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Aktuelle E-Commerce-News: Momox, Livario, Platform Group, Temu, Exporte, Klarna, Royal Mail, Shein, Türkei, Shopee, Meta und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“
HANDEL NATIONAL
Start des neuen Podcasts von Etailment.de: Shape Republic über „Feelgood Food“
Mit „Achtung Handel“ startet Etailment.de einen neuen Podcast. Im direkten Gespräch mit Geschäftsführern und Experten werden neue Produkte und Serviceleistungen vorgestellt und der mögliche Mehrwert von Innovationen beleuchtet. In der ersten Folge ist Carolin Sedlmayr zu Gast, Gründerin und CEO des Start-ups Shape Republic, das sich auf „Feelgood Food“ spezialisiert. Sie spricht über Abnehm-Drinks und Aufbau-Pulver, Wachstum- versus Gewinnorientierung und das Geheimnis ihres Erfolges.
Momox Fashions Umsatz 15 Prozent gesunken
Der Umsatz der Recommerce-Plattform Momox Fashion ist im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 56 Mio. Euro zurückgegangen, wie Textilwirtschaft.de erfahren hat. Laut Geschäftsführerin Lenia Karallus sei dies auf eine interne Umstrukturierung zurückzuführen. Statt auf Wachstum habe man sich auf „profitable Produktsegmente, Kundengruppen und Marketingkanäle“ konzentriert. Aus Qualitätsgründen biete man auch keine Artikel mit „kleinen Schönheitsfehlern“ mehr an. Im ersten Quartal dieses Jahres sei der Umsatz auch wieder um elf Prozent gestiegen.
Livario meldet Insolvenz an
Der Online-Kostümshop Livario musste beim Amtsgericht Lüneburg Insolvenz anmelden, berichtet Ndr.de. Das Unternehmen betreibt 10 Online-Shops: Dirndl.com, Kostüme.com und „Party“ für die Märkte Deutschland, Frankreich, Schweiz, Spanien, Italien, Niederlande, Belgien und Dänemark. Schon die Corona-Pandemie, als es keinen Anlass für Partys gab und unlustige Masken Pflicht wurden, brachte das Unternehmen in Bedrängnis. Der Marktdruck durch internationale Billiganbieter und die Konsumflaute erschwerten danach die Erholung.
The Platform Group übernimmt Oege
The Platform Group hat mit der Übernahme der Oege Group sein Portfolio um einen Großhandelsdienstleister erweitert, meldet Fashionunited.de. Die Oege Group bedient ihre B2B-Kunden im E-Commerce mit Markenartikeln, verfügt über eigene Shops und Plattformlösungen und betreibt sein Logistikzentrum in Lünen. Die Übernahme soll im August abgeschlossen sein, ab Herbst wird Oege dann in das Software-Biotop der Platform Group integriert.
Nächste Klage gegen Temu
Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat die Billigplattform Temu beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main wegen Verstößen gegen das Transparenzgebot des Digital Services Act und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verklagt. Wie Onlinehaendler-News.de berichtet, stelle Temu bei einigen Profilen keine Kontaktdaten der Verkäufer zur Verfügung und informiere die Kunden nicht darüber, ob es sich bei den Anbietern um Unternehmen handelt.
Exportindustrie optimistischer
Der Ifo-Index für die Exporterwartungen verbesserte sich von minus 1,5 Punkten im April auf plus 0,3 Punkte im Mai. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, will aber keine allzu gute Stimmung aufkommen lassen und bewertet die Lage eher neutral: „Die Exportwirtschaft entwickelt insgesamt noch keine große Dynamik“. So freuen sich zwar die Getränkehersteller oder die Modeindustrie, während aber die Metall- und die Textilindustrie noch keine Besserung erwarten.
HANDEL INTERNATIONAL
Klarna spart durch KI zehn Mio. Euro bei der Werbung
Klarna hat bei der Werbung in diesem Jahr durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz voraussichtlich zehn Mio. Euro an Kosten gespart, berichtet Faz.net. Dies wurde möglich, weil zum einen die Vielzahl der E-Mails in der Kundenansprache durch die KI erstellt, übersetzt und personalisiert werden können und zum anderen die Planung von Werbekampagnen viel schneller abläuft. „Wir müssen nicht mehr mehrere Millionen Dollar ausgeben, damit Zeichner Motive konzipieren, die uns am Ende nicht mehr gefallen“, so Klarna-Werbevorstand David Sandström.
Die königliche Post kommt zu spät
Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat laut Channelx.world erneut eine Untersuchung gegen die Royal Mail eingeleitet, weil das Unternehmen die vorgeschriebenen Zustellziele nicht erreicht. 93 Prozent der Sendungen der ersten Klasse müssen innerhalb eines Werktages nach der Abholung zugestellt werden, 98,5 Prozent der Sendungen der zweiten Klasse innerhalb von drei Werktagen. Derzeit liegt die Royal Mail bei 74,5 Prozent für die erste Klasse und bei 92,4 Prozent für die zweite Klasse. Nun wird geprüft, ob es dafür triftige Gründe gibt. Im vergangenen Jahr zahlte das Unternehmen aus den gleichen Gründen eine Strafe von 5,6 Mio. Pfund.
Südkorea findet giftige Substanzen in Sheins Produkten
Die südkoreanischen Behörden haben bei ihren wöchentlichen Kontrollen acht Produkte der Firma Shein wegen Überschreitung der Phthalat-Grenzwerte verboten. Ein Paar Schuhe enthielt 428-mal mehr Phthalate, drei Taschen 153-mal mehr als zulässig. Phthalate werden als Weichmacher in Kunststoffen eingesetzt. Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass sie hormonelle Störungen verursachen und zu Fettleibigkeit, Herzerkrankungen, Krebs und Fruchtbarkeitsstörungen führen können. Bisher haben die Behörden laut News24.com 93 Produkte von Shein untersucht und festgestellt, dass fast die Hälfte davon giftige Substanzen enthielt – darunter Kinderuhren und Buntstifte.
Türkischer E-Commerce verdoppelt seine Umsätze
Der Gesamtumsatz des türkischen E-Commerce stieg um 115 Prozent auf 77,9 Mrd. Dollar im Jahr 2023, zitiert Hurriyetdailynews.com einen Bericht des Handelsministeriums. Der Anteil des Onlinehandels am Gesamthandel stieg von 10,1 Prozent im Jahr 2019 auf 20,3 Prozent im Jahr 2023 und ist für 6,8 Prozent des BIP verantwortlich. 540.000 Unternehmen wickelten ihre Onlinegeschäfte über Marktplätze und 35.000 über eigene Onlineshops oder Apps ab. Die durchschnittliche Lieferzeit lag bei 46,2 Stunden. Für das laufende Jahr erwartet das Ministerium 105 Mrd. Dollar Umsatz.
Shopee wegen Wettbewerbsverstoß verklagt
Die indonesische Kartellbehörde wirft der E-Commerce-Plattform Shopee vor, gegen das Wettbewerbsrecht zu verstoßen, indem sie ihren Kunden nur bestimmte Zustelldienste vorschreibt, berichtet Reuters.com. Das Unternehmen habe mehrere Dienstleister aus seinem Angebot gestrichen und biete nur noch zwei Optionen an – darunter eine, bei der ein leitender Angestellter von Shopee im Vorstand sitzt. Shopee, Marktführer in Indonesiens rapide wachsendem Onlinehandel, äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur nicht zu den Vorwürfen.
TRENDS & TECH
Meta behält Crowdtangle und erweitert es
Meta hat laut Reuters.com angekündigt, sein Falschinformations-Tracking-Tool Crowdtangle nicht auslaufen zu lassen und es um Sicherheitsfunktionen für den Einsatz bei den Wahlen zum Europäischen Parlament zu erweitern. Alle Kandidaten finden in ihrem Feed auf Facebook und Instagram eine Benachrichtigung angepinnt, die informiert, wie sie sich und ihre Konten schützen können. Dazu gehören Erläuterungen, wie man die Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichtet, Sicherheitseinstellungen überprüft oder sogenannte Hidden Words festlegt. Für jedes EU-Land werden Live-Feeds zur Wahl geschaltet, sortiert nach relevanten Schlüsselwörtern, öffentlichen Gruppen und Nutzerkonten, um die Überwachung durch Forscher und Journalisten zu vereinfachen.
Bußgelder wegen DSVGO-Verstößen erreichten 4,5 Mrd. Euro
In den sechs Jahren ihres Bestehens wurden wegen 2.072 Verstößen gegen die DSGVO Bußgelder in Höhe von 4,5 Mrd. Euro verhängt, zitiert Techradar.com eine Untersuchung von Nordlayer. Am häufigsten betroffen waren Unternehmen in Spanien, Italien und Deutschland. Deutsche Unternehmen wurden 186 Mal mit Bußgeldern in Höhe von insgesamt 55 Mio. Euro belegt. Größter Einzahler in die europäischen Staatskassen war jedoch Meta, das für sechs der zehn höchsten Summen verantwortlich war und 2,5 Mrd. Euro überweisen musste. Unter den zehn größten Sündern befinden sich neun Big-Tech-Unternehmen, nur der italienische Stromversorger Enel fällt nicht in diese Kategorie.
Luxus-Influencer in China werden gesperrt
Die chinesische Internetaufsichtsbehörde hat im April die Kampagne „Clear and Bright“ gestartet, um unerwünschte Inhalte aus sozialen Medien zu entfernen. Darunter fallen laut den Behörden auch Influencer, die „ihren protzigen Reichtum im Internet zur Schau stellen“, berichtet Fashionunited.com. Betroffen ist zum Beispiel der Douyin-Account von Wang Hongquan, der in Videos First-Class-Flüge aufzeichnete oder seine Designer-Outfits und Jadeschmuck-Kollektion zeigte. Vier Millionen Nutzer folgten ihm. Douyin ist der chinesische Ableger von Tiktok; die entsprechende Fehlermeldung lautete, dass das Konto wegen Verstoßes gegen die Community-Richtlinien gesperrt wurde.
NACHHALTIGKEIT
Cloover erhält 114 Mio. Dollar Startkapital
Das deutsche Klimatechnologie-Start-up Cloover hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 114 Mio. US-Dollar an Investitionen eingesammelt, berichtet Reuters.com. Cloover ermöglicht es kleinen Unternehmen, die den Löwenanteil der Anlagen für erneuerbare Energien installieren, ihren Kunden die gesamte Wertschöpfungskette bereitzustellen. Mit Cloover könnte beispielsweise ein regionaler Installateur seinen Kunden Solarpaneele, Energiespeicher und eine Wärmepumpe zusammen mit einer Finanzierungslösung anbieten, bei der mögliche Ökostrom-Gutschriften bereits berücksichtigt sind.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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