
Etailment-Podcast, Zollfreigrenze, Tierschutzgesetz, P2B-Verordnung, Walmart, DMCC + DMA, TCP, Google, Gemini, ICQ, Heatle
Aktuelle E-Commerce-News: Etailment-Podcast, Zollfreigrenze, Tierschutzgesetz, P2B-Verordnung, Walmart, DMCC + DMA, TCP und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“
HANDEL NATIONAL
Start des neuen Podcasts von Etailment.de: Shape Republic über „Feelgood Food“
Mit „Achtung Handel“ startet Etailment.de einen neuen Podcast. Im direkten Gespräch mit Geschäftsführern und Experten werden neue Produkte und Serviceleistungen vorgestellt und der mögliche Mehrwert von Innovationen beleuchtet. In der ersten Folge ist Carolin Sedlmayr zu Gast, Gründerin und CEO des Start-ups Shape Republic, das sich auf „Feelgood Food“ spezialisiert. Sie spricht über Abnehm-Drinks und Aufbau-Pulver, Wachstum- versus Gewinnorientierung und das Geheimnis ihres Erfolges.
Bundesfinanzminister für Aufhebung der EU-Zollfreigrenze
Die Geschäftsmodelle von Shein und Temu basieren unter anderem auf der Ausnutzung der EU-Zollfreigrenze von 150 Euro. Die Masse der Pakete – alleine nach Deutschland täglich 400.000 – überschreitet diese Grenze bewusst nicht, was Verbände wie der HDE schon lange als Wettbewerbsnachteil für heimische Onlinehändler sehen. Ein Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, die Zollvorschriften anzupassen und die Freigrenze abzuschaffen. Laut Tagesschau.de wird diese Idee nun auch von Bundesfinanzminister Christian Lindner unterstützt.
Neues Tierschutzgesetz betrifft auch den Onlinehandel
Die Bundesregierung hat laut N-Tv.de einen Entwurf zur Aktualisierung des Tierschutzgesetzes beschlossen, der erstmals auch den Internethandel mit Tieren betrifft. Bislang ist dieser auf Plattformen wie z.B. Quoka, Markt.de, Kleinanzeigen, Snautz oder Edogs kaum anders geregelt als der Handel mit nichtlebenden Gütern, was laut Tierschutzbund den illegalen Export von Qualzuchten aus dem Ausland begünstigt. Künftig müssen sich Verkäufer, die Tiere anbieten daher mit vollständigem Namen und Adresse auf den Plattformen registrieren.
Bundesnetzagentur überwacht Plattformen für den Handel
Als Koordinator für digitale Dienste ist die Bundesnetzagentur seit dem 14. Mai auch für die Überwachung der P2B-Verordnung zuständig, die Onlinehändler in der EU vor Missbrauch durch die für den Handel benötigten Plattformen schützt. Dies betrifft Online-Marktplätze, App-Stores, soziale Medien, Vergleichsportale oder Hotelbuchungsplattformen in der gesamten EU. Diese müssen beispielsweise Fristen für Änderungen ihrer AGB einhalten, Kündigungen oder Einschränkungen ihrer Dienste begründen, Ungleichbehandlungen erläutern, Parameter für ihre Rankings und ihr Beschwerdemanagement transparent machen sowie mindestens zwei Mediatoren benennen. Beschwerden können hier online eingereicht werden.
HANDEL INTERNATIONAL
In der EU arbeiten 4,8 Prozent der Beschäftigten in ITK-Branchen
Im Jahr 2023 arbeiteten in der EU 9,8 Mio. Menschen in ITK-Branchen, was 4,8 Prozent aller Beschäftigten entspricht, berichtet Eurostat. Das sind 0,2 Prozent mehr als 2022 und 1,5 Prozent mehr als 2013. Am höchsten war der Anteil 2023 in Schweden (8,7 Prozent), Luxemburg (8,0 Prozent) und Finnland (7,6 Prozent). Die Quote der beschäftigten Frauen lag EU-weit bei 19,4 Prozent, 0,5 Prozent höher als 2022 und 16,7 Prozent höher als 2013. Besonders hoch war sie in Bulgarien (29,1 Prozent), Estland (26,8 Prozent) und Rumänien (26,0 Prozent).
96 Prozent der Europäer orderten im ersten Quartal online
95,8 Prozent der Europäer haben im ersten Quartal dieses Jahres mindestens einmal online bestellt, zitiert Ecommerce-News.eu den Consumer Insight Report von Aliexpress. Die beliebteste Produktkategorie ist nach wie vor Mode, wobei das Internet auch die wichtigste Inspirationsquelle darstellt. 35 Prozent der europäischen Verbraucher verbringen mehr als fünf Stunden pro Woche mit Shopping, 50 Prozent zwischen einer und vier Stunden.
Walmart startet eigene virtuelle Shopping-Plattform
Walmart hat eine eigene virtuelle Shopping-Plattform namens „Walmart Realm“ gestartet, auf der Influencer in eigenen 3D-Welten Produkte verkaufen, berichtet Fashionunited.com. Zu den Online-Shopping-Ebenen gehören derzeit die „Unterwasserwelt von So Jelly“, kuratiert von @Maiphammy, eine „Hommage an Vintage-Americana von Y’allternative“, kuratiert von @makenzieandmalia, und eine „Entdeckung von Schönheit und Mode bei Go Chromatic“, kuratiert von @the.navarose. Walmart Realm basiert auf der Zusammenarbeit des Konzerns mit den Anbietern der populären 3D-Grafik-Engine Unity, die direkt mit den APIs des Einzelhändlers verbunden ist.
Beinahe jeder zweite Österreicher kauft bei Temu, Shein & Aliexpress
Laut einer Studie der Johannes Kepler Universität Linz hat fast jeder zweite Österreicher in den vergangenen zwölf Monaten bei chinesischen Online-Plattformen wie Temu, Shein und Aliexpress bestellt, berichtet Orf.at. Täglich kommen 30.000 Pakete mit Temu als Absender in Österreich an, dabei ist die Plattform hier erst im März 2023 gestartet. Den Umsatz, den die Plattformen zusammen erreichen, schätzt die JKU noch auf 600 bis 750 Mio. Euro, das sind rund sieben bis neun Prozent aller Onlineausgaben im Land.
TRENDS & TECH
Großbritannien erlässt eigenen DMA
Das britische Parlament hat mit der „Digital Markets, Competition and Consumer Bill“ ein Gesetzespaket verabschiedet, das dem DMA der EU entspricht, berichtet Theverge.com. Auch das DMCC befasst sich mit dem Verbraucherschutz, indem es gefälschte Bewertungen verbietet, Unternehmen zur Transparenz bei Abonnementverträgen verpflichtet, den Weiterverkauf von Tickets reguliert oder versteckte Gebühren untersagt. Das Gegenstück zu den VLOPs der DMA ist der „Strategic Market Status“, der für Plattformen mit einem weltweiten Umsatz von mehr als 25 Mrd. Pfund oder einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Pfund im Vereinigten Königreich gilt. Die vorgesehenen Höchststrafen können bei Verstößen bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes der Plattform erreichen.
Das Internet ist vielleicht fünzig Jahre alt
Die Diskussion darüber, wann das Internet das Licht der Welt erblickt hat, ist noch nicht abgeschlossen, aber die Veröffentlichung des „Transmission Control Protocol“, kurz TCP, könnte nach Ansicht des amerikanischen Instituts für Elektro- und Elektronikingenieure ein gutes Datum sein. Demnach wäre das Internet diesen Mai fünfzig Jahre alt geworden, berichtet Heise.de. Andere Datierungen beginnen mit dem Start des Arpanet, der Einführung des Usenet oder der ersten Spezifikation von HTML im Jahr 1992. Die älteste Datierung bezieht sich auf eine Science-Fiction-Kurzgeschichte aus dem Jahr 1946, in der Personal Computer und eine frühe Version des Internets beschrieben werden.
Google schaltet „Mein Gerät finden“ frei
Die Funktion „Mein Gerät finden“ ist jetzt auch für Android-Smartphones in Deutschland und Österreich freigeschaltet, berichtet Derstandard.at. In den Einstellungen findet sich unter dem Menüpunkt „Google“ die bereits aktivierte Option „Mein Gerät finden“, die aber erst nach Benutzung der entsprechenden App oder der verlinkten Website Daten sammelt. Finden lassen sich außer dem Smartphone, das man auch zum Abspielen eines akustischen Signals bringen kann, verknüpfte Bluetooth-Geräte, bzw. der Standort, an dem sie das letzte Mal mit dem Gerät verbunden waren. Google betont die Sicherheit der gesammelten Daten – Apple hatte mit seiner fünf Jahre alten, eigenen Lösung „Wo ist?“ durchaus seine Probleme.
Netz spottet über Googles KI-Überblick
Nachdem Google seine Suchmaschine in den USA darauf umgestellt hat, statt der bekannten Linklisten eine von Gemini generierte Übersicht als Ergebnis anzuzeigen, häufen sich die Berichte von Nutzern über kuriose Antworten, meldet Spiegel.de. Nach laut CEO Sundar Pichai einem Jahr an Betatests mit einer Milliarde Suchanfragen scheint es dennoch Raum für Verbesserungen zu geben. Während Ratschläge wie zum Beispiel Pizzabelag zur Befestigung auf dem Teig mit Klebstoff zu vermischen oder aus gesundheitlichen Gründen täglich einen Kieselstein einzunehmen, die Runde machen, bessert Google im Hintergrund on the fly nach. Erste Hacks, um die neue Funktion, die viele als lästig empfinden, im Browser zu deaktivieren, sind bereits veröffentlicht.
CU ICQ!
Am 26. Juni 2024 wird ICQ offiziell abgeschaltet, berichtet Heise.de. Damit verschwindet nach 28 Jahren eine Anwendung, die noch 2005 ein Patent für Instant Messaging erhielt, aber zu spät auf die Einführung der Smartphones reagierte; erst 2009 erschien eine App für iOS, 2010 eine Version für Android. Galt in den Nullerjahren eine ICQ-Nummer auf der Visitenkarte in bestimmten Kreisen noch als Statussymbol, dürfte bald in Vergessenheit geraten, dass viele gängige Chat-Abkürzungen auf eben diesem Messenger entstanden sind. OMFG, RLY? Ja! AFAIK, IRL - UTFSE. EOD.
NACHHALTIGKEIT
Heatle heizt nachhaltiger
Die Brandbrandnew GmbH hat für die Entwicklung von „Heatle“ eine Mio. Euro Startkapital von auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Beteiligungsgesellschaften erhalten, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt. Heatle nutzt Induktion, um Flüssigkeiten direkt in der Tasse innerhalb von 30 Sekunden auf die gewünschte Temperatur zu erhitzen und verbraucht dabei weniger Strom als herkömmliche Wasserkocher. So können große Feinschmecker ihren Tee bei idealen 75 Grad Celsius und kleine Feinschmecker ihre Babymilch bei 37 Grad Celsius genießen.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
Alle Beiträge