E-Commerce plus vier Prozent, Exxpozed, Grillfürst, Delivery Hero, Nullwachstum, Rechnungskauf, KI + Markenidentität, Second-Hand

E-Commerce plus vier Prozent, Exxpozed, Grillfürst, Delivery Hero, Nullwachstum, Rechnungskauf, KI + Markenidentität, Second-Hand

Aktuelle E-Commerce-News: E-Commerce plus vier Prozent, Exxpozed, Grillfürst, Delivery Hero, Nullwachstum, Rechnungskauf und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

Webinar: Optimale Omnichannel-Prozesse
Fragmentierte Medienlandschaft, neue Technologien und immer heterogenere Systemlandschaften erhöhen die Komplexität im Einzelhandel. Systeme und Prozesse müssen nahtlos ineinandergreifen und in Echtzeit kommunizieren. Wie Händler diese Herausforderungen meistern und einen reibungslosen Omnichannel-Prozess schaffen, zeigt REMIRA im kostenfreien Webinar „Optimierung der Prozess- und Systemlandschaft im Omnichannel-Commerce“ am 23. Mai um 10 Uhr.

HANDEL NATIONAL

Marktplätze dominieren: Online-Handel wächst vier Prozent
Der Online-Handel kehrt mit einer prognostizierten Wachstumsrate von vier Prozent auf Erfolgskurs zurück, meldet der Handelsverband Deutschland. Die digitalen Warenströme würden besonders durch Lebensmittel und Drogeriewaren angeschoben, die in drei Jahren um mehr als acht beziehungsweise neun Prozent zugelegt hätten. Online-Marktplätze hätten inzwischen die Marktherrschaft mit 57 Prozent des Branchenumsatzes ausgeweitet, zeitgleich setzten fernöstliche Anbieter wie Temu und Shein den heimischen Handel unter Druck.

New people, new business: BRANDmate 2025
Die BRANDmate, das führende B2B-Networking-Event für Markenkoops, Licensing und Partnerships findet am 25. & 26.6. in der Zeche Zollverein in Essen statt. Starke Aussteller und ein sehenswertes Rahmenprogramm machen das Event zum Hotspot für Handel, IP-Owners & Hersteller. Ein Highlight ist der RetailDay in cooperation with Licensing International Germany & BRANDmate am 26.6., der sich an Händler richtet. Tickets und Infos

Exxpozed geht in Insolvenz
Der Online-Outdoor-Ausrüster Exxpozed hat Insolvenz angemeldet und sieht sich darüber hinaus auch Betrugsermittlungen ausgesetzt, berichtet Manager-Magazin.de. Extremkletterer und Gründer Andreas Bindhammer habe am 11. April das Verfahren eingeleitet, während zahlreiche Kunden immer noch auf Rückerstattungen oder bezahlte Waren warteten. Bei einer Razzia hätten Ermittler Buchungsunterlagen beschlagnahmt, zudem lägen 30 Strafanzeigen vor. Trotz über 700.000 Euro Fördergeldern und laufender Insolvenz verkaufe Bindhammer weiterhin über eigene Websites.

Grillfürst: KI-gestützte 24/7-Beratung im Online-Shop
Deutschlands größter Grillfachhändler Grillfürst hat eine innovative KI-Lösung für den Grillsektor eingeführt, meldet das Unternehmen. Die Technologie verwerte 15 Jahre Branchenerfahrung aus Millionen anonymisierten Datensätzen und biete rund um die Uhr maßgeschneiderte Beratung und Produktempfehlungen. Laut Geschäftsführer Joachim Weber stelle dies erst den Anfang dar; die Datenbasis wachse täglich und eine Anbindung an weitere Systeme sei binnen weniger Wochen geplant. Die dialogbasierte Oberfläche führe sowohl Einsteiger als auch Profis durch das Sortiment und verlinke direkt zu passenden Shop-Angeboten.

Delivery Heros Aktionär Prosus will Lieferando-Mutter übernehmen
Delivery-Hero-Großaktionär Prosus hat ein öffentliches Übernahmeangebot für die Lieferando-Mutter „Just Eat Takeaway“ vorgelegt, berichten Lebensmittelzeitung.net und beide Unternehmen. Die Aktionäre könnten vom 20. Mai bis 29. Juli ihre Aktien zum Preis von 20,30 Euro pro Stück „andienen“, was einer Prämie von 49 Prozent entspreche. Das Gesamtvolumen des Deals betrage 4,1 Mrd. Euro. Die südafrikanische Beteiligungsholding halte bereits 28 Prozent an Delivery Hero. Während Just Eat Takeaway mit stagnierendem Wachstum kämpfe, sei Delivery Hero mit einem Plus von 7,6 Prozent ins neue Geschäftsjahr gestartet.

Nullwachstum für Deutschland: EU kappt Prognose
Deutschland droht wirtschaftlicher Stillstand, warnt die EU-Kommission laut Manager-Magazin.de in ihrer Frühlingsvorhersage. Die Brüsseler Behörde habe ihre Wachstumsprognose für Deutschland drastisch von 0,7 auf 0,0 Prozent gekappt. Auch die EU-weiten Aussichten seien von 1,7 auf magere 1,1 Prozent geschrumpft, während der Euroraum nur noch mit 0,9 statt 1,5 Prozent rechnen könne. Als Hauptschuldigen habe die Kommission die verschärfte US-Zollpolitik identifiziert, deren abrupte Änderungen die Märkte verunsicherten. Für 2026 blicke man mit prognostizierten 1,5 Prozent Wachstum für die EU dennoch optimistischer in die Zukunft.

Fast jede zweite Frau arbeitet Teilzeit
Fast jede zweite erwerbstätige Frau in Deutschland arbeitet mittlerweile in Teilzeit, während dies nur bei jedem neunten Mann der Fall sei, meldet das Statistische Bundesamt. Die Teilzeitquoten hätten 2024 mit 49 Prozent bei Frauen und 12 Prozent bei Männern einen historischen Höchststand erreicht. Parallel dazu sei die Erwerbsbeteiligung auf ein Rekordniveau von 77 Prozent geklettert. Besonders auffällig: Während 68 Prozent der berufstätigen Mütter mit minderjährigen Kindern ihre Arbeitszeit drosselten, täten dies nur acht Prozent der Väter. Die Schere zwischen Frauen und Männern schließe sich jedoch trotzdem in Zeitlupe – seit 2005 sei die Teilzeitquote bei Vätern um vier Prozentpunkte gewachsen.


HANDEL INTERNATIONAL

Ein Drittel der Österreicher shoppt in sozialen Medien
Ein Drittel der Österreicher kauft bereits direkt über soziale Medien ein, mit durchschnittlichen Ausgaben von 259 Euro pro Jahr, zeigt der Consumer Check des Handelsverbands. Bei den 44- bis 59-Jährigen klettere diese Summe sogar auf 360 Euro. Unternehmenspostings erwiesen sich dabei als deutlich verkaufsstärker (44 Prozent) als Influencer-Empfehlungen (25 Prozent). Mode führe mit 39 Prozent das Ranking der beliebtesten Produktkategorien an, gefolgt von Kosmetik und Elektronik. Während Facebook und Instagram brummten, schlage Tiktok Shop noch verbreitete Skepsis entgegen: 78 Prozent der Bevölkerung forderten Einschränkungen für die chinesische Plattform.

EuGH fordert glasklare Bedingungen beim Rechnungskauf
Der EuGH verlangt mehr Transparenz bei der Werbung für den „Kauf auf Rechnung“, berichtet Textilwirtschaft.de. Das oberste europäische Gericht habe entschieden, dass solche Angebote unter die besonders strengen Transparenzregeln für „Verkaufsförderung“ fallen könnten. Auslöser sei eine Klage der Hamburger Verbraucherzentrale gegen Bonprix gewesen, da der Modehändler nicht klar auf die vorherige Bonitätsprüfung hingewiesen habe. Die endgültige Entscheidung müsse nun der Bundesgerichtshof treffen.

Eurozone: Inflationsrate bleibt bei 2,2 Prozent stabil
Die Inflationsrate der Eurozone verharrt im April bei 2,2 Prozent, während sie in der gesamten EU auf 2,4 Prozent gesunken sei, berichtet Eurostat. Im Vorjahresvergleich zeige sich ein leichter Rückgang der Teuerung. Frankreich glänze mit der niedrigsten Rate (0,9 Prozent), während Rumänien mit fast fünf Prozent das höchste Inflationsbarometer habe. Dämpfend sei der Effekt der Energiepreise (minus 0,35 Prozentpunkte), während Dienstleistungen mit plus 1,8 Prozentpunkten weiter als Preistreiber fungierten.


KI verwässert die Markenidentität
Der Einsatz der KI droht, Werbetexte und Marketingkommunikation zu einer branchenweiten Einheitlichkeit zu verschmelzen, berichtet Practicalecommerce.com. Ähnlich wie Massenmedien regionale Akzente in Amerika nivelliert hätten, könnte KI die Markenstimmen schleichend homogenisieren, auch wenn sie gleichzeitig wegen ihrer Kosteneffizienz, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit zu einer wettbewerbsnotwendigen Technologie geworden sei. Als Gegenmaßnahme rückten strategische Markenentwicklung und klar dokumentierte Markenidentitäten wieder in den Fokus. Diese erforderten jedoch mehr Zeit, kontinuierliche Wiederholung und durchdachte Entscheidungen, um im KI-getriebenen Markt wieder als differenziert wahrgenommen zu werden.

KI? Gerne, aber nur gratis
Nur acht Prozent der KI-Nutzer in Deutschland greifen zu kostenpflichtigen Angeboten und investieren dabei durchschnittlich 16 Euro, zeigt eine Befragung des Bitkom. Die überwältigende Mehrheit (62 Prozent) plane aber auch künftig, ausschließlich kostenlose Dienste zu nutzen. Bemerkenswert sei die rasante Aufholjagd der Bilderstellung, die mit 83 Prozent fast zur dominierenden Textgenerierung mit ihren 86 Prozent aufgeschlossen habe.


NACHHALTIGKEIT

Secondhand-Online-Handel überholt Neuware im Wachstum
Der Online-Handel mit Second-Hand-Artikeln wuchs 2024 mit 7,2 Prozent fast doppelt so stark wie der Neuwarenmarkt, zitiert Fashionunited.de eine Marktanalyse des HDE. Der Umsatz mit gebrauchten Waren habe bei 9,9 Mrd. Euro gelegen, während Neuware trotz ihres deutlich größeren Volumens von 88,8 Mrd. Euro nur um 3,8 Prozent zugelegt habe. Seit 2019 hätten sich die Erlöse im Second-Hand-Bereich nahezu verdoppelt, wobei natürlich besonders die Fashion die erste Geige spiele. HDE-Experte Tromp sehe in der Sparsamkeit der Verbraucher den Haupttreiber dieser Entwicklung.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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