
E-Commerce wächst, Temu + Shein, Made in Germany, OpenAI, Hertz, Fambase, Einmal-Shopper, KI-Betrug, Phishing, Robotautos
Aktuelle E-Commerce-News: E-Commerce wächst, Temu + Shein, Made in Germany, OpenAI, Hertz, Fambase, Einmal-Shopper und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Der Einzelhandel steht niemals still: heute Social Commerce, morgen KI-Personalisierung
Käufer erwarten, dass an jedem Kontaktpunkt alles schnell und reibungslos funktioniert. Hinter den Kulissen ist dies jedoch komplex – daher verzichten führende Marken auf schwerfällige Software-Pakete und setzen stattdessen auf einen Composable-Ansatz, der schneller und flexibler ist und auf Veränderungen ausgelegt ist. Der Guide von Contentful zeigt, wie Sie konsistent bleiben, personalisieren, Omnichannel-Lösungen umsetzen und innerhalb weniger Wochen liefern können. Jetzt den kostenlosen Guide herunterladen
HANDEL NATIONAL
Online-Handel wächst wieder – Top-10 distanzieren sich
Der Online-Handel in Deutschland wächst erstmals seit 2021 wieder: Die 1.000 umsatzstärksten Shops steigerten ihren Umsatz um 3,8 Prozent auf 80,4 Mrd. Euro, meldet die neue Studie „E-Commerce-Markt Deutschland“ von EHI und ECDB. Für 2025 würden sogar 5,3 Prozent Wachstum erwartet. Die Top-10-Anbieter legten um acht Prozent zu, die übrigen 990 Shops nur um 1,3 Prozent – der Markt konzentriere sich weiter. Auch Lebensmittel-Bestellungen und das E-Rezept trieben das Wachstum: So klettere Rewe mit 33,5 Prozent Plus auf Platz neun, Shop Apotheke wachse um 29,1 Prozent.
Global skalieren, lokal werben mit Amazon Ads
In der heutigen vernetzten Welt war es noch nie so einfach, Ihr Unternehmen grenzüberschreitend zu skalieren. Mit Amazon Ads können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) jetzt mühelos Kunden auf der ganzen Welt erreichen – so wird die internationale Expansion von einer gewaltigen Herausforderung zu einer spannenden Wachstumschance. Mehr
Temu und Shein stürmen deutsche Online-Rankings
Shein kletterte vom 18. auf den 7. Platz der größten Online-Shops in Deutschland, berichtet das Manager-Magazin unter Berufung auf die Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2025“. Der Umsatz des Modehändlers sei im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gestiegen. Noch rasanter entwickle sich Temu: Das chinesische Portal habe sein Bruttohandelsvolumen mit 3,4 Mrd. Euro nahezu vervierfacht und rangiere nun auf Platz fünf bei den Marktplätzen. Beide Portale überzeugten die Kundschaft mit günstigen Preisen und enormer Produktvielfalt – gegen beide Portale liefen EU-Verfahren wegen mangelnder Kontrollen und Verstößen beim Verbraucherschutz.
Vier von fünf Deutschen bevorzugen heimische Produkte
83 Prozent der deutschen Verbraucher haben großes Vertrauen in heimische Marken, während US-Produkte nur 20 Prozent und asiatische lediglich neun Prozent überzeugen, so der „IDH Konsumentenreport Q3“ laut Bonial.com. Vier von fünf Befragten würden bei gleichen Bedingungen deutsche, 55 Prozent europäische Erzeugnisse wählen – getrieben von Qualitätsansprüchen, fairen Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeitserwartungen. Ein Viertel habe US-Waren bereits aus politischen Gründen boykottiert, fast die Hälfte ziehe dies in Betracht. Der stationäre Handel profitiere besonders bei Lebensmitteln: 85 Prozent kauften diese lieber im Geschäft, schätzten die sofortige Mitnahme und Prüfung vor Ort.
Deutschlands Einzelhandel tritt auf der Stelle
Der deutsche Einzelhandelsumsatz ist gegenüber Juli im August real um 0,2 Prozent gesunken, meldet das Statistische Bundesamt. Im Jahresvergleich bleibe aber ein Plus von 1,8 Prozent. Besonders der Internet- und Versandhandel sei im Monatsvergleich mit einem Minus von zwei Prozent abgesackt – dafür sei im Jahresvergleich immer noch ein Plus von 7,4 Prozent zu verbuchen.
HANDEL INTERNATIONAL
OpenAI plant Social-Media-App mit KI-Video-Feed
OpenAI hat eine Social-Media-App auf Basis seines KI-Videomodells Sora 2 veröffentlicht, berichtet Onlinemarketing.de. Die Benutzer könnten, ähnlich wie bei Tiktok, durch einen vertikalen Video-Feed scrollen, dessen Inhalte ausschließlich durch Sora 2 generiert worden seien. Da es keinen Upload gibt, müssten eigene Inhalte, bis zu zehn Sekunden lang, ebenfalls in der App gestaltet werden, ganz ohne Einsatz der Kamera. Die App ist seit gestern verfügbar – allerdings nur mit Einladung.
Hertz digitalisiert Gebrauchtwagenverkauf vollständig
Der Mietwagenbetreiber Hertz erweitert seine Website Hertzcarsales.com zum vollwertigen Online-Shop, meldet CNBC.com. Kunden könnten künftig Finanzierung, Inzahlungnahme und den gesamten Kaufprozess digital abwickeln, bisher seien nur Fahrzeug-Listings online gewesen. Das Unternehmen verkaufe jährlich rund die Hälfte seiner 560.000 Fahrzeuge umfassenden Flotte, vorwiegend direkt an Endkunden statt über Auktionen. Hertz nutze bereits Plattformen wie Amazon Autos, Carvana oder Autotrader.
Fambase will lokalen Handel vom Plattform-Chaos befreien
Das US-Startup Fambase positioniert sich als Alternative für lokale Händler, die unter hohen Plattformkosten und fehlender Kundenbindung leiden, berichtet das Unternehmen. Über private Gruppen, die per QR-Code zugänglich seien, könnten Geschäfte ihre Kunden in geschlossenen Umgebungen erreichen, ohne jegliches Risiko, sie an die Konkurrenz zu verlieren. Live-Auktionen mit Swipe-Funktion, automatisierte Zahlungsabwicklung und ein integrierter Online-Shop würden manuelle Prozesse ersetzen. Bestenlisten und Abstimmungen sollten Käufer als Community-Mitgliedern binden.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Nur 15 Prozent bestellen zweimal im selben Shop
Nur knapp 15 Prozent der Online-Käufer kehren für eine zweite Bestellung zurück, zitiert Ecommercenews.eu eine Uptain-Studie. Die überwältigende Mehrheit von 85 Prozent bleibe Einmalkäufer – oft bedingt durch Impulskäufe. Wiederkehrende Kunden generierten allerdings deutlich höhere Warenkörbe: 80 statt 60 Euro im Median. Nur 30 Prozent dieser Gruppe tätige mehr als zwei Bestellungen, lediglich zwölf Prozent würden zu Stammkunden. Die zweite Bestellung erfolge im Schnitt zwei Wochen nach der ersten – ein idealer Zeitpunkt für gezielte Ansprache.
KI-Betrug überfordert die Personalabteilungen
Zwei Drittel der Personaler glauben, dass Bewerber KI mittlerweile geschickter für Identitätsbetrug einsetzen, als Unternehmen ihn aufdecken können, zitiert Techradar.com eine Studie von Checkr. 59 Prozent hätten schon KI hinter Bewerbungen vermutet; über ein Drittel habe erlebt, dass eine völlig andere Person zum Vorstellungsgespräch erschien. Fast ein Viertel der Manager beziffere den finanziellen Schaden durch betrügerische Einstellungen auf über 50.000 Dollar jährlich, jeder zehnte sogar auf mehr als 100.000 Dollar.
Digital Natives sind anfälliger für Phishing
Fast jeder Zweite der Gen Z erkennt unverlangten E-Mail-Anhang nicht als Phishing-Warnsignal, zeigt eine Yougov-Umfrage der Initiative Sicher Handeln laut Kleinanzeigen.de. Nur 69 Prozent der zwischen 1997 und 2012 Geborenen misstrauten Aufforderungen zur Preisgabe von Zugangsdaten. Parallel glaubten 76 Prozent aller Befragten, noch nie Opfer einer Attacke geworden zu sein – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Allerdings seien 15 Prozent bereits ohne finanziellen Schaden betroffen gewesen und weitere fünf Prozent haben durch Phishing schon bis zu 500 Euro verloren.
Kalifornien reguliert KI trotz Trump-Widerstand
Kalifornien hat das KI-Gesetz SB 53 verabschiedet, berichtet Heise.de. Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete den zweiten Anlauf nach Ablehnung des ersten Entwurfs. Das Gesetz verpflichte KI-Anbieter wie OpenAI, Meta und Google zu Transparenz über ihre Sicherheitsvorkehrungen und zur Meldung von Sicherheitsvorfällen und Straftaten. Außerdem würden Whistleblower geschützt. Die Regelung gehe in Teilen über den europäischen AI Act hinaus. KI-Unternehmen lobbyierten heftig gegen die Regulierung – Meta gründete eigens eine kalifornische Interessengruppe.
Keine Strafzettel für Robotautos
In San Bruno, südlich von San Francisco, fiel Polizeibeamten ein Auto auf, das auf einer Straße wendete, auf der dieses Manöver verboten war, berichtet Theguardian.com. Das Waymo-Fahrzeug habe zwar nach Aufforderung ordnungsgemäß gehalten, doch die Beamten hätten sich nicht in der Lage gesehen, einen Strafzettel auszustellen. Ihr Formular enthalte schlicht kein Feld für „Roboter“. Ab Juli 2026 allerdings trete in Kalifornien ein Gesetz in Kraft, das „Nichtkonformitätsmeldungen“ bei Verstößen fahrerloser Autos vorsehe. Der Strafzettel gehe dann an die Betreiberfirma.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge