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Aktuelle E-Commerce-News: E-Commerce wächst, Temu, Start-ups, Alibaba, Tiktok, Bestsecret, Google, Meituan, Online-Fashion und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Fließende Einkaufserlebnisse – Optimierte Omnichannel-Strategien schaffen Mehrwerte für Kunden und Unternehmen
Mit einer durchdachten Omnichannel-Strategie holen Sie Ihre Kunden dort ab, wo diese einkaufen. Die dafür essenzielle ganzheitliche Sicht auf den Kunden steigert Ihre Wettbewerbsfähigkeit und lässt Sie flexibel auf die Anforderungen und Chancen von heute und morgen reagieren. Lesen Sie hier, wie Sie nahtlose Shopping-Erlebnisse schaffen, die begeistern.
HANDEL NATIONAL
Online-Handel wächst 3,5 Prozent
Der deutsche Online-Handel erlebt laut einer Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel im ersten Halbjahr eine Wachstumsrenaissance mit 3,5 Prozent Umsatzplus auf 39,84 Mrd. Euro. Das zweite Quartal beschleunigte sogar auf 3,8 Prozent, auch weil sich die Konsumlaune langsam erhole. Bemerkenswert sei der KI-Durchbruch: Bereits jeder fünfte Deutsche nutze künstliche Intelligenz für Produktempfehlungen, folge den Vorschlägen aber meist erst nach eigener Recherche. Gewinner seien Bekleidung, Schuhe und Heimtextilien, während Elektronik und Bücher schwächelten. Online-Marktplätze dominierten mit fast sechs Prozent Wachstum, Multichannel-Händler verlören hingegen Terrain.
Temu expandiert aggressiv in Food-Segment
Die chinesische Billigplattform Temu drängt „aggressiv“ in den deutschen Lebensmittelhandel, zitiert NTV.de einen Bericht der Lebensmittelzeitung. Ein neues Team werbe gezielt um deutsche und europäische Lieferanten von Konsumgütern, Getränken und Süßwaren. Während „Bears with Benefits“ die Expansion als „brandgefährlich“ ablehne und Produktsicherheit sowie Arbeitsstandards bemängele, erziele „Wurstbaron“ bereits starke Verkaufszahlen über die Plattform. Temu locke vor allem kleinere Unternehmen aus Beauty- und Süßwarenbranche an, um mehr lokale Anbieter zu gewinnen. Die Strategie ziele darauf ab, das Geschäftsmodell zu diversifizieren, bevor die EU die 150-Euro-Zollfreigrenze abschaffe.
Deutsche Start-ups wenden sich von USA ab
Siebzig Prozent der deutschen Tech-Start-ups betrachten die USA unter Donald Trump als Risiko für die heimische Wirtschaft, so eine Bitkom-Umfrage. Mehr als ein Drittel zögere bei Kooperationen mit US-Firmen, während 87 Prozent eine stärkere digitale Souveränität Deutschlands fordern. Jedes dritte Start-up überprüfe US-Finanzierungen kritischer – 13 Prozent bevorzugten bereits EU-Investoren. Bitkom-Präsident Wintergerst wertet die USA-Distanz als Chance für Deutschland, fordert jedoch Bürokratieabbau und besseren Zugang zu öffentlichen Aufträgen.
Kartellamt nimmt Cloud-Giganten ins Visier
Das Bundeskartellamt überprüft laut Welt.de die Marktmacht der drei dominierenden Cloud-Anbieter Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Präsident Andreas Mundt warne vor „Lock-in-Effekten“, die Kunden den Anbieterwechsel erschweren könnten. Die Macht der Tech-Riesen verstärke sich durch künstliche Intelligenz sogar weiter – Meta verfüge über 3,2 Mrd. Nutzer weltweit, Google über Youtube und den besten Such-Index. Bei der Regulierung gehe es nicht nur um Wettbewerb, sondern um europäische Souveränität, betone Mundt. Europa brauche ein eigenes digitales Ökosystem.
Alibaba bringt sichere KI-Plattform nach Frankfurt
Alibaba Cloud erweitert seine KI-Rechenpower in Frankfurt und führt neue Sicherheitsfunktionen ein, die schädliche Inhalte automatisch erkennen und abwehren, berichtet Protector.de. Die beim „Global Innovation Summit 2025“ in Paris vorgestellte überarbeitete „Platform for AI“ (PAI) sei auf rechenintensive Anwendungen in Logistik, Gesundheitswesen und Industrie zugeschnitten. Die neuen „AI Guardrails“ würden verschiedene Datenformate prüfen und Angriffe durch fehlerhafte Eingaben oder schadhafte Uploads abwehren. Die intelligente „AI Scheduler Engine“ erreiche eine Rechenauslastung von über 96 Prozent und ermögliche so europäischen Unternehmen lokalen Zugang zu leistungsfähigen KI-Diensten.
Berlin startet Zehn-Punkte-Plan für seine Einkaufsstraßen
Berlin startet einen Zehn-Punkte-Plan zur Stärkung kriselnder Einkaufsstraßen gegen die Konkurrenz des Online-Handels, berichtet Stern.de. Eine zentrale Koordinierungsstelle solle künftig leerstehende Flächen für Zwischennutzungen vermitteln und flexible Übergangsnutzungen ermöglichen. Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler begreife den Strukturwandel als Chance für mehr Nutzungsvielfalt zwischen Einzelhandel, Gastronomie und Kultur. Die Bezirke erhielten dafür – durch reduzierte Eigenanteile beim Förderprogramm „Wirtschaftsdienliche Maßnahmen“ – mehr Geld.
HANDEL INTERNATIONAL
Tiktok startet in den USA mit einer neuen App
Tiktok plant am 5. September den Start einer neuen App in den USA, berichtet Manager-Magazin.de. Die bisherige Plattform solle im März 2026 abgeschaltet werden. Noch aber verhandele Präsident Trump diese Woche mit China über den Verkauf des US-Geschäfts und erklärte bereits: „Der Deal sei so gut wie abgeschlossen“. Die Gespräche mit Xi Jinping oder dessen Vertretern kämen nach mehrfachen Fristverlängerungen zustande – ursprünglich hätte Bytedance bis Januar verkaufen müssen. Peking behalte sich aber noch das letzte Wort vor.
Bestsecret wächst heimlich auf 150 Mio. Franken
Bestsecret verdoppelte laut Carpathia.ch seinen Schweizer Umsatz in zwei Jahren auf 150 Mio. Franken. Der deutsche Shopping-Club setze auf Exklusivität durch Einladungen statt offenen Zugang und biete über 3.000 Designer-Marken mit echten Rabatten von 30 bis 70 Prozent aus Lagerbereinigung. International wachse das Unternehmen um 15 Prozent auf 1,415 Mrd. Euro, wobei das Auslandsgeschäft um 28 Prozent zugelegt habe. Die Ebitda-Marge liege bei 16 Prozent – doppelt so hoch wie beispielsweise Zalandos 7,9 Prozent. Das Marketing basiere hauptsächlich auf Mundpropaganda.
Googles KI-Zusammenfassungen: Europäische Verleger klagen
Ein europäisches Verleger-Konsortium verklagt Google bei der EU-Wettbewerbsbehörde wegen dessen KI-Zusammenfassungen, berichtet Heise.de. Die „Independent Publishers Alliance“ werfe dem Suchriesen vor, seine Marktmacht zu missbrauchen und Webinhalte ohne Vergütung für KI-Übersichten zu verwenden. Dies führe zu dramatischen Einbußen bei Seitenaufrufen und Werbeeinnahmen der Verlage. Ein Opt-out sei unmöglich, ohne komplett aus Googles Suchergebnissen zu verschwinden. Die EU-Kommission bestätigte den Beschwerdeeingang bereits, ebenso die britische Wettbewerbsbehörde.
Meituan meldet 120 Mio. Bestellungen an einem Tag
Meituan knackte laut Scmp.com am Samstag mit 120 Mio. täglichen Bestellungen einen neuen Rekord auf seiner Instant-Delivery-Plattform. 83 Prozent davon seien reine Essensbestellungen gewesen. Der Ansturm ließ die Systeme zeitweise kollabieren. Der Boom resultiere aus dem verschärften Preiskampf zwischen Chinas E-Commerce-Riesen Alibaba, JD.com und Meituan. Alibaba habe unlängst ein 5,9-Mrd.-Euro-Investitionsprogramm im Quick-Commerce gestartet, während Meituan derzeit Kaffee für zwei Yuan (0,24 Euro) anbiete.
TRENDS & TECHNOLOGIE
UK: Online-Fashion glänzt, Geschäfte verlieren
Britische Online-Modeverkäufe sprangen im Juni um zehn Prozent, während stationäre Geschäfte 0,2 Prozent einbüßten, zitiert Drapersonline.com den BDO High Street Sales Tracker. Mode habe als beste Kategorie „Lifestyle und Home“ übertroffen, da Verbraucher Sommerbekleidung mittlerweile bevorzugt online kauften. Besonders in der dritten Juniwoche sei der E-Commerce um beeindruckende 21,43 Prozent gestiegen. Online-Händler zeigten größere Wendigkeit bei Sortiment und Promotions, während Kunden Next-Day-Lieferung und unkomplizierte Rücksendungen schätzten.
Google: Volljährigkeit beweisen, ohne Geburtstag zu verraten
Google hat seine Zero-Knowledge-Proof-Bibliotheken als Open Source freigegeben, berichtet ITMagazine.ch. Die Technologie ermögliche es, Volljährigkeit zu belegen, ohne Geburtsdatum oder Ausweisnummer preiszugeben. Google nutze ZKP bereits in Google Wallet. Entwickler könnten nun dieselben Werkzeuge in Webseiten oder Apps integrieren, etwa für Porno-Angebote oder andere Online-Dienste mit Altersgrenzen. Die EU-Verordnung EIDAS ermutige Mitgliedstaaten, ZKP-Techniken in die geplante „European Digital Identity Wallet“ einzubauen.
Jeder Vierte arbeitet verdeckt im Home-Office
Jeder vierte Angestellte erhält von seiner Führungskraft inoffiziell mehr Homeoffice-Tage als betrieblich erlaubt, zeigt eine Indeed-Umfrage laut T3N.de. Der „Hushed Homeoffice“-Trend entstehe durch starre Büro-Regeln, die bei über 40 Prozent der Beschäftigten so unbeliebt seien, dass sie dafür Gehaltseinbußen akzeptieren würden. Während 68,7 Prozent der Unternehmen feste Homeoffice-Regelungen hätten, gäbe es nur bei der Hälfte strenge Kontrollen. Andererseits würden auch 13,8 Prozent der Mitarbeiter öfter ins Büro beordert als nötig.
Metas neue KI-Bots melden sich auch ungefragt
Meta entwickelt zur Steigerung der Werbeeinnahmen proaktive KI-Chatbots, die Nutzer auch ohne Aufforderung kontaktieren, berichtet Heise.de. Die Bots würden in Messenger, Whatsapp und Instagram zum Beispiel Filmempfehlungen aussprechen oder Nachfragen zu früheren Gesprächen stellen. Sie würden innerhalb eines Zeitfensters von 14 Tagen nachfassen, falls der Nutzer mindestens fünf Fragen an die KI gestellt habe. Käme keine Antwort, verstumme der Bot. Was aber bedeute, dass die KI Informationen über das Verhalten speichere. Ein erster, kontroverser Versuch mit 28 verschiedenen KI-Charaktern scheiterte bereits Anfang des Jahres.
NACHHALTIGKEIT
Fast-Fashion torpediert den Second-Hand-Boom
Die Insolvenz von Texaid Germany im Juni zeigt laut Fashionunited.com die Krise des Second-Hand-Sektors. Fast-Fashion untergrabe den Gebrauchtmarkt durch sinkende Qualität und Dumpingpreise. Ultra-Fast-Fashion-Artikel seien gar so billig, dass europäische Second-Hand-Läden kaum noch Gewinn erwirtschaften könnten. Niederländische Sortierzentren meldeten einen Rückgang der Wiederverwendungsrate von 80 auf 50 Prozent. Lösungsansätze wären eine erweiterte Herstellerverantwortung, Ökodesign-Anforderungen und Zölle auf Online-Fast-Fashion.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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