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Aktuelle E-Commerce-News: Echtfake, Cannabis, Google, Beschäftigung, Tiktok, Alphabet, Shein, Shopify, Netzneutralität und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
#Echtfake – Aktion gegen gefälschte Produkte
Am Freitag, dem Welttag des geistigen Eigentums, haben mehrere Verbände, darunter der Bevh, der Bitkom, der Markenverband sowie der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie gemeinsam mit Amazon eine Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #Echtfake gestartet, um insbesondere junge Verbraucher über die Risiken beim Kauf gefälschter Produkte aufzuklären. Laut Pressemitteilung hat mehr als ein Drittel der 15- bis 24-Jährigen schon einmal bewusst gefälschte Produkte bestellt, 41 Prozent wegen des günstigeren Preises.
Warum Versandapotheken gerade die Cannabis-Gewinner sind
Die Cannabis-Legalisierung ist in Kraft, aber noch gibt es keine etablierten Bezugsquellen. Ausnahme sind die Versandapotheken mit ihrem Medizinal-Cannabis. Deren Geschäft blüht gegenwärtig auf – dank gewiefter Telemedizin-Anbieter, wie Etailment.de schreibt.
35 Prozent der deutschen Unternehmen verbieten KI
76 Prozent der deutschen Unternehmen beschränken die Dateneingabe für Künstliche Intelligenz, 69 Prozent legen fest, welche KI-Tools eingesetzt werden dürfen und 35 Prozent verbieten sie ganz, so eine Benchmark-Studie von Cisco. Befürchtet werden vor allem Datenschutzprobleme: 96 Prozent der Unternehmen glauben, Kunden zu verlieren, wenn deren Daten nicht ausreichend geschützt werden. Vielleicht eine berechtigte Sorge, denn 53 Prozent der Befragten gaben zu, KI bereits mit persönlichen Daten von Mitarbeitenden gefüttert zu haben, 54 Prozent mit nicht-öffentlichen Informationen über das Unternehmen.
Google wegen fehlenden Kündigungsbuttons verurteilt
Nach einer Klage der Verbraucherzentrale Bayern hat das Landgericht München I Google dazu verpflichtet, auf seiner Google-One-Website einen Kündigungsbutton einzubauen, berichtet Golem.de. Ab Juli 2022 müssen Unternehmen auf Webseiten, die den Abschluss von kostenpflichtigen Langzeitverträgen ermöglichen– egal ob Streaming, Mobilfunk, Strom oder eben Cloud-Speicherplatz – auch einen Kündigungsbutton anbieten. Andernfalls können solche Verträge laut Gesetz jederzeit und ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden.
Personalplanung wird vorsichtiger
Die deutschen Unternehmen zeigten sich im April bei der Personalplanung etwas zurückhaltender als im Vormonat, so dass das Ifo-Beschäftigungsbarometer von 96,3 auf 96,0 Punkte sank. Dies ist vor allem auf die energieintensiven Branchen und den Handel zurückzuführen, während der Index bei den Dienstleistern und im Baugewerbe sogar leicht zulegen konnte.
Private Haushalte wollen wieder konsumieren
Nach einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung unter 9.000 Verbrauchern steigt die Kauflaune der Deutschen nach dem Energiepreisschock und bei sinkender Inflation wieder – und zwar quer durch alle Einkommensgruppen. Den größten Nachholbedarf gibt es in den Bereichen Freizeit, Unterhaltung und Kultur sowie Wohnungsinstandhaltung, aber auch bei Reisen und Tourismus, Innenausstattung, Haushaltsgeräten, Bekleidung und Schuhen soll der Konsum wieder spürbar anziehen. Wenig Besserung ist dagegen im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie zu erwarten. Gerade für die Gastronomie ist der Wegfall des reduzierten Mehrwertsteuersatzes leider mit höheren Preisen verbunden.
HANDEL INTERNATIONAL
USA: Tiktok hat keine Absicht zu verkaufen
Nachdem beide Kammern des US-Parlaments mit großer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet haben, das Tiktok nach spätestens einem Jahr zum Verkauf an amerikanische Eigentümer zwingen könnte, ließ das Unternehmen laut BBC.com auf Toutiao verlauten, dass es keine Verkaufspläne verfolge. Rechtsexperten halten das Gesetz durchaus für verfassungsrechtlich bedenklich, eine entsprechende Klage der Muttergesellschaft Bytedance könnte die Umsetzung daher möglicherweise verzögern oder gar verhindern.
Alphabet schüttet erstmals Dividende aus
Alphabet hat angekündigt, seinen Aktionären am 17. Juni erstmals eine Dividende auszuzahlen, in diesem Fall von 0,19 Euro pro Aktie, berichtet Businessinsider.de. Wie es in der Gewinnmitteilung weiter heißt, will das Unternehmen dies künftig vierteljährlich tun. Außerdem wurden Aktienrückkäufe in Höhe von 65 Mrd. Euro genehmigt. Für das erste Quartal meldete Alphabet einen Umsatz von rund 70 Mrd. Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. CEO Sundar Pichai sieht das Unternehmen „gut gerüstet für die nächste Welle von KI-Innovationen“.
Shein gilt nun als sehr große Online-Plattform
Die EU-Kommission stuft den chinesischen Fast-Fashion-Händler nun als eine der sehr großen Online-Plattformen ein und verschärft damit die Regeln für den weiteren Betrieb, berichtet Zeit.de. So muss das Unternehmen jetzt nicht nur schärfer gegen Produktfälschungen vorgehen, sondern auch einen jährlichen Risikobewertungsbericht vorlegen, in dem es die Auswirkungen seiner Tätigkeit auf die Gesundheit und Sicherheit seiner Kunden darlegt. Besonders das körperliche und seelische Wohlbefinden minderjähriger Nutzer wird durch den DSA geschützt.
Shopify treibt 10 Prozent der amerikanischen Onlineshops an
Die E-Commerce-Software des kanadischen Unternehmens Shopify arbeitet mittlerweile unter der Motorhaube von zehn Prozent aller US-Websites und war im Jahr 2023 indirekt für 263 Mrd. Dollar Umsatz seiner mehr als eine Million Händler weltweit verantwortlich, berichtet die Financial Times. 60 Prozent des Umsatzes erzielt seine Bezahllösung Shop-Pay, da für jede durchgeführte Transaktion zwei bis drei Prozent Beteiligung berechnet werden. Die Strategie für die Zukunft sei es, größeren Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen anzubieten, um in der Liga von Konkurrenten wie Salesforce, Adobe oder SAP mitspielen zu können.
TRENDS & TECH
US-Regulierungsbehörde setzt Netzneutralität wieder in Kraft
Die US-Regulierungsbehörde FCC hat laut Spiegel.de die Netzneutralität wieder in Kraft gesetzt, die 2017 unter Präsident Trump aufgehoben worden war. Das Prinzip besagt, dass Provider den Datenverkehr nicht willkürlich bevorzugen oder benachteiligen dürfen. In der EU gilt es seit 2015, auch wenn einige europäische Betreiber dafür plädieren, Internetkonzerne wie Google oder Netflix durch neue Gesetze künftig an den Kosten des Netzausbaus zu beteiligen.
Die Mehrheit der großen Onlinehändler ignoriert Update-Pflicht
Wie eine Untersuchung der Smartphone-Angebote von zehn großen Onlinehändlern und Marktplätzen ergab, informieren nur drei – Expert, Notebooksbilliger sowie Amazon – gesetzeskonform über Software-Updates, so Onlinehaendler-News.de. Bei Ternate, Cyberport, Euronics, Galaxus, Lidl, MediaMarkt und Otto fanden sich während des Bestellvorgangs keine Informationen darüber, „wie und in welchem Umfang Software-Aktualisierungen […] nach dem Kauf stattfinden“. Seit 2022 haben Verbraucher ein Recht auf Updates und Online-Plattformen müssen diese nicht nur anbieten, sondern auch darüber informieren.
72 Prozent aller Unternehmen fürchten Cyberattacken
72 Prozent der C-Level-Manager weltweit sehen ihr Unternehmen durch Cyberattacken bedroht, so das Ergebnis einer Umfrage von Munich Re. Mehr als die Hälfte hat bereits schlechte Erfahrungen gemacht, vor allem mit Datendiebstahl, aber auch mit Online-Betrug oder Verschlüsselung durch Ransomware. 87 Prozent gaben an, dass ihr Unternehmen nicht ausreichend auf Cyber-Angriffe vorbereitet sei. Die Münchener Rück schätzt die weltweiten Cyber-Versicherungsprämien auf rund 14 Mrd. US-Dollar und rechnet bis 2027 mit einem Anstieg auf 29 Mrd. US-Dollar.
KI-Pfarrer Justin tauft auch mit Limonade
Auf die Frage einer Nutzerin, ob ein Baby im Notfall auch mit Gatorade getauft werden kann, antwortete die künstliche Intelligenz „Father Justin“ fälschlicherweise mit „Ja“, berichtet Golem.de. Der von der katholischen Organisation „Catholic Answers“ entwickelte Chatbot soll nun überarbeitet werden, nachdem er Nutzern auch die Beichte abgenommen und sogar die Absolution erteilt hatte. Dies sei laut Betreiber in sechs Monaten des Testbetriebs nicht vorgekommen. Die neue Version werde keinen Pfarrer mehr darstellen, sondern einen Laien.
NACHHALTIGKEIT
Whoppah jetzt auch in Frankreich
Der niederländische Marktplatz Whoppah, nach eigenen Angaben „Europas größter Online-Marktplatz für Second-Hand-Design“, weitet sein Angebot nun nach Frankreich aus, nachdem bereits mehrere tausend französische Verkäufer auf der Plattform aktiv sind, berichtet Ecommercenews.eu. Die Website bietet von Experten kuratierte Möbel, Lampen, Kunst, Kaffeetischbücher, Designklassiker und Dekorationsartikel aus zweiter Hand, versicherten Transport und eine Geld-zurück-Garantie auch auf Artikel von Drittanbietern.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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