf drei. Mediamarkt (2,12 Mrd. Euro) und Ikea (1,43 Mrd. Euro) komplettierten die Top fünf, darauf folgten Apple, Lidl, Shop-Apotheke, Docmorris und H&M.
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So schützen sich Unternehmen vor den Folgen einer Cyberattacke
Cyberangriffe können sehr teuer werden. Spezielle Versicherungen übernehmen die Kosten für Ertragsausfälle, Haftpflicht, fachlichen Beistand, Krisen-PR und manchmal auch Lösegelder. Etailment.de gibt einen Überblick über Kosten und Leistungen. Zurzeit herrscht ein Käufermarkt.
Arbeitsmarkt schrumpft trotz Weihnachtsgeschäft
Das Ifo-Beschäftigungsbarometer fiel im November auf 92,5 Punkte. Die stotternde Konjunktur zwinge viele Unternehmen zum Stellenabbau, erkläre Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. Selbst Handelsunternehmen planten trotz des anstehenden Weihnachtsgeschäfts mit weniger Mitarbeitern. Auch Dienstleister agierten deutlich zurückhaltender – vor allem das Gastgewerbe wolle weitere Stellen streichen. Lediglich Rechtsberatungen und Steuerbüros schwämmen gegen den Strom und stellten kräftig ein.
Deutschland ist ein Sorgenkind der EU
Deutschland bleibt trotz Wirtschaftskrise größter Nettozahler der EU, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft laut Reuters.com zeigt. 2024 habe das Land 13,1 Mrd. Euro mehr eingezahlt als erhalten – deutlich weniger als 2022 mit 19,7 Mrd. Euro. Frankreich folge mit 4,8 Mrd. Euro, Italien mit 1,6 Mrd. Euro. Griechenland sei größter Empfänger mit 3,5 Mrd. Euro, während wachstumsstarke Länder wie Polen immer weniger Unterstützung erhielten. IW-Expertin Samina Sultan bezeichne Deutschland und Frankreich als „Sorgenkinder der EU“.
IWF fordert Reformen von Bundesregierung
Der Internationale Währungsfonds fordert Deutschland auf, seine aufgestockten Staatsausgaben mit wachstumsfördernden Reformen zu begleiten, berichtet Handelszeitung.ch. Die Lockerung der Schuldenregeln sei zwar richtungsweisend, müsse aber durch Innovationsförderung, Digitalisierung und Bürokratieabbau ergänzt werden, um langfristig tragfähige Wirtschaftsstrukturen zu schaffen. Der IWF prognostiziert für die deutsche Wirtschaft ein mageres Wachstum von 0,2 Prozent in diesem Jahr und 0,9 Prozent für 2026.
BLACK FRIDAY
USA: Gen Z liebt Black Friday, gibt aber weniger aus
Black Friday erfreut sich in den USA besonders bei Generation Z großer Beliebtheit, berichtet CNBC.com. 40 Prozent der Gen Z und 32 Prozent der Millennials planten ihre Weihnachtseinkäufe für morgen, während ältere Generationen erst kurz vor dem Fest zuschlagen. Gleichzeitig wolle Gen Z 23 Prozent weniger ausgeben als im Vorjahr – der schärfste Rückgang bei allen befragten Altersgruppen. Außerdem gaben 77 Prozent an, bevorzugt bei kleinen Händlern zu kaufen – aber nur bei gleichen Preisen.
Schweizer Händler setzen auf Black-Friday-Marathon
Schweizer Online-Händler streuen ihre Black-Friday-Aktivitäten zunehmend über mehrere Tage, wie eine Umfrage von Carpathia.ch zeigt. Drei Viertel der 31 befragten Unternehmen würden ihre Angebote mindestens eine Woche lang anbieten, nur die Hälfte sehe den Tag selbst noch als Umsatzspitze. Die Strategien blieben dabei konventionell: Statt gezielter Aktionen oder Loyalitätsprogramme setzten fast alle auf pauschale Prozentrabatte zwischen elf und 50 Prozent. Die Motivation sei vor allem pragmatisch – Umsatzschub vor Jahresende, Neukundengewinnung, Lagerabbau. Für 2025 zeigten sich die Teilnehmenden optimistisch, niemand erwarte schlechtere Ergebnisse als 2024.
Ihr Leitfaden für Amazon Ads während der Haupt-Shopping-Saison
Die Feiertags-Shopping-Saison rückt näher und Amazon Ads bietet Lösungen an, die dazu beitragen können, dass deutsche Unternehmen aller Größen zu diesen Haupt-Shopping-Zeiten Kunden erreichen. Shopping-Events in der Feiertagssaison wie Black Friday und Cyber Monday eröffnen Werbetreibenden wertvolle Chancen, Kunden zu erreichen, die aktiv einkaufen und bereit sind, neue Marken zu entdecken.
HANDEL INTERNATIONAL
Digitaler Produktpass wird Pflicht für jedes Spielzeug
Das EU-Parlament verabschiedete am Dienstag neue Sicherheitsregeln für Spielzeug, die in allen Mitgliedsstaaten unmittelbar gelten, berichtet Heise.de. Hersteller müssten künftig für jedes Produkt einen digitalen Produktpass erstellen, der zehn Jahre verfügbar bleibe und per QR-Code abrufbar sei. Auch Online-Marktplätze müssten Verkäufern ermöglichen, CE-Kennzeichnung und Pass-Link vor dem Kauf anzuzeigen. Spielzeug mit KI-Elementen falle außerdem unter den AI Act – vernetzte Produkte erforderten auch Prüfungen zum psychischen Wohlergehen von Kindern. Die Regelungen träfen die gesamte Lieferkette bis hin zu Fulfillment-Diensten – eine Reaktion darauf, dass Spielzeug 2024 nach Kosmetika die zweithäufigste Produktkategorie bei EU-Sicherheitsmeldungen darstellte.
KI-Shopping: Paypal auch in Perplexity integriert
Paypal integriert seine Zahlungsdienste auch in die KI-Plattform Perplexity, sodass US-Nutzer künftig ohne Umwege im Chat shoppen können, berichtet Retail-News.de. Die Funktion verwandle den Chatbot in einen Einkaufsberater, der durch Produktkataloge von Marken wie z. B. Abercrombie & Fitch oder Newegg navigieren und auch den Checkout abwickeln könne. Online-Händler würden aber weiterhin als Verkäufer auftreten, und könnten über die Schnittstellen „Store Sync“ und „Agent Ready“ ihre Kataloge einspielen.
HP streicht bis 2028 bis zu 6000 Stellen
HP streicht im Zuge seiner KI-Strategie bis Ende 2028 zwischen 4000 und 6000 Stellen, berichtet Businessinsider.de. Der PC- und Druckerhersteller verspricht sich davon Einsparungen von etwa 860 Mio. Euro, muss allerdings zunächst rund 560 Mio. Euro in die Umstrukturierung investieren. CEO Enrique Lores betone, man müsse Prozesse grundlegend neu denken, bevor KI ihre volle Wirkung entfalten könne. HP erwirtschaftete im vierten Quartal seines Geschäftsjahres einen Umsatz von 14,6 Mrd. Dollar – ein Plus von 4,2 Prozent.
Italien nimmt Meta wegen Whatsapp-KI ins Visier
Italiens Wettbewerbsbehörde AGCM hat ein Eilverfahren gegen Meta eröffnet, berichtet Handelszeitung.ch. Der Konzern stehe im Verdacht, durch die Integration seines KI-Assistenten in Whatsapp den Wettbewerb zu verzerren. Die seit Oktober geltenden neuen Geschäftsbedingungen für „Whatsapp Business“ sowie die Koppelung von Meta AI könnten anderen KI-Chatbot-Diensten den Marktzugang erschweren, so die Behörde. Besonders kritisch werde gesehen, dass Nutzer zwei KI-Anwendungen parallel installieren müssten, wenn sie Meta AI ablehnen wollen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Last-Mile-Lieferung: Mehr Unfälle, Verletzte und verschmutzte Luft
Der E-Commerce-Boom und die wachsende Zahl von Lieferdiensten sind in New York für eine deutliche Zunahme des Verkehrs, mehr Unfälle und Luftverschmutzung verantwortlich, berichtet Insurancejournal.com. In 78 Prozent der Gebiete rund um Last-Mile-Lager stiegen Unfälle mit Verletzten um durchschnittlich 16 Prozent, LKW-Unfälle um 146 Prozent. Die Verletzungsrate in den Lagern liege mit 8,3 pro 100 Mitarbeiter mehr als dreimal so hoch wie im US-Durchschnitt. Besonders betroffen seien Stadtteile mit hohem Anteil Schwarzer und Latino-Bewohner.
Künstliche Intelligenz optimiert Logistik in der Mode
Künstliche Intelligenz durchdringt die Lieferlogistik der Modebranche, berichtet Textilwirtschaft.de. Bei DHL koordiniere seit anderthalb Jahren der KI-Agent „Happy Robot“ Termine und Fahrereinsätze, Amazon nutze „Predictive Analytics“ für Bedarfsplanung und LKW-Auslastung. Otto.de erstelle mit „AI Forecasting“ 450-Tage-Bedarfsprognosen für Millionen von Artikeln. Die größte Hebelwirkung entfalte die Technik bei der Routenoptimierung, wo sie Kosten, Zeit und Emissionen reduziere. Auch bei der Retourenabwicklung komme KI zum Einsatz: Zalando ermittle optimale Standorte für Rückläufer, BLG bereite Millionen Textilien für den Wiederverkauf auf. Größte Hürden seien Datenqualität und fehlendes Know-how – 37 Prozent der Händler attestierten ihrer Belegschaft geringe Expertise.
Deutsche haben mehr Angst vor KI als Chinesen
In Deutschland lehnten 42 Prozent den wachsenden KI-Einsatz ab, nur 16 Prozent befürworteten ihn, zitiert Heise.de das „Trust Barometer“ von Edelman. Die USA und Großbritannien hätten sich mit 49 respektive 46 Prozent Ablehnung sogar noch zurückhaltender gezeigt. In China hingegen kehrten sich die Verhältnisse um: 54 Prozent würden einen verstärkten Einsatz befürworten, lediglich zehn Prozent ihn ablehnen. Die Akzeptanz würde allerdings auch in Deutschland auf 53 Prozent steigen, wenn Arbeitgeber KI nachweislich zur Produktivitätssteigerung statt zum Stellenabbau nutzen würden.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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