
Picnic, Otto + KI, EM, Alfies + Stash, Saudi-Arabien, Bumble + Geneva, Temu, Microsoft, AI-Act, Snapchat, Bild-KI, Ebay
Aktuelle E-Commerce-News: Picnic, Otto + KI, EM, Alfies + Stash, Saudi-Arabien, Bumble + Geneva, Temu, Microsoft, AI-Act und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
E-Commerce Power von Deutsche Post und DHL – Print-Mailings als Renditehebel
Print-Mailings sorgen für höhere Warenkörbe – Kund:innen von Online-Shops geben tendenziell mehr Geld aus, wenn sie vorher Print-Mailings erhalten. Die Deutsche Post hilft Werbetreibenden dabei, eine Print-Mailing Kampagne einfach selbst anzulegen, und verspricht: „Einfach wie Google.“
HANDEL NATIONAL
Picnic bietet in Deutschland Kochboxen an
Der niederländische Online-Supermarkt Picnic, der seit seinem Deutschland-Start 2018 mittlerweile in rund 150 Städten aktiv ist, will laut Faz.net sein Angebot erweitern und künftig auch Kochboxen anbieten. Hierzulande ist der Markt allerdings mit Hellofresh, Marley Spoon oder Dinnerly bereits umkämpft, weshalb sich Picnic durch günstigere Preise und die Tatsache, dass Nutzer kein Extra-Abo abschließen müssen, von der Konkurrenz abheben will.
E-Commerce-Herausforderungen in der Modebranche
Die Modebranche steht im E-Commerce vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die von Logistikmanagern und KEP-Dienstleistern gleichermaßen bewältigt werden müssen. Die permanente Verfügbarkeit von Produkten und ein nahtloser Betrieb über verschiedene Vertriebskanäle hinweg sind entscheidend. Der Trend zum Omnichannel, der sowohl den stationären Handel als auch den Direktversand an Endkunden umfasst, verstärkt diese Anforderungen noch. Der Intralogistikexperte SSI Schäfer unterstützt Unternehmen mit skalierbaren und flexiblen Systemen dabei, die Herausforderungen des E-Commerce zu meistern und die Logistikprozesse zu optimieren. Mehr
Otto Group: KI soll Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit vorschlagen
Während des Greentech Festivals sprach Sebastian Walter, Vice President Digital and Consulting bei der Otto Group, darüber, wie generative KI den E-Commerce nachhaltiger und wirtschaftlicher machen kann. Im Interview auf Etailment.de nennt er Beispiele und sagt, wo Otto einen Roboterhund einsetzt.
EM soll 3,8 Mrd. Euro Mehr-Umsatz bringen
Die Fußball-Europameisterschaft wird dem Einzelhandel laut einer Umfrage von HDE und Appinio 3,8 Mrd. Euro zusätzlichen Umsatz bringen. 28 Prozent der 1.000 Befragten planen Mehrausgaben bis zu 100 Euro, 32 Prozent bis zu 200 Euro und bei acht Prozent reicht das Extra-Fußball-Budget bis zu 500 Euro. Die wichtigsten Anschaffungen sind Snacks, Grillgut und Getränke, gefolgt vom richtigen Fan-Outfit, aber auch bei Sportartikeln, Wohnen & Garten, Spielwaren sowie Elektronik soll sich der Meisterschaftsbonus bemerkbar machen.
Deutschlands beste Onlineportale gekürt
Das deutsche Institut für Service-Qualität hat in einer Verbraucherfrage mit 55.000 Teilnehmern deutsche Onlineportale nach Angebot und Leistung, Kundenservice und Qualität des Internetauftritts oder der App untersucht und die bis zu drei Gewinner in 69 Kategorien sortiert. In der Kategorie „Shopping“ beispielsweise wurden Cashback-Portale, Preissuchmaschinen, Rabatt- und Schnäppchenportale bewertet; unter den Gewinnern waren bekannte Namen wie Shoop, Guenstiger.de, Idealo, Coupons.de oder Dealdoktor.
HANDEL INTERNATIONAL
Schweizer Quick-Commerce-Markt konsolidiert sich weiter
Auch in der Schweiz hat es der Quick-Commerce nicht mehr so leicht wie zu Zeiten der Pandemie: Avec Now, Migrolino, My Migros, Foodnow, Farm und Aldis Home Delivery haben in letzter Zeit aufgegeben oder ihr Angebot deutlich reduziert, berichtet Konsider.ch. Immerhin hat im Februar mit Alfies ein neuer Anbieter in Zürich Fuss gefasst und nun den Konkurrenten Stash übernommen, der neben Zürich auch in Luzern aktiv ist, nachdem er sich bereits aus Genf und Basel zurückgezogen hat. Alfies übernimmt den Kundenstamm und die Marke Stash, nicht aber die Logistik oder den Shop, die App und das Bestellsystem.
Saudi-Arabien fördert seinen E-Commerce
Das staatliche saudi-arabische Förderprogramm „Vision 2030“ plant, auch den E-Commerce intensiv zu fördern. So soll dessen Umsatz, der 2023 bei 10 Mrd. Dollar lag, bis 2030 jährlich um 13,5 Prozent wachsen, um dann 44 Mrd. Dollar zu erreichen. Dazu hat man örtlichen Logistikern die Zulassung erleichtert, und hat vor in die Lager-, Auftragsabwicklungs- und Speditionskapazitäten zu investieren. Wichtige Ministerien und Behörden für Digitalunternehmen arbeiten laut Digitalcommerce360.com mittlerweile papierlos. Darüber hinaus hat der staatliche Investment-Fond PIF beträchtliche Anteile an globalen Playern wie Noon, Shopify, Pinterest, Walmart, Visa und PayPal erworben.
Bumble übernimmt Geneva
Die Betreiber der Dating-App Bumble haben in einer Pressemitteilung angekündigt, die Community-Building--App Geneva zu übernehmen und bis zum dritten Quartal dieses Jahres zu integrieren. Aufgrund der allgemein rückläufigen Nachfrage nach Dating-Angeboten hat sich Bumble bereits diversifiziert: Neben der klassischen Version von Bumble und den zugekauften Dating-Apps Fruitz und Badoo gibt es „Official“ für feste Beziehungen, „Bumble for Friends“ für eher platonische Freundschaften und „Bumble Bizz“ für Geschäftsbeziehungen. Geneva wäre folgerichtig eine Erweiterung von „Friends“ für Communities, die sich lokal finden und verbinden können.
Temu will „bald“ nach Brasilien
Temu hat von der brasilianischen Steuerbehörde im Rahmen des Programms „Remessa Conforme“, das den grenzüberschreitenden Handel fördern soll, eine Steuerbefreiung erhalten und darf Waren bis zu einem Wert von 50 Euro ohne Einfuhrabgaben importieren. Wie Onlinemarktplatz.de ausführt, wird Temu in Brasilien auf die bereits etablierten Konkurrenten Shein und Shopee treffen, sich aber auch gegen den Lokalmatador Mercadolibre behaupten müssen. Laut der brasilianischen Website von Temu soll der Geschäftsstart „bald“ erfolgen.
TRENDS & TECH
Microsoft stellt Copilot für Teams vor
Auf seiner jährlichen Entwicklerkonferenz hat Microsoft ein neues Mitglied seiner KI-Copilot-Familie vorgestellt, berichtet Techcrunch.com. „Team Copilot“ soll die Zusammenarbeit erleichtern und das Projektmanagement rationalisieren. Es lässt sich in Microsofts Videokonferenzanwendung Teams integrieren und erleichtert das Erstellen von Agenden und Protokollen sowie das Verfassen gemeinsamer Notizen. In Textchats fasst Team Copilot das Besprochene zusammen und kann inhaltliche Fragen beantworten. Die KI arbeitet auch mit Loop und Planer zusammen, um Aufgaben zu erstellen und zuzuweisen und Teammitglieder zu benachrichtigen, wenn Eingaben erforderlich sind.
KI-Gesetz der EU gilt voraussichtlich ab Ende Juni
Nachdem der „AI Act“ der EU im Dezember beschlossen wurde, stimmten ihm gestern laut Golem.de auch die EU-Länder zu. Das KI-Gesetz will sicherstellen, dass künstliche Intelligenzen transparent und nachvollziehbar bleiben, nicht diskriminieren und umweltfreundlich betrieben werden. Bestimmte Anwendungen wie das sogenannte „Social Scoring“ zur Bewertung sozialen Verhaltens, die Emotionserkennung am Arbeitsplatz oder in Bildungseinrichtungen oder die Gesichtserkennung im öffentlichen Raum (mit Ausnahmen für Sicherheitsbehörden) werden verboten. Zur Durchsetzung richtet die EU ein eigenes KI-Büro, einen eigenen Ausschuss und ein Beratungsforum ein. 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt tritt das Gesetz in Kraft, voraussichtlich also Ende Juni bis Anfang Juli.
Junge Schweizer bleiben Snapchat treu
Die beliebteste Social-Media-Plattform der Schweizer ist Instagram, und zwar bei Jung und Alt, wie eine Umfrage der Digitalagentur Xeit ergeben hat. Für alle Schweizer gilt danach die Reihenfolge Youtube, Facebook, Tiktok, Linkedin, Snapchat und Pinterest, doch bei der Generation Z ist die Reihenfolge auffallend anders: Hier liegt Tiktok auf Platz zwei, gefolgt von Youtube und Snapchat auf Platz vier. Facebook oder X werden dagegen von den Jüngeren hingegen gar nicht benutzt, berichtet Persoenlich.com. Weitere interessante Ergebnisse: Die Hälfte der Schweizer ist auf Linkedin zu finden und jeder Vierte gönnt sich täglich eine Auszeit und schaltet dafür sein Smartphone einfach aus.
Ambient Diffusion verhindert Plagiate durch Bild-KI
Forscher der University of Texas haben mit Ambient Diffusion ein Framework entwickelt, das bildgenerierende KI vor Plagiatsvorwürfen schützen könnte, berichtet Techtimes.com. Dazu werden die Trainingsbilder sozusagen absichtlich beschädigt, indem bis zu 90 Prozent der Originalpixel abgedeckt werden. In einem Beispiel wurde eine KI zunächst mit 3.000 „normalen“ Fotos von Prominenten gefüttert und kopierte auf Aufforderung die Eingabedaten gut erkennbar. Auch mit den „beschädigten“ Quelldaten war sie in der Lage, die angeforderten Prominenten darzustellen, ohne jedoch urheberrechtliche Probleme zu produzieren, da sich die Ergebnisse deutlich vom Trainingsmaterial unterschieden.
NACHHALTIGKEIT
Ebay: Nachhaltigkeit ist 51 Prozent sehr wichtig
Im jährlichen Recommerce Report von Ebay gaben 51 Prozent der weltweit befragten Verbraucher an, dass ihnen Nachhaltigkeit beim Kauf von Gebrauchtwaren sehr wichtig ist, während 45 Prozent vor allem Geld sparen wollen. Fast zwei Drittel der Befragten haben im letzten Jahr Gebrauchtwaren gekauft und fast die Hälfte ist der Meinung, dass Recommerce „in“ ist. Die wichtigsten Artikel bei Ebay waren Kleidung (48 Prozent), Bücher (34 Prozent), Schuhe (24 Prozent), Heim & Garten (23 Prozent) und Elektronik (22 Prozent). Besonders tröstlich: Fast die Hälfte der Befragten gab an, Hoffnung für die Zukunft zu haben, egal was in der Welt passiere.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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