Nis 2, KI + Klima, Puma + Tencent, Wayfair, Xianyu, Twint, Shopware, Refurbisheds + Secondhand, Alibaba, Elektroschrott

Nis 2, KI + Klima, Puma + Tencent, Wayfair, Xianyu, Twint, Shopware, Refurbisheds + Secondhand, Alibaba, Elektroschrott

Aktuelle E-Commerce-News: Nis 2, KI + Klima, Puma + Tencent, Wayfair, Xianyu, Twint, Shopware, Refurbisheds + Secondhand und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Unternehmen für Offenheit und Toleranz
Angesichts der Demonstrationen gegen Rechtsextremismus an diesem Wochenende haben auch deutsche Unternehmen Stellung bezogen. Laut Onlinehaendler-News.de schrieb Otto-CEO Alexander Birken auf Linkedin: „Auch die Unternehmen sollten sich öffentlich klarer positionieren – für den Erhalt von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt und gegen Extremismus, Terror und Antisemitismus“. Zalando Co-CEO Robert Gentz sagte gegenüber der Börsenzeitung: „Nicht verhandelbar sind jedoch die Grundwerte unseres friedlichen Zusammenlebens. Hass und Ausgrenzung dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“. Die Deutsche Bahn postete auf Threads: „Heute müssen alle stehen. Aufstehen für die Demokratie.“ Der Bundesverband für Paket- und Expresslogistik veröffentlichte: „Die Paketbranche steht für Offenheit, Toleranz und Respekt.“ Der Präsident des BDI Siegfried Russwurm warnte im BR: „Wehret den Anfängen!“.

Neues von Nis 2: Haftungsrisiken auch für Händler
2024 bringt die europäische Richtlinie zur IT-Sicherheit Nis 2 neue Haftungsrisiken. Auch Manager von Handelsunternehmen laufen Gefahr, mit ihrem Privatvermögen für Schäden einzustehen, wenn sie die Digital Compliance schleifen lassen. Etailment- und Der-Handel-Redakteur Stefan Becker erklärt die EU-Pläne im Detail.

Stoffmaterial im Onlinehandel wesentliches Warenmerkmal
Im Onlinehandel müssen wesentliche Warenmerkmale vor Abschluss des Kaufs ausdrücklich auf der Checkout-Seite genannt werden – ein Link auf die Produktseite genügt nicht, erläutert die Kanzlei Dr. Bahr anhand eines Urteils des Landgerichts Berlin. In dem Urteil gegen eine Anbieterin von T-Shirts, die im Checkout lediglich auf die Produktseite mit Erwähnung des verwendeten Materials verlinkt hatte, heißt es: „Maßgebend ist eine Beschreibung, aus der der Verbraucher die für seine Entscheidung maßgeblichen Merkmale entnehmen kann. […] Da für den Verbraucher die Zusammensetzung des Materials eines Kleidungsstückes von maßgeblicher Bedeutung ist, handelt es sich um eine aufzuführende wesentliche Eigenschaft eines T-Shirts oder anderer Kleidungsstücke.“

Deutsche Wirtschaft sieht KI als Chance fürs Klima
84 Prozent der Unternehmer trauen Künstlicher Intelligenz zu, Klimarisiken besser als bisher vorherzusagen, 69 Prozent fordern mehr Forschung, wie KI gegen den Klimawandel helfen kann, und 41 Prozent glauben sogar, dass eine Lösung des Problems nur mit dieser Technologie möglich ist. Das ist das Ergebnis einer Bitkom-Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen. Doch es gab auch Bedenken: So halten drei Viertel der Befragten den Energiehunger von KI für ein Problem, 19 Prozent sehen in ihr sogar eine Gefahr für das Klima.


HANDEL INTERNATIONAL

Puma und Tencent arbeiten zusammen
Der Sportartikelhersteller Puma hat in einer Pressemitteilung seine zukünftige Zusammenarbeit mit Tencent angekündigt. Durch die Nutzung von Tencents Social-Media-Kanälen wie Moments, WeChat Official Accounts, WeChat Channels und WeChat Pay sowie durch den Einsatz von Live-Streaming und personalisierten Diensten soll die Sichtbarkeit und Kundenbindung von Puma in China verbessert werden. 2024 bietet mit den Olympischen Spielen in Paris und der China Sports Show in Chengdu wichtige Großereignisse für die Sportartikelbranche in China.

Wayfair entlässt 1.650 Mitarbeiter
Die in Boston ansässige Home-and-Living-Plattform Wayfair hat auf ihrer Website die Entlassung von 1.650 Mitarbeitern angekündigt, was etwa 13 Prozent ihrer weltweiten Belegschaft und etwa 19 Prozent ihres Unternehmensteams entspricht. Damit sollen jährlich 280 Mio. Dollar eingespart werden, was auch bei stagnierendem Geschäft zu einem bereinigten Ebitda von über 600 Mio. Dollar am Jahresende führen soll. Das Unternehmen betreibt fünf verschiedene Online-Shops: Wayfair, Joss & Main, AllModern, Birch Lane und Perigold.

Second-Hand-Plattform Xianyu eröffnet erstes Geschäft
Alibabas Second-Hand-Plattform Xianyu eröffnet am kommenden Samstag in Hangzhou ihren ersten stationären „Xianyu Recycle Shop“, berichtet Smcp.com. Verkauft und gekauft werden sollen dort Schuhe, Kleidung, Modeaccessoires, Uhren, Spielzeug, Küchenutensilien, Dekorationsartikel, Haushaltsgeräte, Musikinstrumente, Bücher und bestimmte Luxusgüter. Alibaba-Chef Eddie Wu erklärte Xianyu im November zu einem von vier wichtigen „strategischen Innovationsunternehmen“ neben dem Online-Großhandelsmarktplatz 1688, dem App-Entwicklungswerkzeug Dingtalk und dem Such- und Cloud-Dienst Quark.

Twint verdoppelt seine Bezahlvorgänge
Die Schweizer Bezahl-App Twint hat die Zahl der Transaktionen im Jahr 2023 verdoppelt, wie Konsider.ch berichtet. 77 Prozent der stationären Geschäfte und 76 Prozent der Online-Shops in der Schweiz akzeptieren bereits Zahlungen über Twint, das von rund fünf der 8,8 Mio. Einwohner genutzt wird. Nur noch 28 Prozent nutzen die App für den ursprünglichen Zweck, nämlich für Zahlungen zwischen Nutzern. Für die nahe Zukunft ist geplant, dass Treueprogramme wie Migros Cumulus direkt in der App verrechnet werden. Zudem soll ein Widget auf Iphones das Bezahlen direkt vom Homescreen aus ermöglichen.


Shopware integriert 3-D-Features
Das modulare Onlineshop-System Shopware integriert künftig mit „Spatial Commerce“ 3D-Funktionen, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt. Damit lassen sich Produkte dreidimensional darstellen, so dass Kunden die Artikel vor dem Kauf von allen Seiten betrachten können. Die Augmented-Reality-Funktion erlaubt es zudem, diese 3-D-Objekte in reale Umgebungen zu projizieren. Das 3D-Basis-Feature-Set ist Teil der Open-Source Community Edition und ermöglicht Drittanbietern die Entwicklung eigener Plug-ins.

Das Internet besteht hauptsächlich aus schlechten Übersetzungen
57,1 Prozent aller Sätze im Internet werden bereits von KI übersetzt und/oder generiert, so eine Studie der Amazon AI Labs. Für die Studie wurden 6,38 Mio. Sätze aus dem Internet gesammelt und verglichen. Die durchschnittliche sprachliche Qualität deute laut Studie darauf hin, dass ein beträchtlicher Teil der Inhalte bereits von Large-Language-Modellen verfasst und sofort in mehreren Sprachen veröffentlicht wurden – was den quantitativen Vorsprung zu menschlichen Texten erklärt. Dies ist vor allem für Sprachen problematisch, die ohnehin nur mit wenigen Inhalten im Web vertreten seien – hier käme es zu einer Überflutung mit schlechten Informationen. Außerdem ist zu befürchten, dass sich zukünftige KI-Modelle immer weiter von der Realität entfernen, da sie so mit dem selbsterzeugten, schlechtem Input weiter trainiert werden.

Verbraucher zögerlich bei Refurbisheds und Second-Hand-Mode
Rund zwei Drittel der Verbraucher erkennen die Vorteile von Second-Hand-Mode, handeln aber nicht danach. Zu diesem Ergebnis kommt der „Circularity Insights Report“ von Klarna. Obwohl 45 Prozent der Meinung sind, dass sich ein generalüberholtes Smartphone genauso gut anfühlt wie ein neues, haben 70 Prozent lieber ein neues gekauft, als ihr altes Gerät nicht mehr funktionierte. Ähnlich sieht es bei Second-Hand-Mode aus, wo nur 30 Prozent der Befragten im letzten Jahr einen Einkauf getätigt haben. Vielmehr zeichnet sich ein Trend zu längerer Nutzung ab: 54 Prozent sagen, dass es ihnen bei Elektronik nicht mehr wichtig ist, immer die neueste Technologie zu verwenden, und 62 Prozent geben an, dass es ihnen nichts mehr ausmacht, das gleiche Outfit öfter zu tragen.

Bei Alibaba boomen Wellness und Beauty
Wie Alibaba in einer Pressemitteilung erklärt, ist die Zahl der Käufer im Bereich Wellness und Beauty im vergangenen Jahr um 12 Prozent gestiegen, in Deutschland lag das Wachstum sogar bei 27 Prozent. Eine besondere Rolle spielt dabei die Naturkosmetik, deren Umsatz sich in den letzten zehn Jahren auf rund 1,4 Milliarden Euro verdoppelt hat. Für die Jahre 2022 bis 2031 rechnet das Unternehmen in diesem Bereich mit einer jährlichen Wachstumsrate von sieben Prozent. Noch beeindruckender war der etwas nischigere Trend „Nagelkunst“ mit einem Wachstum von 35,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - gemeint sind natürlich Zehen- und Fingernägel.


NACHHALTIGKEIT

Deutsche Umwelthilfe geht juristisch gegen Onlinehändler vor
Um Elektroschrott zu vermeiden, sind Onlinehändler beim Verkauf von Elektrogeräten seit 2022 verpflichtet, Käufer vor der Bestellung zu fragen, ob sie ein gleichartiges Altgerät kostenlos bei der Lieferung abholen lassen wollen. Dies geschieht nach Recherchen der Deutschen Umwelthilfe jedoch nicht oder nur unzureichend, weshalb sie gegen 14 bekannte Namen juristisch vorgeht: Apple, Bauhaus, Conrad, Globus, Home24, Hornbach, Ikea, Lampenwelt, Lidl, Netto, Obi, Pearl, Poco und Thomann. Als positive Ausnahme wird lediglich Otto.de genannt. Die im Elektrogesetz vorgeschriebene Sammelquote von 65 Prozent ist noch lange nicht erreicht: Derzeit werden nur 39 Prozent der Elektroaltgeräte ordnungsgemäß entsorgt.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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