
DM + AWS, Deepseek, Recht auf Reparatur, Tiktok, Vietnam, Brasilien, Googles „Offerwall“, Meta, Subscription Commerce, Google
Aktuelle E-Commerce-News: DM + AWS, Deepseek, Recht auf Reparatur, Tiktok, Vietnam, Brasilien, Googles „Offerwall“, Meta und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Fließende Einkaufserlebnisse – Optimierte Omnichannel-Strategien schaffen Mehrwerte für Kunden und Unternehmen
Mit einer durchdachten Omnichannel-Strategie holen Sie Ihre Kunden dort ab, wo diese einkaufen. Die dafür essenzielle ganzheitliche Sicht auf den Kunden steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit und lässt Sie flexibel auf die Anforderungen und Chancen von heute und morgen reagieren. Lesen Sie hier, wie Sie nahtlose Shopping-Erlebnisse schaffen, die begeistern.
HANDEL NATIONAL
DM wandert in die Amazon-Cloud ab
DM hat seine IT-Hauptsysteme in die Amazon Web Services Cloud verlagert, berichtet die Lebensmittelzeitung.net. Das seit 2018 laufende Transformationsprojekt „Shift“ sei komplexer als frühere IT-Umstellungen gewesen, habe aber ohne nennenswerte Produktionsprobleme funktioniert. Der Drogeriemarktbetreiber verfolge eine Multi-Cloud-Strategie: Während AWS die Hauptsysteme beherberge, liefen Office 365 auf Microsoft Azure und Kundendaten auf der Google Cloud Platform. AWS bringe wertvolle Lieferketten-Expertise mit, die DM für Logistikprojekte nutzen wolle.
Deutschland will Deepseek aus App Stores verbannen
Deutschlands Datenschutzbeauftragte Meike Kamp fordert Apple und Google auf, die chinesische KI-App Deepseek aus ihren deutschen App Stores zu entfernen, berichtet Reuters.com. Deepseek übertrage illegal Nutzerdaten nach China und könne keinen EU-äquivalenten Datenschutz nachweisen. Chinesische Behörden hätten weitreichende Zugriffe auf persönliche Daten in ihrem Einflussbereich. Die App, die im Januar mit einem kostengünstigen KI-Modell für Aufsehen sorgte, stehe bereits in mehreren EU-Ländern unter Beobachtung: Italien blockierte sie bereits, die Niederlande verboten sie auf Regierungsgeräten.
Recht auf Reparatur: Händler warnen vor Preisanstieg
68 Prozent der Fachhändler erwarteten wegen des geplanten Rechts auf Reparaturen steigende Kosten durch teurere Ersatzteile und Personalaufwand, zitiert Tagesschau.de eine IFH-Studie. 62 Prozent der Händler befürchteten zudem Preisanstiege bei Neugeräten. Bereits heute seien 70 Prozent der Verbraucher Reparaturen zu teuer – akzeptiert würden maximal 22 Prozent des Kaufpreises. Trotz Kapazitätsproblemen sähen 80 Prozent der Händler aber auch neue Verkaufschancen durch verstärkte Kundenkontakte. Die EU-Richtlinie gilt seit einem Jahr und muss spätestens im Juli 2026 in deutsches Recht umgesetzt sein.
Handelsverband: Mindestlohn bedroht Arbeitsplätze
Der Handelsverband Deutschland warnt laut Pressemitteilung vor erheblichen Jobverlusten durch die geplante Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro ab 2026 und 14,60 Euro ab 2027. Die Steigerung um 13,9 Prozent treffe eine Branche, die sich seit sechs Jahren in der Rezession befinde. HDE-Präsident Alexander von Preen betonte, dass sich Jobs rechnen müssten und kritisierte die politische Einmischung scharf. Der Mindestlohn sei seit 2015 um 71,8 Prozent gestiegen und „fresse sich in Tarifstrukturen hinein“. Es drohten Preiserhöhungen und sinkende Wettbewerbsfähigkeit.
HANDEL INTERNATIONAL
Trump präsentiert Tiktok-Käufer in zwei Wochen
US-Präsident Trump hat nach eigenen Angaben Käufer für Tiktok in Amerika gefunden, wie Zeit.de berichtet. In etwa zwei Wochen wolle er die Identität der Investoren enthüllen, kündigte er gegenüber Fox News an. Bei den Käufern handle es sich um eine Gruppe „sehr wohlhabender Menschen“, die die chinesische Social-Media-Plattform übernehmen würden. Der Verkauf benötige voraussichtlich die Zustimmung Pekings, doch Chinas Präsident Xi Jinping werde „wahrscheinlich“ grünes Licht geben.
USA: KI als Wachstumsmotor für den Online-Handel
Künstliche Intelligenz wird dem schwächelnden US-E-Commerce neuen Schwung verleihen, prognostizieren Analysten von Bernstein laut Econotimes.com. Das Online-Wachstum halbierte sich zwischen 2022 und 2024 auf 8,5 Prozent jährlich und dürfte 2025 auf sieben Prozent sinken. KI-Shopping-Assistenten und visuelle Suchtechnologien könnten jedoch 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte zum Fünfjahres-Wachstum beisteuern. Bis 2030 soll der Online-Anteil am US-Einzelhandel von 16 auf 22 Prozent klettern. Profiteure blieben die Großen wie Amazon und Walmart sowie die Billigplattformen Shein und Temu, während spezialisierte Marktplätze wie Etsy, Wayfair oder Ebay hinterherhinken würden.
Vietnam erobert dritten Platz im südostasiatischen E-Commerce
Vietnams Online-Händler erzielten laut Vietnamnet.vn 2024 einen Umsatz von 16 Mrd. Dollar und katapultierten das Land auf Platz drei der südostasiatischen E-Commerce-Märkte. Die Gesamtregion verzeichne insgesamt 128,4 Mrd. Dollar Handelsvolumen – ein Sprung um zwölf Prozent. Täglich würden 43,6 Mio. Bestellungen abgewickelt, was amerikanische Dimensionen erreiche. Shopee beherrsche Vietnam mit 65 Prozent Marktanteil, während Tiktok Shop bereits 28 Prozent erreicht habe.
Brasilien macht Plattformen haftbar für Nutzerinhalte
Brasiliens Oberster Gerichtshof kippt laut Heise.de die bisherige Plattformhaftung und macht Betreiber direkt verantwortlich für Nutzerinhalte. Die Richter entschieden, dass Meta, Google, Microsoft und X künftig ohne vorherige Gerichtsbeschlüsse Hasskommentare oder antidemokratische Inhalte sofort löschen müssten. Bei Untätigkeit drohten empfindliche Bußgelder oder Dienstesperrungen. Hintergrund seien die Brasília-Unruhen von Bolsonaro-Anhängern 2023 und wachsende Sorgen um jugendgefährdende Inhalte. Die Entscheidung verschärfe bereits angespannte Beziehungen zur Trump-Regierung, die als Antwort mit Visabeschränkungen drohe.
Googles neue Paywall-Alternative verspricht neun Prozent Plus
Google führt im Ad Manager „Offerwall“ als flexible Monetarisierungslösung für Publisher ein, berichtet Onlinemarketing.de. Das Tool zeige Website-Besuchern personalisierte Popup-Nachrichten an, die verschiedene Zugangsoptionen böten – vom Ansehen einer Werbeanzeige über Umfragen bis hin zu 50-Cent-Tageszugängen. Publisher könnten diese Overlay-Fenster mit eigenem Logo und individuellen Texten gestalten sowie gezielt auf bestimmten Seiten ausspielen lassen. Die Lösung richte sich besonders an kleinere Anbieter, die ohne aufwendige Bezahlschranken zusätzliche Einnahmen generieren wollten. Die Webseitenbetreiber der Testphase hätten durchschnittlich neun Prozent Umsatzsteigerung erzielt.
Meta greift nach unveröffentlichten Smartphone-Bildern
Facebook möchte künftig auf private, unveröffentlichte Fotos seiner Nutzer zugreifen, berichtet Cybernews.com. Das soziale Netzwerk zeige bei der Story-Erstellung ein Pop-up, das um Erlaubnis für „Cloud-Processing“ bitte. Nutzer könnten dann Collagen, Zusammenfassungen oder KI-Umgestaltungen aus ihrer Kamerarolle generieren lassen. Die Medien würden kontinuierlich in Metas Cloud hochgeladen, wo KI Gesichter, Objekte und Aufnahmedaten analysiere. Meta versichere, die Bilder nicht für Werbezwecke zu nutzen oder derzeit für KI-Training einzusetzen. Anders als bei Google Photos bleiben Metas Nutzungsbedingungen jedoch vage . Das Feature werde momentan in den USA und Kanada getestet.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Subscription Commerce: Logistik wird zum Erfolgsfaktor
Im Online-Handel erlebt der Subscription Commerce (Handel auf Abonnement-Basis) einen Boom, birgt jedoch erhöhte Risiken für die Anbieter, berichtet Channelx.world. Das Abo-Modell bringe zwar wiederkehrende Einnahmen und wertvolle Kundendaten, stelle aber höchste Anforderungen an die Logistik. James Rigg, CEO von Trojan Electronics, betone, dass bereits ein einziger fehlerhafter Versand zur Kundenkündigung führen könne. Besonders bei personalisierten Produkten wie beispielsweise Babynahrung sei Präzision unabdingbar. Erfolgreiche Händler benötigten robuste Infrastrukturen und fortschrittliche Lagermanagementsysteme.
KI-Agenten-Sterben: Vier von zehn verschwinden bis 2027
Vier von zehn KI-Agenten werden bis 2027 eingestellt, prognostiziert das Marktforschungsunternehmen Gartner laut T3N.de. Steigende Kosten, fehlende Erträge und unzureichende Risikokontrolle würden die Tools zum Scheitern bringen. Nur 130 von über 1.000 verfügbaren KI-Agenten hielten ihre Versprechen ein, erkläre Gartner-Analystin Anushree Verma. Viele Projekte befänden sich noch in der Experimentphase und seien durch den momentanen Hype angetrieben – die Komplexität beim Hochskalieren allerdings werde unterschätzt.
NACHHALTIGKEIT
KI-Expansion treibt Googles CO2-Ausstoß auf Rekordhoch
Googles CO2-Emissionen stiegen im vergangenen Jahr um elf Prozent auf 11,5 Mio. Tonnen, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht 2025 laut Hyper.ai hervorgeht. Die tatsächlichen Gesamtemissionen lägen sogar bei 15,2 Mio. Tonnen – vergleichbar mit dem Ausstoß von fast 40 Gaskraftwerken jährlich. Seit 2019 hätten sich die Emissionen um 51 Prozent erhöht, was Googles Klimaziel einer Halbierung bis 2030 sehr in Frage stelle. Obwohl die Rechenzentren-Emissionen um zwölf Prozent sanken, treibe der wachsende Energiehunger der KI-Expansion die Bilanz nach oben. Google führe „externe Faktoren“ wie fehlende kohlenstofffreie Energielösungen als Hindernisse an.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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