KI & Haftung, Flink, Facebook, DHL, Selbständige, Revolut, Alibaba, Temu, E-Mail-Marketing, Fibbl + Samsonite, Polen, Black Friday

KI & Haftung, Flink, Facebook, DHL, Selbständige, Revolut, Alibaba, Temu, E-Mail-Marketing, Fibbl + Samsonite, Polen, Black Friday

Aktuelle E-Commerce-News: KI & Haftung, Flink, Facebook, DHL, Selbständige, Revolut, Alibaba, Temu, E-Mail-Marketing und weitere Themen im Überblick.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

Certificate of Advanced Studies (CAS) in International Retail Management an der Universität St.Gallen – Seien Sie dabei!
Ab dem 11. Februar 2025 startet die nächste Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 1. Januar 2025

HANDEL NATIONAL

Unternehmen haften für fehlerhafte KI-Inhalte
Unternehmen können sich bei fehlerhaften KI-Inhalten nicht hinter einem Haftungsausschluss verstecken, wie das Landgericht Kiel Ende Februar entschied (Az.: 6 O 151/23). Anlass war laut Onlinehaendler-News.de die Klage eines Mittelständlers gegen eine Wirtschaftsauskunfts-Plattform, deren KI-System fälschlicherweise dessen angeblich bevorstehende Löschung gemeldet hatte. Für Online-Händler hat das Urteil weitreichende Folgen: Wer KI für Produkttexte, Kundenservice oder SEO einsetzt, muss die Ergebnisse sorgfältig prüfen und trägt die volle Verantwortung.

Flink jetzt auch in Bremen
Der Lebensmittellieferant Flink erweitert sein Liefergebiet und startete gestern auch in Bremen, berichtet Weser-Kurier.de. Kunden können aus über 3.000 Produkten von Partnern wie Rewe und der Bäckerei Kamps wählen und sich diese nach Hause liefern lassen. Das Liefergebiet umfasst die Bremer Innenstadt sowie die Stadtteile Mitte, Findorff, Schwachhausen, Neustadt, Östliche Vorstadt und Teile von Woltmershausen.

Facebook-Datenleak: Nutzer dürfen Schadenersatz verlangen
Der Bundesgerichtshof hat in einem Grundsatzurteil entschieden, dass Facebook-Nutzer Schadensersatz für den Diebstahl ihrer Daten in den Jahren 2018 und 2019 verlangen können. Weltweit waren laut Manager-Magazin.de 531 Mio. Nutzer betroffen, deren Namen, Geschlecht und Telefonnummern über die Funktion „Freunde suchen“ abgegriffen und 2021 im Internet verbreitet wurden. Bei einem reinen Kontrollverlust über die Daten hält der BGH eine Entschädigung von 100 Euro für angemessen, wie aus dem Urteil (AZ: VI ZR 10/24) hervorgeht.

Zahl der Beschwerden über DHL nimmt zu
Die Beschwerden über Post- und Logistikunternehmen haben deutlich zugelegt: Rund 31.700 Eingaben verzeichnete die Bundesnetzagentur in den ersten neun Monaten 2024 – ein Plus von 25 Prozent. Den Löwenanteil von 90 Prozent der Kritik zieht laut Spiegel.de DHL auf sich. Der Logistikriese verweist auf Verzögerungen durch die gesetzlich vorgeschriebene Zustellung von Sendungen kleinerer Anbieter und verspricht Besserung. Zur Größenordnung: 2023 wurden laut Statista.com in Deutschland 13,3 Mrd. Briefe per Post und 4,18 Mrd. Sendungen durch Kurier-, Express- und Paketdienste zugestellt.

Beinahe die Hälfte der Selbständigen ohne Auftrag
Der Jimdo-Ifo-Geschäftsklimaindex für Selbstständige und Kleinstunternehmen sank im Oktober auf minus 22 Punkte und verschlechterte sich damit zum dritten Mal in Folge: Fast jeder fünfte Selbstständige befürchtet eine mögliche Geschäftsaufgabe. Besonders besorgniserregend: Bei knapp 49 Prozent der Selbstständigen fehlen die Aufträge – deutlich mehr als in der Gesamtwirtschaft mit etwa 42 Prozent.


HANDEL INTERNATIONAL

Revolut erhält Handelslizenz
Das Fintech-Unternehmen Revolut hat am Montag von der britischen Finanzaufsicht eine Handelslizenz erhalten und wird ab 2025 den Handel mit britischen und EU-Aktien sowie ETFs anbieten, berichtet Reuters.com. Das Unternehmen, das kürzlich mit 45 Mrd. Dollar bewertet wurde, betreue bereits mehr als 650.000 britische Handelskunden. Revolut werde damit zu einem direkten Konkurrenten etablierter Anbieter wie Trading 212 und Hargreaves Lansdown im britischen Markt.

Alibaba plant Fünf-Milliarden-Anleihe
Alibaba plant die Emission von Anleihen im Gesamtvolumen von rund fünf Mrd. Dollar, meldet Manager-Magazin.de. Der chinesische Online-Konzern wolle sowohl Dollar- als auch Offshore-Yuan-Anleihen mit Laufzeiten zwischen dreieinhalb und 30 Jahren ausgeben. Die Mittel sollen für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden, darunter die Rückzahlung von Verbindlichkeiten und der Rückkauf eigener Aktien.

Vietnam: Temu schränkt Bestellungen stark ein
Der chinesische Online-Marktplatz Temu, erst seit Ende September in Vietnam aktiv, begrenzt neuerdings die Bestellungen auf einen engen Preiskorridor zwischen umgerechnet 32 und 37 Euro, berichtet Retailnews.asia. Der Grund bleibe unbekannt, aber für die Obergrenze sei eine plausible Erklärung, dass auf E-Commerce-Artikel unter einer Mio. Dong (37 Euro) keine Steuern erhoben werden.



Rabattcodes ja, politische Kommentare nein: Diese Fehler sollten Unternehmen beim E-Mail-Marketing vermeiden
Das riesige Informationsangebot auf allen Kanälen führt dazu, dass Konsumenten immer selektiver wahrnehmen, was sie wirklich interessiert. Für Unternehmen wird es deshalb schwieriger, die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden zu gewinnen. Was dies für das E-Mail-Marketing bedeutet – und welche Fehler Unternehmen dabei unbedingt vermeiden sollten –, erklärt Franz Riedl von Mailchimp in einem Gastbeitrag für Etailment.

Alibaba plant KI-Suche für Händler in Europa und USA
Für Händler in Europa und Amerika entwickelt Alibaba die KI-gestützte Suchmaschine „Accio“, die das Finden von Produkten im B2B-Marktplatz vereinfachen soll – laut Cnbc.com steigert sie die Kaufabsicht um 40 Prozent. Das auf dem Sprachmodell „Tongyi Qianwen“ basierende System beherrsche fünf europäische Sprachen und durchsuche die Daten von über 50 Mio. Händlern und einer Milliarde Produkten in mehr als 100 Märkten. Nutzer könnten nicht nur per Text oder Bild nach Produkten suchen und diese analysieren, sondern auch direkt mit Lieferanten verhandeln. Der genaue Starttermin sei noch nicht bekannt.

Fibbl macht Samsonite dreidimensional
Fibbl und Samsonite haben sich laut Pressemitteilung zusammengetan, um das Online-Shopping von Reisegepäck in die dritte Dimension zu heben. Die schwedische Technologiefirma, die monatlich bereits über eine Million Nutzerinteraktionen verzeichnet, stattet die Marken Samsonite, Tumi und American Tourister mit fotorealistischen 3D- und Augmented-Reality-Ansichten aus. Diese Visualisierungen sollen nicht nur im Onlineshop für bessere Kaufentscheidungen sorgen, sondern auch die Marketingkommunikation auf allen digitalen Kanälen bereichern.


NACHHALTIGKEIT

Polens Online-Handel verlangt Nachhaltigkeit
Der polnische Online-Handel entwickelt sich zu einem Vorreiter für Nachhaltigkeit in Osteuropa, wie der aktuelle Bericht „Responsible E-commerce“ der Digitalkammer belegt. Händler, die auf Öko-Strategien setzen, profitieren bereits davon – fast 80 Prozent verzeichnen positive Geschäftsauswirkungen. Wer als ausländischer Anbieter in Polen Fuß fassen will, muss also mehr bieten als günstige Preise: 63 Prozent der Verbraucher bevorzugen Shops mit umweltfreundlicher Verpackung, und jeder Vierte sucht aktiv nach Umweltzertifikaten und fairen Geschäftspraktiken.


BLACK-FRIDAY-COUNTDOWN

Black Friday trotz Temu attraktiv
16 Prozent der deutschen Konsumenten kaufen inzwischen ganzjährig bei chinesischen Marktplätzen wie Temu ein, trotzdem bleibt der Black Friday für die Mehrheit attraktiv, wie eine Umfrage der Preisvergleichsplattform Idealo zeigt. 67 Prozent planen einen Einkauf am Aktionstag, wobei 41 Prozent der Schnäppchenjäger mit Rabatten zwischen elf und 20 Prozent rechnen. Mit einem durchschnittlichen Budget von 317 Euro wollen die Verbraucher vor allem Markenware erwerben – Elektronik führt dabei mit 83 Prozent die Wunschliste an.

Schweizer sehen durch Black Friday den lokalen Handel bedroht
Der stationäre Handel in der Schweiz verliert beim Black Friday zunehmend Marktanteile an Online-Händler, wie eine Umfrage von Blackfridaydeals.ch zeigt. Zwei Drittel der 1.000 Befragten sehen den Aktionstag als Bedrohung für lokale Geschäfte – nur ein Fünftel sieht ihn als Chance. Während große Handelsketten durch Marketingbudgets und Mengenrabatte vielleicht profitieren könnten, hätten kleinere Läden laut Julian Zrotz, Betreiber von Blackfridaydeals, durchaus Schwierigkeiten, online-typische Verkaufstaktiken wie Countdowns und Verknappung umzusetzen.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.