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Aktuelle E-Commerce-News: Knuspr, Weihnachten, Otto, SIG, Black Friday, Kleinunternehmen, Streiks Österreich, InPost und weitere Themen im Überblick.
David WöllensteinRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Knuspr bietet kostenlose Menstruationsprodukte
Kunden des Online-Supermarktes Knuspr können laut Lebensmittelzeitung.net ab sofort ausgewählte Damenbinden und Tampons kostenlos in den Warenkorb legen, auch wenn aus technischen Gründen ein Cent berechnet werden muss. Um die entsprechenden Produkte schneller zu finden, hat das Unternehmen dafür neben „Hygieneartikel“ eine zweite Kategorie für kostenlose Damenhygieneprodukte eingerichtet. Unterstützt wird die Aktion, die mindestens bis Ende des Jahres laufen soll, von der Initiative „Tampagne“, die sich seit 2019 für kostenlose Binden- und Tamponspender in allen öffentlichen Gebäuden einsetzt.
Ab dem 14. Februar 2024 startet die Durchführung des englischsprachigen CAS in International Retail Management! Hochkarätige Referenten aus Forschung und Praxis vermitteln das Rüstzeug, um Ihr Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das flagship Programm orientiert sich an aktuellen Managementherausforderungen im Handel und fördert den informellen Austausch zwischen Branchenkollegen:innen. Weitere Details und Anmeldung bis 15. Dezember 2023
Deutsche sparen an Weihnachtsgeschenken
Aufgrund von Preiserhöhungen und steigenden Energiepreisen wollen die Deutschen in diesem Jahr den Rotstift bei den Weihnachtsausgaben ansetzen, ergab eine Umfrage von Statista.com. Zwar gaben 36 Prozent der 1.000 Befragten an, an ihren Schenkgewohnheiten nichts ändern zu wollen, aber fast ebenso viele – 32 Prozent – wollen sich auf Familie und Freunde beschränken. Fast jeder Fünfte will nur Günstiges oder Selbstgemachtes verschenken, bei 12 Prozent kommt das Christkind nur zu den Kindern, 8 Prozent packen nur ein, was sie schon besitzen und 6 Prozent lassen aus finanziellen Gründen den Platz unterm Baum leer. Jeder Zwanzigste löst das Problem vorübergehend, indem er auf Kredit kauft.
Traffic-Rekord bei Otto am Black Friday
Noch nie wurden bei Otto so viele Besucher gemessen wie am Black Friday. Der Höhepunkt wurde um 21 Uhr erreicht, als mehr als 40 Bestellungen pro Sekunde gemessen wurden. Der Umsatz entwickelte sich laut Pressemitteilung im Rahmen der HDE-Prognose, was einem Plus von 3 Prozent entspricht. Die fünf meistverkauften Produkte bei Otto waren die PlayStation5, der dazugehörige Controller sowie die Airpods von Apple, gefolgt von den analogen Klassikern Bettwäsche und Spannbettlaken.
SIG eröffnet Entwicklungszentrum
Der Schweizer Verpackungskonzern SIG hat laut Pressemitteilung im nordrhein-westfälischen Linnich ein „Packaging Development Center“ eröffnet. Dort soll mit moderner Technologie die Entwicklung neuer und nachhaltiger Produktverpackungen vorangetrieben werden. Dazu können in Linnich nun kleine Fabriken – von der Herstellung der Verpackung bis zur Abfüllung der Lebensmittel und Getränke – simuliert werden, um für die Skalierung in die Serienproduktion optimal vorbereitet zu sein. Im vergangenen Jahr exportierte SIG rund 49 Mrd. Verpackungen in über 100 Länder.
12 Prozent mehr Verkäufe am Black Friday
Weltweit wurden am Black Friday 12,3 Prozent mehr Produkte verkauft als im Vorjahr und der Traffic auf Produktdetailseiten stieg um 10,7 Prozent, wie eine Analyse von mehr als 1,5 Mrd. Transaktionen bei über 7.200 Händlern und Herstellern durch das Online-Marketing-Unternehmen Criteo ergab. Für Deutschland ergab sich ein Plus von 12 Prozent bei den Verkäufen und 15 Prozent mehr Traffic. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Tag im Oktober wurden am Black Friday doppelt so viele Produktseiten geöffnet und 222 Prozent mehr Klicks auf den „Kaufen“-Button getätigt. Weltweit konnten Mode- und Luxusartikel mit einem Plus von 17,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr am deutlichsten zulegen, gefolgt von Konsumgütern mit 14,6 Prozent und Home & Garden mit 9,7 Prozent.
Kleinunternehmer müssen Preise erhöhen
56,9 Prozent der deutschen Kleinhändler spüren die Kaufzurückhaltung ihrer Kunden deutlich, 28,5 Prozent bemerken, dass die Kunden seltener vorbeikommen. Dies sind die Ergebnisse der SumUp-Händlerumfrage in diesem Quartal. Obwohl 40,7 Prozent angeben, dass sich ihre wirtschaftliche Situation in den letzten zwölf Monaten nicht verändert hat und sich für 34,6 Prozent sogar verbessert hat, sehen sich die Unternehmen gezwungen, auf steigende Kosten zu reagieren. 57,5 Prozent müssen die Preise erhöhen, 34 Prozent versuchen die Energiekosten zu senken, 31 Prozent stellen Investitionen zurück, 27 Prozent arbeiten mehr und 18,3 Prozent senken ihre eigenen Löhne.
HANDEL INTERNATIONAL
Black Friday in den USA mit beinahe 10 Mrd. Dollar Umsatz online
In den USA erreichten die Online-Umsätze am Black Friday den Rekordwert von 9,8 Mrd. Dollar, ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, berichtet Businessinsider.com. Mehr als die Hälfte davon, nämlich 5,3 Mrd. Dollar, wurde über mobile Endgeräte generiert, ein Zeichen für die wachsende Bedeutung des Social Commerce in den USA. Trotz der Ausweitung von Rabattaktionen auf mehrere Tage oder gar Wochen bleibt die Bedeutung des Freitags unangefochten.
Der Vorteil einer Standortpartnerschaft? Eine Fläche, doppelter Nutzen.
Das Thema E-Mobilität ist das Thema der Stunde: In Deutschland sollen bis 2030 mindestens 15 MillionenE-Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden. Dieses Ziel kann nur mit einer stark ausgebauten Ladeinfrastruktur erreicht werden. An verkehrsgünstigen Orten wird deshalb in den nächsten Jahren verstärkt in Ladeinfrastruktur investiert werden. Mehr lesen
In Österreich drohen Streiks im Handel
Nachdem der Österreichische Gewerkschaftsbund der Gewerkschaft GPA für den Handel die Streikfreigabe erteilt hat, drohen in Österreich Arbeitsniederlegungen im Vorweihnachtsgeschäft, berichtet Heute.at. Nach drei Verhandlungsrunden liegt das Angebot der Arbeitgeber bei fünf Prozent Lohnerhöhung plus einer Einmalzahlung, während die Gewerkschaft 9,5 Prozent und einen Fixbetrag von 40 Euro fordert. Die nächste Verhandlungsrunde ist für heute angesetzt.
InPost eröffnet 6.000ste Packstation in London
Der britische E-Commerce-Lieferdienst InPost hat seine 6.000ste Packstation im Sainsbury’s Chiswick Superstore in London aufgestellt. Laut ChannelX können nun 51 Prozent aller britischen Großstadtbewohner innerhalb von sieben Minuten zu Fuß eine der Stationen erreichen. Kunden können ihre Pakete an Orten wie Bahnhöfen, Tankstellen oder Supermärkten rund um die Uhr abholen, zurückgeben und versenden. Im dritten Quartal dieses Jahres stieg das Volumen bei InPost auf 13,4 Mio. Sendungen, ein Plus von 128 % gegenüber dem Vorjahr.
Uber Eats startet sein Abomodell in der Schweiz
Der Essenslieferdienst Uber Eats hat sein Abo-Modell „One“ nach den USA und Deutschland nun auch in der Schweiz lanciert. Für monatlich 14,90 oder jährlich 149 Franken entfallen für die Abonnenten die Liefer- und Servicegebühren bei Bestellungen. Der erste Monat ist gratis. „One“ lohnt sich laut Konsider.ch vor allem für Kundinnen und Kunden, die weit entfernt vom angebotenen Restaurant wohnen oder regelmässig bei Uber Eats bestellen. Das Angebot gilt ab sofort in allen Liefergebieten der Schweiz.
Top-Artikel bei Klarna am Black Friday
In der App des Bezahlanbieters Klarna waren in diesem Jahr die Nintendo Switch Games die Gewinner der Rabattaktionen rund um den Black Friday: Sie wurden fast fünfmal häufiger gesucht als am Freitag der Vorwoche. Die Silbermedaille geht laut Pressemitteilung an Rührgeräte und Küchenmaschinen, für die sich viermal so viele Nutzer interessierten. Die beliebtesten allgemeinen Kategorien waren „Kleidung & Accessoires“ mit einer Verdoppelung der Klicks, „Mobile Geräte & Wearables“ mit einem Plus von 21 Prozent und „Möbel & Haushalt“ mit 15 Prozent mehr Aufrufen als am Freitag zuvor.
Verkaufsrekorde auch bei kleinen oder mittleren Online-Händlern
Der Zahlungsdienstleister Mollie hat laut Pressemitteilung seine Daten speziell für kleine und mittlere Onlinehändler europaweit ausgewertet und meldet dort 7,3 Prozent mehr Umsatz am Black Friday als im Vorjahr. Der Wert im Warenkorb stieg um 8,7 Prozent, weil auch 14 Prozent mehr Artikel darin landeten. Der Höhepunkt der Aktivitäten ließ sich am Freitag zwischen 10 und 11 Uhr messen. BNPL-Bezahlungsangebote wurden 2023 zehn Prozent seltener in Anspruch genommen als im Vorjahr.
TRENDS & TECH
Otto und dm mit eigenen Instanzen von ChatGPT
Bereits im Sommer hat die Drogeriemarktkette ihre KI „dmGPT“ in Betrieb genommen, die auf einer lokalen Instanz von ChatGPT und dem Azure Open AI Service von Microsoft basiert. Sie wird mit Informationen aus dem Intranet, SAP-Systemen, Kundendaten, Serviceanfragen oder Trends aus sozialen Medien gefüttert. Ziele für dm sind Effizienzsteigerung und Produktivitätsgewinn. Auch Otto hat eine eigene Instanz von ChatGTP namens „ogGPT“, auf die derzeit 10.000, bald aber alle 40.000 Mitarbeiter Zugriff haben sollen. Konzernchef Alexander Birken ist laut Sueddeutsche.de davon überzeugt, „dass KI den Handel grundlegend verändern wird, und zwar in allen Bereichen, vom Marketing über das Einkaufsverhalten bis hin zur Produktherstellung“.
Fragmentierung bremst Wachstum – Retail Media-Markt braucht Einheitlichkeit
Das steile Wachstum des Retail Media ist zugleich seine größte Herausforderung: im fragmentierten Markt fehlen Standards und Transparenz. Das Commerce Media-Unternehmen Criteo gibt einen Überblick über Auswirkungen, nächste Schritte und technologische Lösungen für einen einheitlichen Markt und gemeinsames ungebremstes Wachstum. Mehr lesen
Karte, SB-Zahlung, Wallets: Das sind die Trends an der Ladenkasse
Die Kundenerwartungen an die Zahlungsoptionen im stationären Handel haben sich auch wegen der Erfahrungen im E-Commerce erhöht. Bargeld und Girocard bleiben zwar stark, aber auch alternative Zahlungsmittel wie das kontaktlose Bezahlen mit Wallets setzen sich immer mehr durch. Etailment- und Der-Handel-Redakteur Stefan Becker gibt einen Überblick über die Trends an der Ladenkasse.
Logistische Herausforderungen 2024 für Fashion
96 Prozent der Kunden nennen laut FashionUnited die Qualität der Lieferung als wichtigsten Faktor, um ein zweites Mal bei einem Online-Modehändler einzukaufen. Eine Herausforderung bleibt die hohe Retourenquote in der Modebranche, die häufig auf Impulskäufe zurückzuführen ist und entweder durch die Berechnung von Versandkosten oder die Kostenfreiheit nur für Abonnenten aufgefangen werden soll. Der Einsatz von KI hat das Potenzial, die Logistik durch die Vorhersage der Kundennachfrage, die Optimierung der Lagerbestände und eine optimierte Routenplanung effizienter und schneller zu machen. Kooperationen und Partnerschaften zwischen Logistikdienstleistern und E-Commerce-Unternehmen können Lösungen für gemeinsame Lagerhaltung, optimierten Transport und multimodale Liefersysteme bieten. Um eine nachhaltige Zukunft in der Bekleidungsindustrie zu erreichen, bedarf es der Zusammenarbeit in der gesamten Lieferkette und des Engagements des Top-Managements. Anpassungen sind notwendig, um zu überleben und zu wachsen.
NACHHALTIGKEIT
DHL stellt 2.000 Fahrzeuge auf alternative Antriebe um
DHL Supply Chain, der Kontraktlogistikarm von DHL, will in den nächsten drei Jahren rund 2.000 seiner Fahrzeuge auf umweltfreundlichere alternative Antriebe wie hydriertes Pflanzenöl, Biogas, Elektro- und Wasserstoffantrieb umstellen. Laut Pressemitteilung sollen dadurch 300.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Die Sparte investiert dafür bis zu 200 Mio. Euro.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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