Insolvenzen, Cocoli, Versandangaben, Shein, Wirtschaft China, Huddle, E-Commerce Spanien, Meta + Vodafone, Cyberversicherungen

Insolvenzen, Cocoli, Versandangaben, Shein, Wirtschaft China, Huddle, E-Commerce Spanien, Meta + Vodafone, Cyberversicherungen

Aktuelle E-Commerce-News: Insolvenzen, Cocoli, Versandangaben, Shein, Wirtschaft China, Huddle, E-Commerce Spanien und weitere Themen im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Zahl der Insolvenzen sinkt um acht Prozent
Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland ist im Juni im Vergleich zum Vormonat um acht Prozent gesunken, liegt aber mit 1.160 Fällen um elf Prozent höher als im Juni 2023, meldet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Für die meisten Branchen waren die Höchstwerte bereits im April erreicht worden. Ein Trend zeichne sich aber noch nicht ab, so IWH-Forscher Steffen Müller.

Start-ups: So will Cocoli den Secondhand-Möbelkauf salonfähig machen
Das Berliner Start-up Cocoli verkauft Designermöbel mit kleinen Schönheitsfehlern und will so dafür sorgen, dass weniger Einrichtungsgegenstände entsorgt werden. Der Onlineshop bietet Secondhand- und B-Ware und ist in nur drei Jahren auf beachtliche 350.000 Produkte angewachsen. Etailment hat mit Mitgründerin Greta Schindler über ihr Start-up gesprochen.

39 Prozent kommentieren Nachrichtenartikel
39 Prozent der Nutzer, die online Nachrichtenartikel lesen, kommentieren diese auch; 4 Prozent häufig, 14 Prozent gelegentlich und 21 Prozent eher selten, so das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage. 88 Prozent der Befragten wünschen sich respektvollere Debatten im Netz, 72 Prozent empfinden den Ton generell als zu aggressiv. 41 Prozent der 16- bis 29-Jährigen geben an, dass Kommentare manchmal ihre Meinung beeinflussen.

„Sofort lieferbar“ ist eine abmahnfähige Versandangabe
Online-Händler müssen zwar kein konkretes Lieferdatum nennen, aber rechtssichere Angaben zur Versanddauer machen. Zulässige Formulierungen sind laut Onlinehaendler-News.de beispielsweise „Lieferzeit ca. 1 Woche“ oder „Lieferzeit 3 bis 5 Tage“. Abmahngefährdet sind dagegen Angaben wie „Versand auf Anfrage“, „in der Regel“, „sofort lieferbar“, „voraussichtlich“ oder „nach Zahlungseingang“. Diese gelten laut verschiedener Gerichtsurteile als intransparent oder wettbewerbswidrig.

Matratzenhändler wegen falschen Bewertungen verurteilt
Das Oberlandesgericht Hamm hat ein Matratzenunternehmen wegen sittenwidriger Schädigung verurteilt. Wie Beck.de berichtet, hatten Mitarbeiter des Unternehmens systematisch Produkte eines Konkurrenten bestellt, zurückgeschickt und anschließend im Internet mit schlechten Bewertungen wie „Sehr unbequeme Matratze“ oder „Matratze stinkt unglaublich“ versehen. Das Gericht sah darin den Zweck, das Ansehen des Konkurrenten durch die Veröffentlichung der nachteiligen Bewertungen zu schädigen, und entschied auf Schadensersatzzahlung.


EM 2024

Berliner Feuerwehrleute verkaufen ihre EM-Patches auf Ebay
Zur Fußball-EM 2024 haben Berliner Feuerwehrleute und Polizisten spezielle „Euro 2024“-Aufnäher für ihre Uniformen bekommen. Diese werden nun bei Ebay versteigert, ein Patch der Feuerwehr erzielte sogar 450 Euro. Die Feuerwehrführung warnt vor dem Verkauf und droht mit Disziplinarmaßnahmen, während die Polizei den Verkauf als unkollegial, aber nicht strafbar bezeichnet – allerdings erzielen die Polizei-Patches laut Berliner-Zeitung.de nur Preise um die acht Euro.


HANDEL INTERNATIONAL

Shein investiert 250 Mio. Dollar in Nachhaltigkeit
Das Billigmodeportal Shein investiert laut Handelszeitung.ch 250 Mio. Euro in Nachhaltigkeitsinitiativen. 200 Mio. Euro fließen in einen weltweiten „Kreislaufwirtschaftsfonds zur Förderung von Innovationen in der Modeindustrie“, weitere 50 Mio. Euro sollen Marken und Designer für den Ausbau ihres nachhaltigen Online-Geschäfts erhalten, sofern dieser über den Marktplatz des Unternehmens abgewickelt wird. Zum Vergleich: 250 Mio. Euro sind beim momentanen Wechselkurs ungefähr 0,846 Prozent von 32,5 Mrd. Dollar Jahresumsatz (2023).

Billigangebote ziehen in Chinas Wirtschaftskrise nicht mehr Chinas größte Online-Verkaufsveranstaltungen verzeichnen erstmals seit Jahren einen Umsatzrückgang, das „618“-Verkaufsfestival beispielsweise um 7 Prozent. Die Verbraucher achten weniger auf Rabatte, sondern konzentrieren sich auf das Nötigste. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 14,9 Prozent, das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen bei 905 Dollar, berichtet Businessinsider.com. Der offizielle Einkaufsmanagerindex schrumpfte im Juni den zweiten Monat in Folge. Zusätzlich verschärft eine Immobilienkrise die Situation, mit dem stärksten Preisverfall für Neubauten seit fast einem Jahrzehnt.

Grenzüberschreitender Handel ist zu komplex
82 Prozent der 4.003 in einer Analyse von Avalara befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die Komplexität des grenzüberschreitenden Handels ihre Expansion behindert. Die 8.242 befragten Verbraucher nennen hohe Versandkosten, lange Lieferzeiten und intransparente Endkosten als Hauptgründe für Kaufabbrüche – 58 Prozent berichten beispielsweise von unerwarteten Zollgebühren. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen bereits 52 Prozent der Unternehmen weltweit auf KI und Automatisierung.

Huddle übernimmt Boop Beauty
Die Huddled Group hat eine Mehrheitsbeteiligung von 75 Prozent an Boop Beauty erworben, einem Online-Händler für überschüssige Kosmetikprodukte. Laut Fashionunited.com arbeitet das Unternehmen mit Marken wie Aromatherapy Associates, Legology und Foreo zusammen und verzeichnete im zweiten Quartal 558 Bestellungen mit einem Durchschnittswert von 39 Pfund. Huddled plant, den Online-Shop von Boop Beauty zu integrieren und Anfang September neu zu starten.

Spaniens E-Commerce wächst 16,3 Prozent
Nach Angaben der spanischen Wettbewerbsbehörde CNMC ist der E-Commerce-Umsatz in Spanien im Jahr 2023 um 16,3 Prozent auf über 84 Mrd. Euro gestiegen. Die umsatzstärksten Branchen waren Reisebüros mit 8,5 Prozent, gefolgt von Bekleidung mit 7,3 Prozent und Flugreisen mit 5,5 Prozent. Die Zahl der Transaktionen stieg um 15,1 Prozent auf 432 Millionen. 40,1 Prozent des Umsatzes blieben in Spanien, der Rest ging ins Ausland. Amazon dominiert auch hier den Onlinemarkt und macht einen Jahresumsatz von 7,1 Mrd. Euro.


Meta und Vodafone optimieren Onlinevideo
Meta und Vodafone haben die Übertragung von Kurzvideos in elf europäischen Mobilfunknetzen optimiert, was zu einer Reduzierung des Datenverkehrs im niedrigen, zweistelligen Bereich geführt hat, berichtet Reuters.com. Videos machen mittlerweile 73 Prozent des mobilen Datenverkehrs aus. Vodafone sieht in der Kooperation einen pragmatischen Ansatz zur Lösung der Kostenteilungsdebatte zwischen Telekommunikationsanbietern und Technologieunternehmen.

Ebay gewinnt einen „AI Breakthrough Award“
Das KI-Angebotserstellungstool von Ebay, das automatisch Produktbeschreibungen generieren kann, wurde bei den AI Breakthrough Awards als „Best Overall Generative AI Solution“ ausgezeichnet. Das Tool, das 2023 in fünf wichtigen Märkten eingeführt wurde, soll laut Pressemitteilung bald um die Möglichkeit erweitert werden, Produktdetails auch aus Bildern zu extrahieren.

Cyberversicherungen werden teurer
Der Markt für Cyberversicherungen reagiert auf die steigende Anzahl und Komplexität von Cyberangriffen mit strengeren Anforderungen und höheren Prämien. 57 Prozent von 5.600 befragten IT-Verantwortlichen berichten von einer Zunahme der Cyber-Angriffe, 59 Prozent bestätigen eine steigende Komplexität, zitiert Golem.de aus dem Sophos Threat Report. Die Kosten für die damit verbundenen Aufräumarbeiten beliefen sich auf 1,82 Mio. Dollar. Nur durch Investitionen in moderne Cyberabwehr können Unternehmen bessere Versicherungskonditionen und niedrigere Prämien erzielen.


NACHHALTIGKEIT

Die Hälfte der Nachhaltigkeitsmanager wollen wechseln
Laut einer Umfrage von „The Sustainability People Company“ unter 450 Nachhaltigkeitsmanagern plant die Hälfte einen Jobwechsel in den nächsten zwei Jahren, obwohl 61 Prozent mit ihrer aktuellen Position eigentlich zufrieden sind, berichtet Textilwirtschaft.de. Hauptgründe sind mangelnde Fortschritte im Unternehmen, zu knappe Ressourcen und fehlende Unterstützung durch das Management. 80 Prozent wünschen sich flexiblere Arbeitsbedingungen und Weiterbildungsmöglichkeiten.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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