Otto + Joyn, Unzer, KI-Kurse, Speditionen, Preiserwartungen, Ocado, Ebay, Ozon, Stripe, Ethik in der KI, Instagram + Tiktok

Otto + Joyn, Unzer, KI-Kurse, Speditionen, Preiserwartungen, Ocado, Ebay, Ozon, Stripe, Ethik in der KI, Instagram + Tiktok

E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Otto + Joyn, Unzer, KI-Kurse, Speditionen, Preiserwartungen, Ocado, Ebay, Ozon, Stripe und weiteren Themen des Tages.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Otto verkauft im eigenen Fernsehprogramm
Joyn integriert einen dauerhaften „Branded On Demand“-Channel von Otto, auf dem Nutzer über sieben Stunden lang Produkte namhafter Marken wie Apple, Lego und Liebherr in unterhaltsamen Video-Sequenzen entdecken können, berichtet Dwdl.de. Alle vorgestellten Produkte seien mit QR-Codes versehen, die direkt zum Artikel auf dem Marktplatz von Otto führen und einen schnellen Kaufabschluss ermöglichen würden. Für ProSiebenSat.1 eröffne diese nahtlose Integration von Markenkanälen eine innovative Einnahmequelle im Werbegeschäft, für Otto erschließe sich ein neuer digitaler Vertriebskanal.

Kontaktlos kassieren mit Sparkasse POS
Im Händlergeschäft wird der Kassenprozess immer flexibler. Bisher sind stationäre Kassenterminals fester Bestandteil des Einkaufserlebnisses. Diese werden jedoch immer mehr von mobilen Geräten abgelöst. Die Sparkassen bieten mit der Akzeptanz-App „Sparkasse POS“ eine Lösung für viele Branchen. Mehr

Unzer führt eigene Direktüberweisung ein
Der Payment-Dienstleister Unzer hat laut E-Commerce-Magazin.de seine neue Open-Banking-Zahlungsmethode „Unzer Direktüberweisung“ in Deutschland eingeführt. Das manuelle Eintippen von Karteninformationen auf Webseiten, denen man gegebenenfalls nicht einmal traue, werde somit hinfällig. Die Konto-zu-Konto-Zahlung ermögliche Kunden direkte Transaktionen mit biometrischer Verifizierung. Online-Händler profitierten von schnellerer Abwicklung und höheren Konversionsraten, eine White-Label-Option für individuelle Anpassungen sei bereits in Planung.

KI-Kurse für Mitarbeiter sind jetzt Pflicht
Direkte Bußgelder drohen nicht, dennoch gilt: Seit dem 2. Februar müssen Unternehmen ihren Mitarbeitenden KI-Schulungen anbieten. Das schreibt der EU AI Act vor. Wie genau diese Fortbildungspflichten aussehen, ist allerdings unklar. Aber: Jeder, der KI nutzt, muss damit umgehen können. Und zwar im höchsteigenen Interesse des Unternehmens, so Joerg Heidrich, Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht, im Interview mit Etailment.de.

Speditionen rechnen nicht mit Veränderungen
Die deutsche Wirtschaft schrumpfte 2024 zum zweiten Mal in Folge, die Automobil-Industrie verzeichnete im Dezember 12,2 Prozent Einbußen, berichtet der Elvis-Marktreport (Elvis = Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure). Der Transportmarkt werde hingegen durch den dynamischen Online-Handel gestützt, der im Dezember Umsatzsteigerungen von 15,5 Prozent im Jahresvergleich erzielt habe. Die Lage bleibe aber ungewiss: Für 44 Prozent der Speditionen habe sie sich verschlechtert, 48 Prozent gingen davon aus, dass sich in den kommenden vier Wochen nichts verändere.

Preiserwartungen stagnieren
Nach 19,5 Punkten im Januar hat sich der Wert der Ifo-Preiserwartungen mit 19,4 Punkten im Februar beinahe nicht verändert. Im Einzelhandel allerdings stieg der Wert von 30,5 auf 33,2 Punkte, mehr Unternehmen – vor allem im Bereich Nahrungsmittel und Getränke – wollen ihre Preise erhöhen. Dafür werden Dienstleistungen sich wohl kaum verteuern, nachdem der Indikator hier von 32,2 auf 24 Punkte abgestürzt ist. Alles in allem bleibt der Inflationsdruck auf die Wirtschaft erhalten.


HANDEL INTERNATIONAL

Nur 23 Prozent von Europas Unternehmen verkaufen online
23 Prozent der europäischen Unternehmen haben ihre Waren im letzten Jahr online oder auch online angeboten, berichtet Eurostat. In Litauen waren es sogar 42 Prozent und somit Ranglistenplatz eins, während Luxemburg mit zwölf Prozent das digitale Schlusslicht abgibt. Es gilt auch: Je größer, desto online. 46,5 Prozent der Großbetriebe, 30,5 Prozent der Mittelständler und nur 21,9 Prozent der Kleinunternehmen verkaufen online.

Ocados Zahlen überzeugen die Börse nicht
Der britische Online-Lebensmittelhändler Ocado verzeichnete laut Lebensmittelzeitung.net im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 14 Prozent auf 3,16 Mrd. Pfund und konnte seinen Vorsteuerverlust um 4,9 Prozent auf 374,5 Mio. Pfund verringern. Trotzdem rutschte der Börsenkurs bis zu 15 Prozent ab. Für das kommende Jahr will Ocado 500 Stellen abbauen, künstliche Intelligenz einsetzen und so ein Umsatzplus von zehn Prozent generieren.

Ebay wächst zwei Prozent und verliert acht Prozent
Ebay steigerte seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf 10,3 Mrd. Dollar und wuchs damit um zwei Prozent, berichtet Retail-News.de. Der C2C-Marktplatz freut sich über drei Quartale in Folge mit steigendem Bruttowarenwert, der im letzten Quartal um vier Prozent auf 19,3 Mrd. Dollar kletterte. Neben KI-Tools zur automatischen Angebotserstellung und neuen Zahlungsoptionen brachte besonders das Werbegeschäft mit 445 Mio. Dollar Einnahmen frischen Wind. Für Börsianer sind die Zahlen aber nicht eindrucksvoll genug, vorbörslich verliert Ebay acht Prozent an Wert.

Russland: Ozon meldet 500 Prozent Gewinnsteigerung
Der russische Online-Händler Ozon verzeichnete 2024 einen beeindruckenden Anstieg des Kerngewinns um mehr als 500 Prozent auf 459,34 Mio. Dollar, wie Reuters.com berichtet. Diese positive Entwicklung verdanke das Unternehmen der geschickten Monetarisierung seiner Marktplatz-Aktivitäten sowie der cleveren Expansion seiner Fintech-Angebote für Händler und Kunden. Die drittgrößte russische Plattform begann 1998, vier Jahre nach Amazon, als Online-Buchladen und bietet mittlerweile als Marktplatz über neun Mio. Produkte in mehr als 20 Kategorien an.

Stripes Zahlungsvolumen erreicht 1,4 Bio. Dollar
Stripes Zahlungsvolumen erreichte 2024 die Marke von 1,4 Bio. Dollar und wuchs damit um beeindruckende 38 Prozent, wie der Jahresbrief der Finanzplattform offenbart. Die KI-Modelle des Unternehmens hätten sich bezahlt gemacht: Hertz habe seine Zahlungsautorisierung damit um vier Prozent gesteigert, Forbes habe 23 Prozent mehr Umsatz bei Abonnements verzeichnet. Rasant hätten sich auch die KI-Startups auf der Plattform entwickelt – sie erreichten die Fünf-Mio.-Dollar-Umsatzmarke durchschnittlich 13 Monate früher als andere Softwareanbieter.


„Ethische Einschränkungen verbessern die Ergebnisse von KI“
Der AI Action Summit in Paris forderte vor einigen Tagen unter anderem mehr Ethik in der KI. Im Interview auf Etailment.de ordnet Romain Lerallut vom Ad-Tech-Spezialisten Criteo das ein: die Hinzufügung ethischer Einschränkungen leite KI zu besseren Entscheidungen an und sei kein Investitionshemmnis. In der Werbung bedeute ethische KI, Fairness in der Zielgruppenansprache zu gewährleisten und gleichzeitig die Effizienz zu erhalten.

E-Commerce-Webseiten: Too much information
46 Prozent der britischen Online-Käufer fühlt sich von der Informationsflut auf Handelswebseiten überfordert, zitiert Ecommercenews.eu eine Studie von Made With Intent. Besonders nervtötend sind Pop-ups zu Beginn eines Einkaufs – jeder Fünfte bricht dann sofort den Besuch ab. Etwa 63 Prozent der Teilnehmer fühlen sich durch die Taktiken der Plattformen manipuliert. Wichtig ist Nutzern vor allem das Timing: Würden Shops die richtigen Informationen zum passenden Zeitpunkt liefern, würden 76 Prozent der Befragten sich wohler fühlen und gerne wiederkommen.

Instagram arbeitet an Tiktok-Klon
Instagram plant offenbar die Einführung einer eigenen App für seine Kurzvideos, um dem Konkurrenten Tiktok gezielt Marktanteile abzujagen, berichtet Businessinsider.de. Die Mitarbeiter seien kürzlich über die Pläne informiert worden, die gezielt die rechtlich unsichere Position des chinesischen Rivalen Tiktok in den USA ausnutzen sollten. Neben dieser neuen Reels-App wolle Meta, der Mutterkonzern von Instagram, auch eine hauseigene Videobearbeitungs-App namens „Edits“ auf den Markt bringen, die mit Tikoks Capcut konkurrieren solle.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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