Heimtiermarkt, Barrierefreiheit, Emma Sleep, Freenow, Tiktok Shop, Shein, Bunq, Stripe + Wechat Pay, Google, Photoroom

Heimtiermarkt, Barrierefreiheit, Emma Sleep, Freenow, Tiktok Shop, Shein, Bunq, Stripe + Wechat Pay, Google, Photoroom

Aktuelle E-Commerce-News zu Heimtiermarkt, Barrierefreiheit, Emma Sleep, Freenow, Tiktok Shop, Shein, Bunq und weiteren Themen des Tages im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Heimtiermarkt boomt online – Katz‘ sei Dank
Die deutsche Heimtierbranche behauptete 2024 trotz schwieriger Wirtschaftslage ihr Umsatzniveau von rund 7 Mrd. Euro, berichtet Lebensmittelpraxis.de. Der Online-Handel habe mit einem spektakulären Zuwachs von 14,9 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro geglänzt und generiere jetzt 21,7 Prozent des Gesamtumsatzes. In den 44 Prozent der deutschen Haushalte, in denen sich 33,9 Mio. Haustiere tummeln, wurde in Katzenfutter 3,5 Prozent mehr investiert als im Vorjahr, aber bei den armen Hunden mit minus 0,7 Prozent und bei Spielzeug und Zubehör mit minus 0,6 Prozent hingegen gegeizt.

Barrierefreie Online-Shops: Anfangen zählt
Ende Juni müssen Online-Shops barrierefrei sein. Bußgelder wird es vermutlich nicht sofort hageln, aber Anfangen ist angesagt, schreibt Etailment.de. Das nutze auch nicht eingeschränkten Kunden.

Emma Sleep verzeichnet 12 Prozent Umsatzknick
Der Online-Matratzenhändler „Emma Sleep“ verzeichnete 2024 einen Umsatzeinbruch von 12 Prozent auf 845 Mio. Euro, berichtet Excitingcommerce.de. Besonders in Europa seien die Erlöse um satte 17 Prozent geschrumpft. Als Gründe nenne Hauptgesellschafter Haniel im Geschäftsbericht schwierige Marktbedingungen, gekürzte Marketingbudgets und operative Herausforderungen. Trotz der jüngsten Delle habe Emma im Fünfjahresvergleich seine Umsätze allerdings nahezu versechsfacht und den einstigen Marktführer „Bett1“ deutlich abgehängt.

KI im E-Commerce: Große Neugier, zögerliche Umsetzung
KI findet im deutschen E-Commerce breite, aber oberflächliche Anwendung, zeigt eine aktuelle Studie von Uptain laut Retail-News.de. Während 71 Prozent der Online-Händler bereits mit der Technologie experimentiert hätten, nutzten nur 12 Prozent sie täglich im Betriebsablauf. Die meisten würden KI lediglich für Content und Marketing einsetzen, während datenintensive Bereiche wie Preisgestaltung vernachlässigt blieben. Mangelndes Know-how und technische Hürden bremsten die tiefgreifende Integration, wodurch wertvolle Chancen für gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit ungenutzt verkümmerten.

BMW und Mercedes verkaufen Freenow an Lyft
BMW und Mercedes verkaufen ihre gemeinsame Mobilitäts-App „Freenow“ für 175 Mio. Euro an den US-Konkurrenten Lyft, berichtet Businessinsider.de. Die Autohersteller würden sich künftig auf ihr Kerngeschäft sowie auf Elektrifizierung und KI konzentrieren. Das ursprünglich 2009 als „Mytaxi“ gegründete Hamburger Start-up sei zwischenzeitlich auch im Mietwagengeschäft aktiv gewesen, habe sich jedoch im April 2024 daraus zurückgezogen. Vergangenen Herbst habe Freenow erstmals die Gewinnzone erreicht.


HANDEL INTERNATIONAL

USA: Tiktok Shop spürt die Zölle
Der Warenumschlag in Tiktok Shop ist letzte Woche auf 197,4 Mio. Dollar gesunken, nachdem Donald Trump neue Zölle auf chinesische Importe angekündigt hatte, berichtet Scmp.com. Ende März habe der Wert noch bei 290,8 Mio. Dollar gelegen. Die Strafzölle von – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung – 245 Prozent und die Abschaffung der Zollfreigrenze erschwerten den Handel zwischen den zwei größten Volkswirtschaften erheblich.

Shein balanciert zwischen China und Vietnam
Sheins chinesische Zulieferer erleben einen dramatischen Auftragseinbruch von bis zu 50 Prozent, berichtet Techinasia.com. Der Fast-Fashion-Riese verlagere schrittweise seine Produktion nach Vietnam, um US-Zollhürden zu umgehen. Obwohl Shein dies offiziell dementiere, locke das Unternehmen größere Zulieferer mit garantierten Mindestbestellungen und verlängerten Vorlaufzeiten nach Vietnam. Diese Strategie riskiere jedoch laut Experten das Aufbrechen von Sheins effizientem Geschäftsmodell.

Bunq startet US-Expansion mit Broker-Dealer-Lizenz
Die niederländische Neobank Bunq bereitet mit dem Antrag auf eine Broker-Dealer-Lizenz ihren Markteintritt in den USA vor, berichtet Thenextweb.com. Europas zweitgrößte Digitalbank wolle zunächst Investitionsprodukte wie Aktien und ETFs anbieten, bevor sie später eine vollständige US-Banklizenz beantrage. Laut CEO Ali Niknam richte sich das Angebot an die wachsende Gruppe der „standortunabhängigen“ Nutzer. Mit 17 Mio. Kunden und einem Jahresgewinn von 85,3 Mio. Euro für 2024 – eine Steigerung um 65 Prozent – plane Bunq, die Gewinne in die internationale Expansion zu investieren.

Verlorene Pakete kosten Europas Händler ein Vermögen
Verlorene Pakete haben britischen und europäischen Einzelhändlern während September bis Dezember einen Verlust von 539 Mio. Euro beschert, berichtet Channelx.world. Die geschätzten Umsatzeinbußen betrügen 505 Mio. Euro, plus 10,5 Mio. Euro an Versandkosten und weitere 23,6 Mio. Euro an zusätzlichen Kundendienstkosten für die Paketnachverfolgung. Jedes verschwundene Paket schlage mit durchschnittlich 145 Euro zu Buche. Obwohl nur 0,06 Prozent der Sendungen offiziell als verloren gelten, könnte die tatsächliche Quote sogar bei 0,7 Prozent liegen.


USA: 40 Prozent aller Online-Käufe sind spontan
40 Prozent aller E-Commerce-Einkäufe in den USA entfallen auf ungeplante Impulskäufe, berichtet Valenciavoice.com. Mehr als jeder fünfte Amerikaner gerate durch solche spontane Online-Einkäufe bereits in finanzielle Bedrängnis. Soziale Plattformen wie Tiktok hätten sich zu digitalen Einkaufszentren entwickelt, die besonders junge Menschen zum Geldausgeben animierten: So geben 30 Prozent der College-Studenten online unter 500 Dollar im Monat aus, aber 25 Prozent sogar über 1.000 Dollar.

Synthetische Identitäten überrollen den Online-Handel
Cyberkriminelle würden laut Fashionunited.de zunehmend synthetischen Identitäten mit echten Datenfragmenten kombinieren, um ihren Betrug zu verschleiern. Rund 92 Prozent der deutschen E-Commerce-Unternehmen seien bereits mit falschen Kundenidentitäten konfrontiert worden; 43 Prozent hätten Schäden zwischen 10.000 und 100.000 Euro erlitten. Besonders beunruhigend sei, dass KI den Betrügern als Multiplikator diene und die fehlende internationale Standardisierung bei der Identitätsprüfung die Abwehr erschwere.

Stripe integriert Wechat Pay
Stripe erweitert seine Zahlungsinfrastruktur um Wechat Pay in 20 Ländern – darunter auch Deutschland, berichtet Techinasia.com. Online-Händler könnten die in China dominierende Zahlungsmethode nahtlos in ihre Plattformen integrieren und Geschäfte chinesische Reisende mit den ihnen vertrauten QR-Codes zahlen lassen. Der Schritt komme zur rechten Zeit, da sich der chinesische Auslandstourismus nach der Pandemie erhole und digitale Geldbörsen bald mehr als die Hälfte aller globalen E-Commerce-Transaktionen ausmachen würden.

Google löscht über 39 Mio. Werbekonten
Laut Techcrunch.com hat Google im vergangenen Jahr 39,2 Mio. Werbekonten gesperrt – dreimal so viele wie 2023. Die überwiegende Mehrheit der verdächtigen Konten konnte durch den Einsatz von KI bereits vor der ersten Anzeigenschaltung identifiziert werden. Eine Task Force mit über 100 Experten aus verschiedenen Google-Abteilungen habe sich speziell mit Deepfake-Betrug beschäftigt, was zu einem Rückgang der entsprechenden Meldungen um 90 Prozent geführt habe. Der sinkende Gesamtzahl der blockierten Anzeigen deute zudem auf effektivere Präventionsmaßnahmen hin.

KI-Bildbearbeitung Photoroom sammelt weitere 43 Mio. Dollar ein
Das französische KI-Startup Photoroom habe kürzlich, bei einer Bewertung von 500 Mio. Dollar, weitere 43 Mio. Dollar Investitionskapital eingesammelt, meldet Tech.eu. Die Anwendung, die im E-Commerce vor allem für das effektive Entfernen von Hintergründen bei Produktfotos bekannt sei, verarbeite jährlich etwa fünf Mrd. Bilder und habe 2023 einen wiederkehrenden Umsatz von 50 Mio. Euro erzielt. CEO Matthieu Rouif betone, dass sie ihre eigenen KI-Modelle mit „sauberen“ Daten trainierten, um ethische Bedenken zu adressieren – schließlich wolle man das „Internet schöner machen“.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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