
JD.com + Ceconomy, Recht auf Reparatur, Vergleichsportale, Zahlungsausfälle, Fnac Darty, Google, Visa, Sellful, KI-Agenten, P&C
Aktuelle E-Commerce-News: JD.com + Ceconomy, Recht auf Reparatur, Vergleichsportale, Zahlungsausfälle, Fnac Darty, Google und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
JD.com greift nach Mediamarkt und Saturn
Der chinesische Online-Händler JD.com verhandelt über die Übernahme des Handelskonzerns Ceconomy mit seinen Töchtern Mediamarkt und Saturn, berichtet Manager-Magazin.de. Das Unternehmen erwäge, den Aktionären 4,60 Euro je Stammaktie zu bieten, bindende Vereinbarungen seien jedoch noch nicht unterzeichnet. Die Ceconomy-Aktie kletterte daraufhin um mehr als zehn Prozent auf 4,15 Euro. Weder von der Gründerfamilie, die über Convergenta 30 Prozent der Anteile hält, noch von Anteilseignern wie Meridian, Beisheim und Freenet gebe es bislang Stellungnahmen.
Neuer Umsatz durch kaputt
Wenn im Sommer 2026 das Recht auf Reparatur kommt, wird sich im Händleralltag vermutlich erst einmal nicht viel ändern. Der Elektrohandel bereitet sich aber auf die langfristigen Möglichkeiten vor – und sieht gute Chancen für mehr Geschäft. Etailment.de hat sich bei den großen Anbietern umgehört.
Servicevalue kürt die besten Vergleichsportale
Servicevalue und Focus Money kürten laut Onlinehaendler-News.de auch dieses Jahr die besten Online-Vergleichsportale: An der Spitze stehe Dasoertliche.de als Branchenverzeichnis, gefolgt von Kleinanzeigen.de für Privatanbieter und Vergleich.de für den Finanzbereich. Aber auch Lieferando.de, Jameda.de und Autoscout24.de erhielten Topbewertungen in der großangelegten Nutzerbefragung. Verbraucher erwarteten von Portalen, dass sie Angebote sichtbar machten, ordneten und direkte Aktionen ermöglichten, erkläre Servicevalue-Geschäftsführer Dr. Claus Dethloff.
Zahlungsausfälle: Zur Hälfte wegen echter Finanzprobleme
Die Hälfte der Zahlungsausfälle in Deutschland entsteht durch echte finanzielle Engpässe und nicht durch Nachlässigkeit, zeigt eine Yougov-Umfrage für Riverty laut Pressemitteilung. Jeder vierte Deutsche habe bereits Inkasso-Erfahrungen gesammelt, die Forderungen lägen dabei zu 68 Prozent unter 5.000 Euro. Die genannten Hauptgründe der Betroffenen seien Einkommensverlust (27 Prozent) und überhöhte Ausgaben (26 Prozent). Über ein Drittel gäbe dem System die Schuld: Unklarer Kommunikation, fehlerhaften Rechnungen oder Mahnungen. Betroffene nutzten hauptsächlich telefonischen Support, bewerteten diesen aber nur zu 26 Prozent als hilfreich.
Deutsche sparen trotz steigender Einkommen weiter
Das deutsche Konsumklima verschlechtert sich weiter und rutscht auf minus 21,5 Punkte ab, wie das Gfk-Konsumklima zeigt. Die Sparneigung erreiche mit 16,4 Punkten den höchsten Wert seit eineinhalb Jahren, während die Anschaffungsneigung auf minus 9,2 Punkte falle. Besonders drastisch seien die Konjunkturerwartungen eingebrochen: Sie halbierten sich von 20,1 auf 10,1 Punkte. Hauptmotive für das Sparverhalten seien anhaltende Unsicherheit, Vorsorgebedürfnis und hohe Nahrungsmittelpreise, erläutert Experte Rolf Bürkl.
HANDEL INTERNATIONAL
Schweizer shoppen seltener online
Schweizer kaufen deutlich seltener online als Deutsche und Österreicher, zitiert Persoenlich.com eine Studie von Annalect für United Internet Media. Während 28 Prozent der Deutschen wöchentlich digital einkaufen würden, seien es in der Schweiz nur 18 Prozent. Bei monatlichen Käufen führe Deutschland mit 72 Prozent vor Österreich mit 69 Prozent und der Schweiz mit 51 Prozent. Galaxus dominiere den Schweizer Markt mit 53 Prozent Anteil. Bekleidung, Accessoires und Schuhe bildeten mit 80 Prozent die beliebteste Kategorie, gefolgt von Büchern und Kosmetikprodukten.
Online-Wachstum treibt Fnac Darty trotz Verlusten voran
Fnac Darty steigerte den Online-Umsatz im ersten Halbjahr um acht Prozent, meldet Ecommercenews.eu. Der E-Commerce-Anteil kletterte auf 21 Prozent des Konzernumsatzes. Der französische Händler für Unterhaltung und Elektronik erreichte einen Gesamtumsatz von 4,48 Mrd. Euro, was einem Plus von 0,7 Prozent entspreche. Die Bruttomarge verbesserte sich um 60 Basispunkte auf 28,9 Prozent. Trotz eines Verlusts von 56 Mio. Euro durch Logistik-Investitionen sehe sich das Unternehmen auf Kurs für seine Ziele bis 2030.
Google plant 85 Mrd. Dollar Investitionen dank KI-Boom
Google steigert seine Kapitalausgaben um zehn Mrd. auf insgesamt 85 Mrd. Dollar, wie CEO Sundar Pichai laut Theverge.com bei der Quartalsbilanz bekannt gab. Künstliche Intelligenz „beeinflusse bereits jeden Geschäftsbereich positiv“, erklärte der Konzernchef. Die KI-Features „AI Overviews“ und „AI Mode“ würden hervorragend performen und bereits das Suchverhalten verändern. Der Mutterkonzern Alphabet meldete für das zweite Quartal 2025 einen Umsatz von 96,4 Mrd. Dollar – ein Wachstum von 14 Prozent.
Weko drückt Visa-Gebühren: Schweizer Handel spart Millionen
Die Wettbewerbskommission Weko hat mit Visa eine deutliche Senkung der Kartengebühren vereinbart, berichtet Htr.ch. An physischen Verkaufspunkten dürfe Visa künftig maximal 0,15 Prozent für Debitkarten-Zahlungen erheben, Online-Zahlungen würden ab November auf 0,25 Prozent sinken. Besonders drastisch falle die Reduktion grenzüberschreitender Gebühren aus: Bei Debitkarten von 1,0 auf 0,2 Prozent, bei Kreditkarten von 1,15 auf 0,44 Prozent. Der Schweizer Handel spare dadurch jährlich über zehn Mio. Franken.
Sellful verkauft lebenslanges Online-Business-Paket
Der Website-Baukasten-Anbieter Sellful bewirbt seinen „ERP Agency Plan“ derzeit mit einem Lebenszeit-Angebot von 349.97 Dollar, meldet Mashable.com. Die White-Label-Plattform positioniere sich als All-in-One-Lösung für Unternehmen und verspreche KI-gestützte Website-Erstellung, E-Commerce-Integration sowie automatisierte Marketing-Tools. Zusätzlich seien Personalverwaltung, wie z.B. Mitarbeitersuche und Lohnabrechnung, abgedeckt. Der beworbene Plan enthalte 100GB Cloud-Speicher und 50.000 monatliche E-Mail-Versendungen.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Google startet virtuelle Anprobe in den USA
Google startet laut Techcrunch.com sein KI-Feature für virtuelles Anprobieren von Kleidung. Nach zweimonatiger Testphase könnten US-Nutzer nun Ganzkörperfotos hochladen und Kleidungsstücke am eigenen virtuellen Abbild ausprobieren. Die Funktion sei bei Google Shopping, der Suche und bei „Bilder“ verfügbar. Zusätzlich führe der Konzern verfeinerte Preis-Benachrichtungen ein, die spezifische Kriterien wie Größe, Farbe und Wunschpreis berücksichtigen würden. Im Herbst solle ein weiteres Feature folgen, das Outfit- und Raumgestaltungsideen generiere.
Online-Abo-Mogeleien nehmen zu
Verbraucher mogeln sich vermehrt um die Abonnement-Angebote von Online-Unternehmen herum, berichtet Businessinsider.com. Das Geschäft mit Abos sei in der vergangenen Dekade um über 400 Prozent gewachsen und generiere dieses Jahr voraussichtlich 1,5 Bio. Dollar Umsatz. 36 Prozent der Amerikaner würden systematisch kostenlose Probeabos ausnutzen, indem sie neue E-Mail-Adressen erstellten, temporäre Kreditkarten verwendeten oder kündigen, bevor Kosten entstehen. Es entstehe ein „umgekehrter Robin-Hood-Effekt“: Die Trickser zahlen nichts, die Ehrlichen dafür umso mehr.
Unternehmen setzen jetzt auf KI-Agenten
70 Prozent von 2.900 befragten Führungskräfte einer IBM-Studie halten KI-Agenten für unverzichtbar in ihren Unternehmen, berichtet Itmagazine.ch. 83 Prozent hoffen auf Verbesserungen bis nächstes Jahr, 71 Prozent glauben an die autonome Anpassungsfähigkeit der Software. Die erhofften Vorteile seien bessere Entscheidungsfindung (69 Prozent), Kostensenkung (67 Prozent) und stärkere Mitarbeiterbindung (42 Prozent). Die Marktforscher von Gartner prognostizierten hingegen, dass 40 Prozent aller KI-Agenten binnen zwei Jahren scheitern werden, ohne produktiv gewesen zu sein.
NACHHALTIGKEIT
P&C kooperiert mit der Online-Schneiderei „Die Änderei“
Peek & Cloppenburg Düsseldorf erweitere seinen Änderungsservice um eine digitale Komponente und kooperiere dafür mit dem Online-Atelier „Die Änderei“, berichtet Textilwirtschaft.de. Kunden könnten nun auch in Filialen ohne hauseigenes Atelier Kleidungsreparaturen von zu Hause buchen. Der Service umfasse sowohl P&C-Ware als auch mitgebrachte Kleidungsstücke und sei Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Modehändlers. Eine Hosenkürzung koste 18,50 Euro, komplexere Arbeiten wie Reißverschlusstausch 49,50 Euro. Die Kleidung werde per versichertem DHL-Versand an das Bayreuther Traditionsunternehmen geschickt und binnen weniger Tage zurückgesendet.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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