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Aktuelle E-Commerce-News: Kellogg's, OMR, Amazon, Fahrerlöhne, Tiktok, Temu, Markentreue, Komplexitätsfallen, Roblox und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Kellogg's: B2B-Shop ist „Revolution der Händlerstrategie“
Kellanova, ehemals Kellogg Company, hat den Launch seines neuen Online-Shops für Geschäftskunden angekündigt (das „Morning Briefing“ berichtete). Im Gespräch mit Ibusiness.de nennt das Unternehmen Details zu den Gründen: Durch flexible, auch kleinere Bestellmengen wolle Kellanova über den B2B-Onlineshop „bisher schwer erreichbare B2B-Kunden wie Kioske, Hotels und Tankstellen“ erreichen. Auch Getränkehändler und Schwimmbäder werden als Zielgruppe genannt. Das sei eine Revolution der Händlerstrategie.
Amazon-Kritiker berichtet von seinen Recherchen
Julian Gräfe, Wirtschaftsjournalist und Co-Autor des Amazon-kritischen Films „Markt. Macht! Monopol?“, stellt sich am Freitag, 26. April, im Kino Kitt in seiner Heimatstadt Tettnang der Diskussion: Wie Schwaebische.de ankündigt, zeigt er Ausschnitte aus dem Film und berichtet über seine Recherchen. „Ich möchte kein Amazon-Bashing betreiben“, wird er zitiert. „Aber ich finde, man sollte sich die Frage offen stellen, ob man die Vorgehensweise von Amazon okay findet und weiter dort bestellen möchte oder eben nicht.“
Promis 1: Philipp Westermeyer hatte keine Vision
BusinessInsider.de porträtiert Philipp Westermeyer, Gründer der Marketing-Agentur OMR und Kopf hinter dem „OMR Festival“, das 2023 rund 72.000 Besucher zählte. Der gebürtige Essener habe immer schon nach Hamburg gewollt, das gegenwärtige Unternehmen sei aber nicht das Ergebnis ausgearbeiteter Strategien: „Da war kein Plan“, wird Westermeyer zitiert. „Keine große Vision.“ Er sehe sich selbst als „Gründer der Generation StudiVZ“, ein Exit bei OMR sei nie sein Ziel gewesen. Auf seine Bühnen will er noch Elon Musk, Jeff Bezos und Jay-Z holen.
Promis 2: Reemtsma-Entführer wollte auch Frank Otto
Frank Otto, Medienunternehmer und eines von fünf Kindern des Versandhaus-Gründers Werner Otto, sei im Visier von Thomas Drach gewesen, dem Entführer von Jan Philipp Reemtsma. Das berichtet TZ.de unter Berufung auf „Exclusiv Weekend". Reiche Unternehmer unterscheide er wie folgt: „ein[en] Griesgram, der sich versteckt und nur auf seine Zahlen guckt“ und „den Extrovertierten, der unterwegs ist und große Partys schmeißt“. Wissen wir das auch.
HANDEL INTERNATIONAL
Amazon führt in den USA Bestell-Flatfee ein
Amazon bietet seinen Prime-Kunden in den USA ab sofort eine Art Flatfee an: Prime-Mitglieder in mehr als 3.500 Städten und Gemeinden könnten für 9,99 US-Dollar pro Monat so oft sie wollen Lebensmittel von Whole Foods Market, Amazon Fresh und anderen Lebensmittel- und Fachhändlern bestellen, wenn der Bestellwert mindestens 35 US-Dollar beträgt. Laut Pressemitteilung lohne sich das bereits ab einer Bestellung pro Monat. Zu den inkludierten Händlern gehören Cardenas Markets, Save Mart, Bartell Drugs, Rite Aid, Pet Food Express und Mission Wine & Spirits.
Uber und Doordash greifen Fahrer-Mindestlohn an
Anfang des Jahres trat ein Mindestlohn für Lieferfahrer im Raum Seattle (US-Bundesstaat Washington) in Kraft. Einem Bericht von GeekWire.com zufolge sind Uber und Doordash unzufrieden. Sara Nelson, Präsidentin des Seattle City Council, sei geneigt, einen Gegenvorschlag in Erwägung zu ziehen. Gegenwärtig lägen die Mindestentgelte bei 44 US-Cent pro Minute, 74 Cent pro Meile oder fünf Dollar pro Bestellung. Doordash zufolge summiere sich das auf 26,40 Dollar pro Stunde vor Trinkgeld und Kilometergeld. Das liege weit über dem Mindestlohn der Stadt von 19,97 Dollar. Der Gegenvorschlag umfasse 19,97 Dollar pro Stunde für die tatsächliche Lieferzeit plus 35 Cents pro Meile.
USA: Tiktok rollt Produkt-Links weiter aus
Während das Verbot näher kommt, arbeitet Tiktok in den USA an den Feinheiten: Die Möglichkeit, Produkt-Links in Videos zu integrieren, sei auf weitere Accounts ausgerollt worden, berichtet Onlinemarketing.de. Das funktioniere nur für Nutzer, die einen „Tiktok Shop“ eingerichtet haben (den es in Deutschland bisher nicht gebe). „Mit der Ausweitung des Zugriffs auf die Produkt-Links stellt TikTok den E-Commerce auf der Plattform weiter in den Fokus“, urteilt die Website.
Amazon: Mehr Drohnen in Arizona, weniger in Kalifornien
Amazon hat angekündigt, den Drohnen-Lieferservice „Prime Air“ auf die Region West Valley bei Phoenix in Arizona auszudehnen. Wie GeekWire.com schreibt, werde die Region vom Same-Day-Delivery-Lager in Tolleson aus versorgt. Zum Einsatz kämen Drohnen des Typs „MK 30“, die Bundesluftfahrtbehörde müsse allerdings noch zustimmen. Gleichzeitig soll dem Bericht zufolge der Drohnendienst in der kalifornischen Stadt Lockeford eingestellt werden. Grund sei „die Priorisierung der Ressourcen für den Ausbau des Programms“. In Lockeford werde künftig wieder klassisch ausgeliefert.
Merkur.de fasst Argumente gegen Temu und Shein zusammen
Die Kritik an Temu und Shein reißt nicht ab – Merkur.de fasst die Argumente zusammen und kommt auf eine ganze Reihe: Produktsicherheit, Produktfälschungen, Falschdeklarationen, Müllproblem, Giftstoffe, Datenschutzprobleme, schlechter Service, fehlende CE-Zeichen. Mit Stellungnahme von Temu zu strengen Qualitätskontrollen und Sanktionen gegen Verstöße.
TRENDS & TECH
Studie: Markentreue ist oft bloße Routine
Für rund 70 Prozent der Verbraucher (in englischsprachigen Ländern) ist es wichtig, die „richtigen“ Marken zu kaufen, aber nur 13 Prozent lassen sich als „Fans“ einstufen. Das ergibt die Studie „The Science Of Loyalty“ von Intuit, Anbieter unter anderem des E-Mail-Dienstes Mailchimp. 49 Prozent nennen Empfehlungen als Grund für Wiederholungskäufe, für 35 Prozent allerdings ist die Wahl reine Routine. Nur gut die Hälfte der Wiederholungskäufer hat eine besonders gute Meinung von den gekauften Marken. Befragt wurden 4.000 Menschen in den USA, in Kanada, Großbritannien und Australien.
Wo die Komplexitätsfallen lauern
Der E-Commerce wird komplexer. Online-Händler laufen Gefahr, darauf mit zusätzlicher Komplexität zu reagieren. Auf Etailment.de skizziert Christian Maaß, Geschäftsführer Tech & Data bei Thomann Music, die Felder, die Händler im Auge behalten sollten.
„Roblox Studio“ jetzt auch auf Deutsch verfügbar
Das Metaverse Roblox bietet sein kostenloses Entwicklungstool „Roblox Studio“ jetzt auch in deutscher Sprache an. Zudem seien automatische Übersetzungen verfügbar. Das ermögliche es, auf Deutsch zu entwickeln und dann die Inhalte automatisch in 15 weitere von Roblox unterstützte Sprachen übersetzen zu lassen, heißt es vom Unternehmen und in einem Bericht auf Onlinemarketing.de. Deutschland zähle zu den aktivsten Roblox-Ländern der Welt.
Contentserv baut Kundenreaktionen in Produktbeschreibungen ein
Contentserv, Spezialist für Produktinformationen, baut positive Produktbewertungen aus Online-Shops und Marktplätzen automatisch in Produktbeschreibungen ein. In seiner Pressemitteilung spricht das Unternehmen von einem „Close the Loop“-Ansatz: „Wenn viele Kunden in ihren Rezensionen im Onlineshop ein Detail positiv erwähnen, etwa eine zusätzliche Tasche in einer Outdoor-Jacke, so wird der Produkttext künftig automatisch um dieses Detail ergänzt.“
Salesupply mit neuem KI-Chatbot
Salesupply, Software-Anbieter für E-Commerce-Fulfillment, kündigt einen KI-gestützten Chatbot an, der auf immer wiederkehrende Fragen antwortet. Wie das Unternehmen mitteilt, beherrsche das Tool „alle Sprachen der Welt“, berate Kunden auf Wunsch bei der Auswahl des richtigen Produkts und beantworte Fragen zu Versandstatus oder Retourenabwicklung. Trainiert werde er mit den Daten des Händlers.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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