Gastrosteuer, BIP 2023, Nachhaltigkeit, Preiszuschläge, Apotea, Softwareone, Atos, Bershka, FedEx, Google, Tiktok, Hey Circle

Gastrosteuer, BIP 2023, Nachhaltigkeit, Preiszuschläge, Apotea, Softwareone, Atos, Bershka, FedEx, Google, Tiktok, Hey Circle

Aktuelle E-Commerce-News: Gastrosteuer, BIP 2023, Nachhaltigkeit, Preiszuschläge, Apotea, Softwareone, Atos, Bershka und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Was die Gastrosteuer-Erhöhung für den Handel bedeuten könnte
Wer auswärts Speisen oder Getränke konsumiert, muss seit Jahresbeginn tiefer in die Tasche greifen. Trotz vieler Proteste ist die Umsatzsteuer in der Gastronomie zum 1. Januar 2024 wieder von 7 auf 19 Prozent gestiegen. Das hat nicht nur Konsequenzen für Verbraucher und Restaurantbetreiber, sondern könnte zusätzlich auch den Handel betreffen, erklärt Fachautor Martin Schmidt in einem Gastbeitrag für Etailment.

Bruttoinlandsprodukt 2023 um 0,3 Prozent gesunken
Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 noch um 1,8 Prozent gewachsen war, schrumpfte es 2023 nach den vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamts um 0,3 Prozent. Die Inflationsrate lag im Jahresschnitt bei 5,9 Prozent, wodurch der Konsum als Konjunkturstütze ausfiel. Auch lagen die Staatsausgaben deutlich über den Einnahmen, das Defizit von Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung summiert sich auf 82,7 Mrd. Euro. Viele Wirtschaftsforscher senkten im Laufe des Jahres ihre Prognosen für 2024, das erwartete Wachstum bleibt wahrscheinlich unter einem Prozent.

Nachhaltigkeit in Deutschland wichtigste Suchanfrage
Der jährlich von der SaaS-Plattform Semrush und der Columbia University ermittelte „Global Issues Index“ ordnet für Deutschland die größte Anzahl an Google-Suchfragen Themen rund um die Nachhaltigkeit zu. Auf Platz zwei befindet sich laut Onlinemarketing.de der soziale Themenkomplex „Drogenbekämpfung“ (738.643 Suchanfragen), es schließen sich „Psychische Gesundheit“ (722.535) und „Arbeitslosigkeit“ (344.673) an, danach folgen Migration, Gesundheitssystem, Inflation, Umweltverschmutzung, Erziehung und Datenschutz.

Preiszuschläge müssen im Gesamtpreis enthalten sein
Viele Onlinehändler erheben für niedrigpreisige Artikel Mindermengenzuschläge oder Bearbeitungsgebühren, um den Aufwand für Verpackung und Versand zumindest teilweise zu decken. Wie das Landgericht Hannover entschieden hat, müssen solche Zuschläge Bestandteil des Gesamtpreises sein und dürfen nicht wie die Versandkosten erst im Warenkorb aufgeschlagen werden. Wie Onlinehaendler-News.de berichtet, war ein Online-Shop für Staubsaugerzubehör von der Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt worden, weil er den Mindermengenzuschlag erst im Warenkorb ausgewiesen hatte.

Digitale Arbeitsverträge bleiben zu kompliziert
Im Entwurf des Bürokratieentlastungsgesetzes werden zwar viele Schriftformerfordernisse in Textformerfordernisse umgewandelt, die Unterzeichnung eines Arbeitsvertrages erfordert aber weiterhin eine analoge Unterschrift auf Papier oder die qualifizierte elektronische Signatur. Dazu meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: „Das ist aber wegen des komplizierten Verfahrens für die Bewerberinnen und Bewerber viel zu umständlich, verursacht unnötige Kosten und verlangsamt den Einstellungsprozess“. Stattdessen sollten Arbeitsverträge mit einer einfachen elektronischen Signatur rechtsverbindlich abgeschlossen werden können, was auch den rechtlichen Vorgaben der europäischen Arbeitsrichtlinie entspräche.


HANDEL INTERNATIONAL

Softwareone will eigenständig bleiben
Der Schweizer IT-Dienstleister Softwareone, der mit der eigenen Plattform Pyracloud die Verwaltung von Lizenzen und Verträgen ermöglicht, hat laut Handelszeitung.ch ein Kaufangebot der Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital abgelehnt. Diese hatte eine unverbindliche Wertindikation von 18,80 Franken pro Aktie geboten, die am Freitag bei Börsenschluss mit 16 Franken gehandelt wurde. Bereits im vergangenen Sommer hatte Bain höhere Angebote unterbreitet, die aber auch vom Verwaltungsrat abgelehnt worden waren.

Apotea erreicht die 500 Millionen-Marke
Apotea, Schwedens größte Online-Apotheke, meldet in einer Pressemitteilung für das Jahr 2023 einen Umsatz von 500 Mio. Euro. Nach einem ersten Halbjahr, das im Zeichen der Automatisierung stand, hat sich das Geschäft deutlich belebt, und im vierten Quartal lag der Umsatz um 20 Prozent über dem des Vorjahres. Es wurden mehr als 5,5 Mrd. Arzneimittel verkauft, wobei das stärkste Wachstum bei den verschreibungspflichtigen Produkten zu verzeichnen war.

Atos Umstrukturierung stockt
Der französische IT-Dienstleister Atos steht vor großen Umstrukturierungen und hat dafür mit dem bisherigen Finanzchef Paul Saleh einen neuen CEO ernannt. Um seine Schulden zu refinanzieren, will Atos seine Sparte Tech Foundations an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky und sein Cybersecurity-Geschäft an Airbus verkaufen. Doch wie Finanzen.net die französische Zeitung „Les Echos“ zitiert, ziehen sich die Verhandlungen bedrohlich in die Länge. Die Atos-Aktie brach an der Pariser Börse um 16 Prozent ein, seit Jahresbeginn hat sie bereits 40 Prozent an Wert verloren.

Auch Bershka mit virtueller Anprobe
Die spanische Modekette Bershka, die zur Inditex-Gruppe gehört, bietet laut Lebensmittelzeitung.net in ihrem Online-Shop die Möglichkeit der virtuellen Anprobe an, um die Retourenquote zu senken. Ein Foto von vorne und ein Foto von der Seite genügen, und schon kann der Nutzer die ausgewählten Kleidungsstücke fotorealistisch anprobieren. Bershka richtet sich mit seinen preisgünstigen Eigenmarken gezielt an ein jüngeres Publikum und betreibt in Deutschland zehn Filialen.


FedEx stellt eigene Handelsplattform vor
Der internationale Paket- und Expressdienst FedEx hat in einer Pressemitteilung seine neue Handelsplattform Fdx vorgestellt. Diese soll Onlinehändlern End-to-End-E-Commerce-Lösungen bieten, die auch die Integration des Lieferketten-Managements umfassen. So können Händler der Plattform ihren Kunden nicht nur genauere Sendungsinformationen geben, sondern auch über die CO2-Auswirkungen ihrer Einkäufe informieren und gleichzeitig Informationen aus den Sendungsnetzwerkdaten von FedEx für die Auftragsverwaltung nutzen. FedEx positioniert sich somit als Konkurrent von Amazon, dessen Paketzustellungen bereits 2022 diejenigen von FedEx und UPS zusammen übertraf.

Google löscht Apps von Endgeräten
Mit einem Update seines Play Stores vom 11. Dezember hat Google die Möglichkeit eines Fernzugriffs integriert, damit Nutzer Apps auf verbundenen Geräten leichter deinstallieren können. Wie Androidpolice.com berichtet, werden Apps, die etwa aufgrund technischer Mängel nicht mehr im Play Store gelistet sind, nun ohne Warnung oder Hinweis von den Endgeräten der Nutzer entfernt. Während bisher eine kostenpflichtige App auch nach einem Delisting verfügbar blieb, wird nun beispielsweise das beliebte Action-Rollenspiel „Wayward Souls“ einfach per Fernzugriff deinstalliert.

Tiktoker verdingen sich als Personal Shopper
Tiktoker haben in den USA eine neue Erwerbsmöglichkeit entwickelt, indem sie durch Off-Price-Läden, in denen z.B. Markenartikel aus Restbeständen zu deutlich reduzierten Preisen angeboten werden, ziehen und die Fundstücke während des Live-Streams an ihre Zuschauer verkaufen. Dazu kommen Versandkosten und eine „Fundgebühr“ von bis zu 15 Dollar, ein Umtausch ist in der Regel ausgeschlossen, berichtet Businessinsider.com.


NACHHALTIGKEIT

Hey Circle erhält 1,5 Mio. Euro Seed-Finanzierung
Das Münchner Start-up Hey Circle, das eine Mehrweg-Versandverpackung zum Mieten anbietet, hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 1,5 Mio. Euro an Investitionen erhalten. Ziel ist es, bis 2028 80 Mio. Einwegverpackungen durch umweltfreundlichere Mehrweg-Versandverpackungen zu ersetzen und damit bis zu 94 Prozent Abfall und drei Viertel der CO2-Emissionen einzusparen. Hey Circle hat laut VC-Magazin.de bereits 30 Kunden wie Drykorn und die Österreichische Post gewonnen und führt Pilotprojekte mit namhaften Unternehmen wie Trigema durch.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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