Digitalwirtschaft, Trade Republic, About You, Zalando + Klarna, Online-Apotheken, Tiktok, Microsoft, Boohoo, DSGVO, Poshmark + Loop

Digitalwirtschaft, Trade Republic, About You, Zalando + Klarna, Online-Apotheken, Tiktok, Microsoft, Boohoo, DSGVO, Poshmark + Loop

Aktuelle E-Commerce-News: Digitalwirtschaft, Trade Republic, About You, Zalando + Klarna, Online-Apotheken, Tiktok und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Digitalwirtschaft soll 4,6 Prozent wachsen
Die deutsche Digitalwirtschaft trotzt der drohenden Rezession und soll laut Bitkom in diesem Jahr um 4,6 Prozent auf über 232 Mrd. Euro Umsatz wachsen. Motor dieser Entwicklung seien die Geschäfte rund um KI-Plattformen (43 Prozent Wachstum) und Cloud-Dienste (17 Prozent). Im Laufe des Jahres könnten so 20.000 Arbeitsplätze entstehen und dann 1,37 Mio. Menschen in der ITK-Branche arbeiten. Der deutsche Anteil am weltweiten ITK-Markt beträgt 4,1 Prozent, Platz vier, wie Großbritannien. Auf dem Siegertreppchen stehen Japan (4,6 Prozent), China (11 Prozent) und die USA (38,8 Prozent).

Trade Republic verdoppelt seine Kundschaft
Die Berliner Neobank Trade Republic verzeichnet einen bemerkenswerten Erfolg: Die Kundenzahl hat sich 2024 auf acht Mio. verdoppelt, während das verwaltete Vermögen die Marke von 100 Mrd. Euro überschritt, wie Golem.de berichtet. Das neue kostenlose Girokonto mit Guthabenverzinsung und die Bezahlkarte erweisen sich als Wachstumstreiber. Die überwiegend junge Kundschaft – im Durchschnitt 30 Jahre alt – hält ein Fünftel des Vermögens auf Tagesgeldkonten und steckt den Rest vorwiegend in ETF-Sparpläne. Trotz geplanter Investitionen blickt das „signifikant profitable“ Unternehmen zuversichtlich in das kommende Jahr.

About You reduziert seine Verluste
Der Hamburger Modehändler About You wächst vor der erwarteten Übernahme durch Zalando weiterhin nur moderat: Im dritten Quartal 2024 wuchs der Umsatz um 1,3 Prozent auf 559 Mio. Euro, berichtet Manager-Magazin.de. Trotz roter Zahlen gibt es positive Signale – der Verlust schrumpfte von 10,4 auf 3,9 Mio. Euro.

Zalando bietet jetzt „Pay in 3“ von Klarna
Der europäische Online-Modehändler Zalando bietet ab sofort die Zahlungsoption „Pay in 3“ von Klarna in fünf weiteren Ländern an. Wie Klarna berichtet, können Kunden in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Polen und Dänemark jetzt ihre Einkäufe zinslos in drei Raten aufteilen.

Exporte wachsen überraschend um 2,1 Prozent
Ökonomen hatten nur mit 2,0 Prozent gerechnet, doch überraschend wuchsen die deutschen Exporte im November um 2,1 Prozent. Zeitgleich sanken die Importe um 3,3 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Wichtigster Kunde im Ausland bleibt die USA, die 14,5 Prozent mehr deutsche Waren bestellten; wichtigster Lieferant bleibt China, hier sanken die deutschen Bestellungen um 3,1 Prozent (13,4 Mrd. Euro). Unterm Strich ist das Ergebnis des Außenhandels plus 19,7 Mrd. Euro.


HANDEL INTERNATIONAL

96 Prozent der Online-Apotheken sind illegal
96 Prozent der weltweit 35.000 Online-Apotheken werden illegal betrieben, warnt der jüngste Bericht des US-Handelsbeauftragten laut Fastcompany.com. Fast jeder vierte US-Nutzer von Internetapotheken habe schon minderwertige oder gefälschte Medikamente erhalten, so die „Alliance for Safe Online Pharmacies“. Der Bericht zitiere neun Todesfälle durch ein kriminelles Netzwerk, das potenziell tödliche Opioide als gewöhnliche verschreibungspflichtige Medikamente verkauft habe. Auf der Liste der bedenklichen Online-Angebote befänden sich Avito, Indiamart, Shopee, Pinduoduo und Douyin Mall.

Anhörung vor dem Supreme Court: Tiktoks letzte Chance
Die heutige Anhörung vor dem Supreme Court ist Tiktoks vielleicht letzte Chance auf einen Fortbestand in den USA. Ohne eine Aussetzung des „Gesetzes zum Schutz der Amerikaner vor durch ausländische Gegner kontrollierte Anwendungen“ droht der Plattform am 19. Januar die Sperrung aus den App-Stores. Rechtsexperten gehen laut Theverge.com aber von einer Bestätigung des überparteilichen Gesetzes aus. Der designierte Präsident Trump signalisierte zwar Unterstützung und könnte nach Amtsantritt einen Verkauf vermitteln, doch der Mutterkonzern Bytedance zeigt bislang keinerlei Verkaufsbereitschaft.

Microsoft plant die nächste Runde Entlassungen
Microsoft plant laut Informationen von Business Insider eine neue Runde von Entlassungen, die vor allem leistungsschwächere Mitarbeiter betreffen soll, berichtet Financialexpress.com. Die Kündigungen sollen auch die wichtige Abteilung Security umfassen; genaue Zahlen der Betroffenen seien nicht bekannt. Microsoft neige dazu, frei werdende Stellen neu zu besetzen, so dass sich die Gesamtzahl der Mitarbeiter – derzeit rund 228.000 – wohl kaum verändern werde.

Boohoos Führung steht zu Gründer Kamani
Die Führung des Modehändlers Boohoo ruft seine Anteilseigner auf, bei der Hauptversammlung am 21. Januar gegen die Abberufung von Gründer Mahmud Kamani als Geschäftsführer zu stimmen, berichtet Fashionunited.de. Der unabhängige Ausschuss des Unternehmens bezeichnet Kamani als unverzichtbar für das Führungsteam. Die Frasers Group, die den Antrag stellte, hatte bereits im November nach schwachen Geschäftsergebnissen eine Umstrukturierung der Führungsspitze gefordert, konnte sich aber bislang nicht durchsetzen.

Whatnot mit fünf Mrd. Dollar bewertet
Die amerikanische Livestream-Shopping-Plattform Whatnot sichert sich laut Pressemitteilung 265 Mio. Dollar in einer Serie-E-Finanzierung und steigert ihre Bewertung auf knapp 5 Mrd. Dollar. Laut Whatnot setzen 66 Prozent ihrer Verkäufer monatlich über 10.000 Dollar um; jeder dritte Händler soll mehr als sechs Mitarbeiter beschäftigen. 2024 verkaufte Whatnot unter anderem Sneaker, Sammlerstücke, Handtaschen und Schallplatten im Wert von über 3 Mrd. Dollar.


Zwingende Abfrage der Anrede nicht DSGVO-konform
Da die DSGVO auch auf dem Grundsatz der Datenminimierung beruht, ist es beispielsweise beim Online-Kauf von Bahntickets unerheblich, ob der Besteller ein „Herr“ oder eine „Frau“ ist. So urteilte der Europäische Gerichtshof laut DW.com und gab damit dem Verein „Mousse“ Recht, der gegen die obligatorische Abfrage der Anrede durch die französische Bahngesellschaft SNCF geklagt hatte. Dieses Urteil gilt für alle Online-Shops in der EU: Betreiber sollten sich laut Eventfaq.de überlegen, ob sie die Anrede verpflichtend abfragen und diese entweder durch eine neutrale Formulierung ergänzen oder künftig auf freiwilliger Basis erheben. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Abfrage für den Vertragsabschluss unerlässlich ist, muss dies in der Datenschutzerklärung kommuniziert werden.

Shein, Temu und Aliexpress in den Top Ten der Schweiz
Die Top 3 der Online-Händler in der Schweiz sind Amazon (10,5 Prozent), Galaxus (9 Prozent) und Zalando (8,4 Prozent); die chinesischen Anbieter Temu (4,6 Prozent), Shein (1,7 Prozent) und Aliexpress (1,5 Prozent) folgen auf den Plätzen 4, 8 und 10. Dies sind laut Leaderdigital.ch die Ergebnisse einer Studie der Universität St. Gallen. Shopping hat als Grund für die Internetnutzung seit der letzten Studie im Pandemiejahr 2021 sogar noch an Bedeutung gewonnen, während Kommunikation, Nachrichten, Unterhaltung, Produktinformation und Weiterbildung nicht mehr so dringlich scheinen wie vor drei Jahren.


NACHHALTIGKEIT

Poshmark verkauft Loops verpasste Rückgaben
Der Resale-Marktplatz Poshmark und die Retouren-App Loop haben eine neuartige Partnerschaft für den US-Markt geschlossen, berichtet Fashionunited.com. Kundinnen und Kunden der mehr als 1.800 Shopify-Shops, die Loop nutzen, können nun Artikel, deren Rückgabefrist sie verschlafen haben, mit nur einem Klick direkt auf Poshmark verkaufen. Die Nachfrage nach derartigen Lösungen steigt: Allein zwischen dem 26. und 30. Dezember verzeichnete Poshmark fast 50 Prozent mehr Angebote mit dem Vermerk „missed return“ als im Vorjahr.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.