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Das müssen Sie am heutigen Gründonnerstag zum Thema E-Commerce wissen. Wir wünschen Ihnen schöne Ostern und melden uns am Dienstagmorgen zur gewohnten Zeit wieder. Die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Gemeinschaftsdiagnose: „Deutsche Wirtschaft kränkelt“
Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose hat ihr im Auftrag des Wirtschaftsministerium erstelltes Gutachten Frühjahr 2024 vorgelegt. Die beteiligten Wirtschaftsforschungsinstitute revidieren ihre Prognose gegenüber dem Herbstgutachten deutlich nach unten, etwa beim Bruttoinlandsprodukt auf ein De-facto-Nullwachstum von 0,1 Prozent. Zwar dürfte ab dem Frühjahr eine Erholung einsetzen, aber die Dynamik werde insgesamt nicht allzu groß ausfallen, lautet die Prognose. Das Gutachten warnt vor einer zu schnellen Rückkehr zur Schuldenbremse, deren Reform „kein Allheilmittel“ sei.
Riverty und Adyen bieten gemeinsam „Buy Now, Pay Later“ an
Das Fintech-Unternehmen Riverty und der Zahlungsdienstleister Adyen haben eine Partnerschaft geschlossen, um Adyen-Kunden in der DACH-Region eine „Buy Now, Pay Later“-Lösung anbieten zu können, wie Riverty mitteilt. Online-Händler können die 14-Tage-Rechnungslösung inklusive Co-Branding einfach in ihre Shops einbinden. Deutschland gehört mit rund 23 Prozent BNPL-Zahlungen zu den Top 10 Ländern weltweit; 2016 lag diese Quote noch bei lediglich drei Prozent.
Migros setzt Fragezeichen hinter Galaxus in Deutschland
Bei der Bilanzmedienkonferenz des Schweizer Retailkonzerns Migros in Zürich sagte dessen Chef Mario Irminger, die Zukunft der Migros-Tochter Galaxus.de in Deutschland „werde derzeit rege diskutiert“. Während das Schweizer Geschäft, wo Digitec Galaxus Marktführer ist, inzwischen profitabel sei, fahre man in Deutschland nach wie vor hohe Verluste ein. Immerhin relativiert Finanzchefin Isabelle Zimmermann, die vom Nachrichtenportal Nau.ch zitiert wird, Galaxus habe „in Deutschland seine Ziele aus dem Businessplan von 2021 immer übertroffen“.
Bergfreunde wachsen trotz Konsumtief weiter zweistellig
Der deutsche Online-Händler für Bergsport-, Kletter- und Outdoor-Ausrüstung, Bergfreunde, hat im Geschäftsjahr 2023 einen Netto-Umsatz von 272 Mio. Euro erzielt, was einem Plus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Wachstum findet das E-Commerce-Magazin neuhandeln.de bemerkenswert, weil der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel zuletzt einen Rückgang der E-Commerce-Umsätze in Deutschland um zwölf Prozent verzeichnete. Die Bergfreunde mit Sitz in der Nähe von Tübingen verkaufen ausschließlich über ihren Online-Shop, der für zwölf europäische Ländermärkte lokalisiert ist, und beschäftigen insgesamt 700 Mitarbeiter.
Digitalzwang bei BahnCards sorgt für Unmut
Die Deutsche Bahn will ihre BahnCards 25 und 50 nur noch digital über ein Online-Konto bei bahn.de oder die App „DB Navigator“ anbieten; nur bei der BahnCard 100 soll eine Ausnahme gemacht werden. Die Bahn wolle aus Umweltschutzgründen „künftig auf Plastik bei der BahnCard verzichten.“ Bereits heute würden 60 Prozent der Bahnfahrer die Karten via App nutzen, im Fernverkehr seien gar schon 84 Prozent der Tickets digital. Daten- und Verbraucherschützer halten das Umweltschutz-Argument für vorgeschoben, wie heise online berichtet. So ist die Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage überzeugt: „Der Bahn geht es nicht um Plastikvermeidung, sondern um noch mehr trackingbasiertes Marketing.“
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon entsorgt im letzten Jahr 7 Millionen Fake-Produkte
Amazon hat seinen vierten jährlichen Bericht zu Markenrechtsverletzungen (Annual Brand Protection Report) veröffentlicht, in dem das Unternehmen beschreibt, wie es gegen gefälschte Produkte auf seinen Onlinemarktplätzen vorgeht. So habe man etwa 2023 mehr als 700.000 Versuche vereitelt, bei denen mutmaßliche Betrüger neue Verkäuferkonten eröffnen wollten. Seit Gründung der Abteilung zur Bekämpfung von Markenrechtsverletzungen im Jahr 2020 sei trotz eines deutlich gestiegenen Gesamtvolumens die Anzahl berechtigter Beschwerden von Markeninhabern um 30 Prozent gesenkt worden. Allein im letzten Jahr seien weltweit mehr als sieben Millionen gefälschte Produkte beschlagnahmt und entsorgt worden.
Amazon investiert weitere Milliarden in Anthropic
Amazon investiert weitere 2,75 Milliarden Dollar in das KI-Start-up Anthropic. Die Gesamtinvestition des Online-Händlers in die Firma von CEO Dario Amodei steigt damit auf vier Milliarden Dollar (rund 3,7 Milliarden Euro), wie Amazon am Mittwoch mitteilte. Die Firma entwickelt Software mit Künstlicher Intelligenz wie den Chatbot Claude. Amazon war im September 2023 bei Anthropic eingestiegen. Damals war auch vereinbart worden, dass Amazons Tochter AWS für Anthropic zum zentralen Anbieter von Cloud-Infrastruktur wird.
Media-Markt Schweiz bietet neu Retail Media an
Europaweit gehört Media-Markt-Saturn bereits zu den größeren Playern im Retail-Media-Geschäft. Nun erweitert man dieses Angebot als erster dortiger Elektronikhändler auch auf die Schweiz, wie konsider.ch berichtet. Partner können künftig im Online-Shop bezahlte Werbung in Form von Sponsored Product Ads (SPA) schalten, die neben den Suchergebnissen oder auf der Startseite angezeigt werden. Das Angebot wird mit der Online-Marketing-Agentur Criteo realisiert und soll in naher Zukunft um Sponsored Brand Ads (SBA) erweitert werden.
Alibaba Group übernimmt Logistikdienstleister Cainiao vollständig
Die Alibaba Group hat angekündigt, den Logistikdienstleister Cainiao Smart Logistics Network vollständig zu übernehmen und damit gleichzeitig dessen Börsengang abzusagen. Alibaba hält bereits 64 Prozent der Anteile an Cainiao und will umgerechnet bis zu 3,75 Milliarden Dollar investieren, um alle restlichen Aktien von Minderheitsinvestoren und Mitarbeitern mit Aktienoptionen zu erwerben. Das Angebot bewertet Cainiao mit 10,3 Milliarden Dollar.
TRENDS & TECH
Große Mehrheit der Deutschen sieht in KI langfristigen Trend
Laut einer Studie von M-Science, dem Marktforschungsinstitut der Group-M-Agenturen, sehen 69 Prozent der Deutschen in Künstlicher Intelligenz (KI) einen langfristigen Trend. Fast die Hälfte der Befragten (43 Prozent) gab an, bereits KI-Anwendungen ausprobiert zu haben. Am bekanntesten ist der Chatbot ChatGPT, den 28 Prozent der Befragten nutzen, gefolgt vom Online-Übersetzer DeepL (11 Prozent), Google Gemini (8 Prozent) und dem Bildgenerator Dall-E 2 (4 Prozent). 54 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass KI stärker reguliert werden sollte. Die Veröffentlichung der Studie erfolgte im Vorfeld der Technologiekonferenz NextM, die im April in Düsseldorf stattfindet.
Österreichische Skigebiete bringen Liftkarte aufs Handy
Die österreichische Firma Axess hat eine Technologie entwickelt, die es ermöglicht, Skitickets vorab zu kaufen und auf das Handy zu laden, wie ORF.at berichtet. Das Bluetooth-Ticket wird im Webshop des Skigebiets gekauft und aktiviert, so dass man die Liftschleuse ohne physisches Ticket passieren kann. Ist der Akku des Smartphones leer, kann an der Kasse ein Ersatz-Ticket bezogen werden. Das System sei bereits erfolgreich in verschiedenen Skigebieten getestet worden.
NACHHALTIGKEIT
Booking.com beendet Nachhaltigkeitsprogramm auf Druck von niederländischem Verbraucherschutz
Booking.com stellt sein Nachhaltigkeitsprogramm ein, nachdem die niederländische Verbraucherschutz- und Marktaufsichtsbehörde ACM es als irreführend eingestuft hat, berichtet Trav-Magazine. Unterkünfte wurden von Booking mit Bewertungen mit einem oder mehreren grünen Blättern angezeigt. Die Behörde bemängelte, dass der Name des Programms den Eindruck erwecke, Reisen sei generell nachhaltig, und dass die Kriterien für die Bewertung der Unterkünfte nicht transparent seien. Booking.com will nun das Programm überarbeiten und externe Zertifizierungen einbeziehen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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