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Dem Handel in den USA könnte ein schwerer Herbst bevorstehen. Im Oktober endete die lange Phase, in der die Menschen die Kredite, die sie während ihres Studiums benötigten, wieder zurückzahlen müssen. Diese Verpflichtung war in Folge von Corona ausgesetzt gewesen. Nun muss der Handel damit rechnen, dass die Verbraucher unter anderem beim Shopping sparen werden. In der Vergangenheit gingen 18,5 Prozent der Ausgaben dieser Personen nach Berechnungen von Numerator an Amazon, mehr als elf Prozent...
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HANDEL NATIONAL
Das GfK-Konsumbarometer mit einem Minus
Das Konsumbarometer der GfK verzeichnet für Juli einen Rückgang. Die Analysten prognostizieren einen Wert von minus 25,4 Punkten, im Juni lag er bei minus 24,4 Punkten. Dies sei die erste Abwärtsbewegung nach acht Anstiegen. Als Grund nennen sie die Unsicherheit der Konsumenten, ersichtlich an einer um fünf Punkte angestiegenen Sparneigung. Ein Rückgang um 2,4 Punkte gebe es auch bei den Einkommensaussichten. Stabilität weise die Anschaffungsneigung auf, trotz eines Plus von 1,5 Punkten liege sie mit minus 14,6 Punkten auf einem niedrigen Niveau. Die Konsumneigung stufen die Forscher als sehr schwach ein.
girocard mit neuen Funktionen
Die girocard ist mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland. Damit das so bleibt, wird sie umfangreich weiterentwickelt. Händler können über eine Umfrage ihre Ideen dazu äußern. Mehr lesen
Amazon setzt den Einstiegslohn in der Logistik auf 14 Euro fest
Amazon plant von September an eine Erhöhung des Einstiegslohns für die Mitarbeiter in der Logistik auf 14 Euro brutto pro Stunde. In den nächsten Wochen sollen "soweit erforderlich" Gespräche mit den Betriebsräten an den Standorten beginnen. Fachkräfte und Gruppenleiter sollen 20 Euro erhalten. Für Mitarbeiter, die länger als zwei Jahre in der Logistik des Online-Riesen beschäftigt sind, liege das Jahresgehalt bei durchschnittlich 37.000 Euro. Verdi fordert aber weiterhin einen Tarifvertrag. Am vergangenen Montag hatten sich in Leipzig rund 300 der 1.100 Beschäftigten am Warnstreik der Gewerkschaft beteiligt.
Ebay startet Neuerungen für gewerbliche Verkäufer
In den kommenden Wochen und Monaten erweitert Ebay den Marktplatz für gewerbliche Verkäufer um neue Funktionen. Ab sofort können die Händler unangemessene Nachrichten melden oder die betreffende Person sperren. Ebay verspricht eine Prüfung der Vorgänge und eine Ahndung der Verstöße. Ebenfalls ab sofort gebe es einen vereinfachten Prozess bei Zahlungsstreitfällen. Das Textfeld für die Meldung sei erweitert worden, zusätzlich könnten fünf Dateien eingeschickt werden. Für die Anzeigenkampagnen erhielten die Verkäufer die zwei neuen Anwendungen "dynamischer Anzeigentarif" und "Prognosefunktion".
BGH führt Verfahren gegen Amazon ohne Anfrage beim EuGH
Der Bundesgerichtshof (BGH) wendet sich im Rahmen des Verfahrens zwischen Amazon und Bundeskartellamt, das am Dienstag begann, nicht an den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Amazon sieht sich zu Unrecht als Unternehmen mit "überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb" eingestuft. Dies ist seit 2021 möglich, der BGH hat keine grundsätzlichen Bedenken dagegen, meldet Fashion United. Die Regelung verstoße nach einer ersten Prüfung nicht gegen EU-Recht und sei nicht verfassungswidrig, daher wende sich das Gericht nicht an den EuGH.
Hallhuber schließt den Online-Shop
Der Bekleidungshändler Hallhuber, der Ende Mai Insolvenz angemeldet hat, ist nun aus dem Online-Vertrieb ausgestiegen. Das Münchner Unternehmen erklärt, dass die Schließung "eine Folge des Verfahrens" sei. Nach einem Bericht von Textilwirtschaft hatte die Geschäftsleitung den Online-Shop Anfang des Jahres noch als hochprofitabel eingestuft. Nun fehle das Geld des Investors Robus Capital, möglich sei auch, dass der Logistiker die entsprechende Ware nicht an Hallhuber weitergebe. Nach Unternehmensangabe werde an einem Neustart des Online-Shops gearbeitet.
HANDEL INTERNATIONAL
Cainiao führt weltweit eine Fünf-Tage-Lieferzeit ein
Das Logistikunternehmen aus dem Hause Alibaba, Cainiao, führt eine Lieferzeit für internationale Pakete von maximal fünf Werktagen ein. Dieser Service erfolge in Kooperation mit der Plattform Ali Express, die den Einkauf direkt von den chinesischen Herstellern biete. Parallel mit diesem Schritt nehme in China der unabhängige Schnelllieferdienst Cainiao Express den Betrieb auf.
Doordash zahlt jetzt auch Stundenlohn
Fahrer von Doordash in den USA können in Zukunft mit einem garantierten Stundenlohn rechnen. Er ist aber nicht einheitlich, sonden abhängig von Ort und weiteren Bedingungen. Der Lieferdienst bietet den Kurieren unterschiedliche Modelle. Bei "Earn by Time" werde die stündliche Vergütung vom Moment der Bestellungsannahme bis zur Übergabe der Ware an den Kunden berechnet, darüber hinaus erhielten die Fahrer das komplette Trinkgeld. Bei "Earn per Offer" werde das bestehende Modell fortgesetzt. "Dash along the Way" ermögliche die Übernahme von Bestellungen auf dem Weg zu einer von den Fahrern ausgesuchten Region, in der sie unterwegs sein wollen. Kunden können das Trinkgeld in Zukunft auch nach der Lieferung über die Doordash-App bezahlen oder aufstocken.
HDE fordert faire Rahmenbedingungen für deutsche und ausländische Online-Händler
Der Handelsverband HDE fordert für Online-Händler, die in Deutschland aktiv sind, aber ihren Sitz außerhalb der EU haben, dieselben Vorgaben wie für heimische Online-Shops. Dies sei zwingend notwendig. Ohne gleiche Bedingungen für alle werde der Wettbewerb massiv verzerrt. Wenn sich die Händler aus Nicht-EU-Ländern über Vorgaben hinwegsetzen könnten, erhielten sie massive Kostenvorteile. Die EU und Deutschland schafften es nicht, ihre Gesetze in China und anderen Drittstaaten durchzusetzen. Für den Verband gehe es um eine verpflichtende Nutzung des Verfahrens Import-One-Stop-Shop (IOSS) für alle Warensendungen von außerhalb der EU in den Binnenmarkt.
TRENDS & TECH
Lücken bei der Barrierefreiheit in deutschen Online-Shops
Die deutschen Online-Shops weisen bezüglich der Barrierefreiheit deutliche Defizite auf. Bei Besuchen der 78 Portale in Deutschland mit den höchsten Klickraten haben Aktion Mensch, BITV-Consult, Google und Stiftung Pfennigparade in ihrer gemeinsamen Untersuchungen festgestellt, dass drei Viertel von ihnen nicht barrierefrei sind. Die geforderte einfache Tastaturbedienbarkeit nicht liege nicht vor. Die stelle die größte Barriere dar. In der Folge könnten rund 7,8 Millionen der Verbraucher nur eingeschränkt im Internet einkaufen. In vielen Fällen fehlten ein sichtbarer Tastaturfokus oder entsprechende Kontrastfarben. Insgesamt sei bei zwölf Anbietern eine barrierefreie Navigation möglich.
Informationspflicht wird in vielen Fällen nicht erfüllt
Nach einer Untersuchung der 100 größten deutschen Online-Shops durch den Callcenter-Spezialisten Salesupply erfüllen zahlreiche digitale Händler die Informationspflicht nicht. Seit dem 28. Mai 2022 müssten Verbraucher nach einer geänderten EU-Regelung die Telefonnummer, E-Mailadresse oder andere Online-Kommunikationsmittel ohne Weiteres finden können. Bei 13 Online-Shops fehle die Telefonnummer, bei 14 sei eine längere Suche erforderlich. Eine Pflicht der Angabe dieser Daten bestehe auch beim Widerrufsrecht, bei 20 sei die Telefonnummer nicht ersichtlich. Bei Verstößen gegen die Informationspflicht drohe ein Bußgeld.
Visibility Charts E-Commerce: Diese Start-ups gehen durch die Decke
Allein die Top Ten zieren sieben neue Namen: Die Start-up-Szene bleibt in Bewegung, wie die neue Auswertung der "Visibility Charts E-Commerce" zeigt. Gemeinsam mit den Datenspezialisten von Warehousing1 veröffentlicht Etailment die Rangliste der E-Commerce-Start-ups im zweiten Quartal 2023. Welche jungen Unternehmen gerade trotz steigender Zinsen und wachsender Zurückhaltung bei Wagniskapitalgebern voll durchstarten, lesen Sie in unserem kostenlosen Whitepaper.
NACHHALTIGKEIT
Kunststoffverpackungen nicht grundsätzlich klimaschädlich
Nach Auffassung des Umwelttechnikers Rainer Bunge sind Verpackungen in vielen Fällen weniger schädlich als angenommen. Für den Professor für Umwelt- und Verfahrenstechnik an der Ostschweizer Fachhochschule bildet nicht der Abfall das Problem, sondern seine ordnungsgemäße Entsorgung, erklärt er in einem Interview mit Fachpack 360°. Der Zweck der Verpackungen sei der Schutz der Produkte, erforderlich seien Kunststoffverpackungen, die das Verderben der Lebensmittel verhinderten. Diese Verpackungen würden in Deutschland durch Recycling und thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen umweltgerecht entsorgt. Für ihn gehe es um die pauschale Aussage, dass Kunststoffverpackungen grundsätzlich schädlich seien. Dies stelle nicht den dringenden Grund zu mehr Nachhaltigkeit in Frage, wichtig sei auch ein umweltbewusster Konsum.
Redakteur
Wolfram Marx ist Journalist und schreibt für etailment unter anderem das Morning Briefing mit den täglichen Nachrichten aus Handel und E-Commerce. Seine Beiträge erschienen zudem in weiteren Fachtiteln der dfv Mediengruppe wie TextilWirtschaft, ahgz und Food Service sowie in der Rheinischen Post und im Reisefachmedium Travel ONE.
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